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032 · Performance

Performance ist angewandte Physik — Startgewicht, Pistenlänge, Außentemperatur und Druckhöhe bestimmen, ob ein Flug sicher möglich ist. Jede Entscheidung hat eine Zahl dahinter.

Subject-Code032
Konzepte~50
Lernzeit≈ 3 Wochen
SpracheDE + EN
StandECQB 2026

Einführung

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Performance-Berechnungen bestimmen die Grenzen des sicheren Flugbetriebs. Sie sind nicht akademisch — sie sind die tägliche Praxis jedes Piloten. Ein Fehler in der Performance-Planung kann tödlich sein.

Dieses Modul erklärt die physikalischen Zusammenhänge hinter den Leistungsdaten und zeigt, wie Außenbedingungen die Leistung beeinflussen.

Prüfungsstrategie

Performance-Fragen sind oft szenariobasiert: "Wie ändert sich die Startrollstrecke wenn...?" Lerne die Richtung der Änderung für jeden Einflussfaktor — das deckt 80% der Fragen ab.

Einflussfaktoren auf die Performance

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Die Leistung eines Flugzeugs hängt von der Luftdichte ab — genauer: von der Dichtehöhe (Density Altitude). Alle folgenden Faktoren wirken über diesen Mechanismus.

Dichtehöhe Density Altitude = Pressure Altitude + (120 × (OAT − ISA Temp))

Hohe Dichtehöhe = dünne Luft = schlechtere Performance
Niedrige Dichtehöhe = dichte Luft = bessere Performance
FaktorÄnderungWirkung auf PerformanceWarum
Temperatur ↑OAT höher als ISASchlechterLuftdichte sinkt → weniger Auftrieb + Schub
Druck ↓ (Höhe ↑)Niedrigeres QNH / höherer PlatzSchlechterLuftdichte sinkt
Feuchtigkeit ↑Hohe relative LuftfeuchtigkeitLeicht schlechterWasserdampf verdrängt Luft → geringere Dichte
Gewicht ↑Höheres MTOW / TOWSchlechterMehr Auftrieb für Abheben nötig → höhere V-Speeds
Wind (Headwind) ↑Gegenwind beim StartBesserHöhere IAS bei niedrigerer GS → kürzere Rollstrecke
Piste: Gefälle ↑Startenauf abschüssiger BahnBesser (Start) / Schlechter (Landung)Gravitationskomponente beschleunigt/bremst
PistenoberflächeNass / kontaminiertSchlechterErhöhter Rollwiderstand, schlechtere Bremswirkung

Startplanung

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Der Start ist die kritischste Phase — Fehler beim Abbruch oder bei einem Triebwerksausfall nach V1 können katastrophal sein. Die Performance-Planung stellt sicher, dass das Flugzeug in jedem Szenario sicher ist.

Startdistanz-Definitionen

BegriffDefinition
TORA (Take-Off Run Available)Verfügbare Rollstrecke für den Start
TODA (Take-Off Distance Available)TORA + Clearway (Bereich ohne Hindernisse über Grund)
ASDA (Accelerate-Stop Distance Available)TORA + Stopway (befestigter Bereich für Notbremsung)
LDA (Landing Distance Available)Verfügbare Landestrecke
TODR (Take-Off Distance Required)Tatsächlich benötigte Startdistanz — muss ≤ TODA sein
ASDR (Accelerate-Stop Distance Required)Benötigte Strecke für Startabbruch — muss ≤ ASDA sein
Clearway vs. Stopway

Clearway = Bereich nach der Piste, der frei von Hindernissen ist — zählt zur TODA aber nicht zur TORA. Stopway = befestigter Bereich nach der Piste für Notbremsungen — zählt zur ASDA aber nicht zur TORA. Beide erhöhen die verfügbare Distanz ohne die Rollbahn zu verlängern.

V-Speeds

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V-Speeds sind definierte Referenzgeschwindigkeiten für kritische Phasen des Fluges. Sie müssen für jedes Flugzeug und jede Konfiguration berechnet werden.

SpeedNameBedeutung
V1EntscheidungsgeschwindigkeitBis V1 kann der Start abgebrochen werden. Ab V1 muss gestartet werden — auch bei Triebwerksausfall.
VRRotationsgeschwindigkeitGeschwindigkeit, bei der der Pilot beginnt, die Nase anzuheben.
V2SicherheitsabhebegeschwindigkeitMindestgeschwindigkeit bei 35 ft Höhe nach dem Abheben — bei einem ausgefallenen Triebwerk.
VSStall SpeedMinimalgeschwindigkeit bei sauberem Flugzeug (1g)
VNENever Exceed SpeedStrukturelle Grenzgeschwindigkeit — darf nie überschritten werden.
VMO / MMOMax Operating Speed / MachBetriebsgrenze für Geschwindigkeit (IAS) und Machzahl
VADesign Manoeuvring SpeedMaximale Geschwindigkeit für volle Steuerausschläge ohne Strukturschaden
VFEMax Flap Extended SpeedMaximale Geschwindigkeit mit ausgefahrenen Klappen
V1 — das häufigste Missverständnis

V1 ist nicht die Geschwindigkeit, bei der ein Triebwerk ausfällt — es ist die Entscheidungsgeschwindigkeit. Ein Triebwerksausfall bei V1 bedeutet: weiter starten. Der Pilot muss V1 gehört haben (Call-out), bevor er die Hände von den Schubhebeln nimmt.

Steigflug

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Im Steigflug gibt es zwei unterschiedliche Optimierungsziele — beste Steigrate vs. bester Steigwinkel. Sie erfordern unterschiedliche Geschwindigkeiten.

ZielGeschwindigkeitAnwendung
Bester SteigwinkelVX — niedrigste Geschwindigkeit mit max. ÜberschussschubHindernisüberflug nach dem Start
Beste SteigrateVY — Geschwindigkeit mit max. ÜberschussleistungSchnellst möglicher Höhengewinn
Deutsch

Mit zunehmender Höhe nähern sich VX und VY an — an der absoluten Gipfelhöhe (Absolute Ceiling) sind sie gleich. Hier ist kein weiterer Steigflug mehr möglich.

English (exam)

As altitude increases, VX and VY converge. At the absolute ceiling, they are equal and no further climb is possible. The service ceiling is the altitude where climb rate = 100 ft/min.

Reiseflug

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Im Reiseflug wird zwischen maximaler Reichweite und maximaler Ausdauer unterschieden — je nach Aufgabe unterschiedliche Geschwindigkeiten.

ZielGeschwindigkeitFlugbetrieb
Max. ReichweiteBest Range Speed = beste L/D × TAS/KraftstoffverbrauchLanger Streckenflug — maximale Distanz pro Kilogramm Kraftstoff
Max. AusdauerMinimum Power Speed (unter Best Range)Holding, Wartebereich — maximale Zeit in der Luft
Turbinen vs. Kolbenmotoren

Bei Kolbenmotoren: Best Range ≈ VMD (Minimum Drag Speed). Bei Turbinen (Jet/Turboprop): Best Range liegt etwas höher als VMD, weil Schubspezifischer Kraftstoffverbrauch mit Geschwindigkeit steigt. Für die Prüfung: Jet fliegt Best Range bei höherer Geschwindigkeit als Prop.

Sinkflug & Landung

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Die Landeplanung stellt sicher, dass das Flugzeug nach dem Aufsetzen sicher zum Stehen kommt. Die Landing Distance Required (LDR) muss innerhalb der verfügbaren LDA liegen.

Faktoren die LDR erhöhen

Hydroplaning

Wenn Reifen auf Wasserfilm "aufschwimmen" — keine Bremswirkung mehr. Geschwindigkeit: VP = 9 × √(Reifendruck in psi). Typisch 100–130 kt. Vermeidung: grooved runway, maximale Bremswirkung so früh wie möglich.

Performance-Klassen (EASA)

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EASA teilt Flugzeuge in Performance-Klassen ein, die unterschiedliche Anforderungen an die Startplanung stellen — insbesondere bezüglich Triebwerksausfall.

KlasseFlugzeugtypAnforderung bei Triebwerksausfall
Performance Class AMehrmotorige Turbinen (Airliner)Start abbrechen ODER weiterfliegen — beide Optionen müssen zu jedem Zeitpunkt möglich sein
Performance Class BKleine einfache Propellerflugzeuge (≤9 PAX, ≤5 700 kg)Weniger strenge Anforderungen — kein OEI-Climb-Nachweis für alle Phasen
Performance Class CGroße Propellerflugzeuge (ältere Typen)Mittlere Anforderungen

Typische Fehler in Performance

Hinweis

Vollständige LO-Abdeckung, Performance-Charts und Quiz-Modus folgen mit dem nächsten Update. Zurück zur Fächerübersicht →