Die Atmosphäre & Thermodynamik
Zusammensetzung der Luft & vertikale Schichtung 3 min
Luft ist ein Gasgemisch aus rund 78 % Stickstoff (N₂), 21 % Sauerstoff (O₂) und knapp 1 % Argon. Diese drei stellen zusammen 99,94 % der Luftmasse und sind bis etwa 80 km Höhe gleichmäßig durchmischt. Der schmale Rest sind Spurengase, darunter CO₂ mit rund 0,04 %, das über den Treibhauseffekt einen Teil der von der Erde abgestrahlten Wärme zurückhält.
Der einzige stark schwankende Bestandteil ist zugleich der wichtigste fürs Wetter: Wasserdampf, mit 0 bis 4 % je nach Ort und Temperatur. Im Mittel sind es nur etwa 0,25 %, womit Wasser nach Argon erst an vierter Stelle steht, und doch liefert es die Energie für Wolken, Niederschlag und Gewitter. Hinzu kommen Aerosole, winzige Schwebeteilchen wie Staub, Pollen oder Seesalz. Sie sind die Kondensationskerne der Atmosphäre: An ihnen lagert sich Wasserdampf an und wird erst dadurch zu Tröpfchen. Ohne sie würde kaum eine Wolke entstehen.
Vertikal ist die Atmosphäre in vier Schichten gegliedert, jeweils getrennt durch eine Grenzfläche, deren Name auf -pause endet. Unten liegt die Troposphäre, die Wetterküche, in der die Temperatur mit der Höhe abnimmt und sich nahezu das gesamte Wetter abspielt. Darüber, jenseits der Tropopause, steigt die Temperatur in der Stratosphäre wieder an. Der Grund ist das Ozon (O₃): In etwa 15 bis 45 km Höhe spaltet die UV-Strahlung der Sonne Sauerstoffmoleküle, die sich neu zu Ozon verbinden. Diese Ozonschicht wirkt wie ein Sonnenschirm, der den Großteil der UV-Strahlung abfängt, und heizt sich dabei selbst auf. Darüber fällt die Temperatur in der Mesosphäre erneut bis auf etwa −90 °C, ehe sie in der äußersten Schicht, der Thermosphäre, wieder steigt.
Die Tropopause, der Deckel über dem Wetter, ist genauer festgelegt, als sie wirkt: Sie beginnt oberhalb von 5000 m dort, wo die Temperatur über mindestens 2000 m hinweg um weniger als 2 °C pro 1000 m abnimmt. Ihre Höhe richtet sich nach der Temperatur darunter. Über dem warmen Äquator liegt sie bei rund 16 km (FL520) und ist mit etwa −75 °C zugleich am kältesten, in mittleren Breiten bei etwa 11 km (FL360, rund −55 °C), über den kalten Polen nur bei etwa 8 km (FL260, rund −45 °C). Als Merksatz: warme Luft, hoher Deckel, und je höher die Tropopause, desto kälter ist sie.
Dieser Deckel verläuft nicht gleichmäßig, sondern bricht bei etwa 30° und 60° Breite stufenweise ab, weshalb man polare, mittlere und äquatoriale Tropopause unterscheidet. An genau diesen Bruchkanten liegen die stärksten Höhenwinde, die Jetstreams. Zusätzlich liegt die Tropopause im Winter tiefer als im Sommer und über Tiefdruckgebieten tiefer als über Hochs. Wie dünn die gesamte Lufthülle ist, zeigt ihre Masse: etwa die Hälfte steckt unterhalb von 5 km, rund 99 % unterhalb von 32 km.
- Drei Hauptgase: N₂ (78 %), O₂ (21 %), Argon (~1 %) = 99,94 % der Luftmasse, konstant bis ~80 km
- Wasserdampf variabel (0–4 %, im Mittel ~0,25 %) treibt das Wetter; Aerosole sind die Kondensationskerne
- Vier Schichten: Troposphäre, Stratosphäre, Mesosphäre, Thermosphäre (Grenzen: Tropo-, Strato-, Mesopause)
- Temperatur: fällt in der Troposphäre, steigt in der Stratosphäre (Ozon), fällt in der Mesosphäre
- Ozonschicht in ~15–45 km absorbiert UV und erwärmt die Stratosphäre
- Tropopause: Äquator ~16 km/−75 °C, Mittelbreiten ~11 km/−55 °C, Pole ~8 km/−45 °C; je höher, desto kälter
- Tropopause bricht bei 30°/60° ab, dort liegen die Jetstreams; im Winter tiefer als im Sommer
Übungsfragen (8)
Aus welchen beiden Gasen besteht trockene Luft hauptsächlich?
Trockene Luft besteht zu rund 78 % aus Stickstoff und 21 % aus Sauerstoff. Der Rest ist Argon und Spurengase.
Wo liegt die Tropopause am höchsten?
Am Äquator erwärmt sich die Luft stark und dehnt sich aus, dadurch reicht die Troposphäre dort am höchsten (~16 km). Über den Polen liegt die Tropopause mit ~8 km am tiefsten.
Welcher Luftbestandteil ist stark variabel und maßgeblich für das Wettergeschehen?
Der Wasserdampfgehalt schwankt zwischen 0 und 4 %. Er ist Quelle für Wolken und Niederschlag und transportiert die latente Wärme, die Gewitter antreibt.
In welcher Atmosphärenschicht spielt sich nahezu das gesamte Wetter ab?
Praktisch das gesamte Wettergeschehen findet in der Troposphäre statt, der untersten Schicht, in der die Temperatur mit der Höhe abnimmt.
In welcher Schicht steigt die Temperatur mit der Höhe, weil dort Ozon UV-Strahlung absorbiert?
In der Stratosphäre entsteht aus Sauerstoff unter UV-Strahlung Ozon. Es schluckt die UV-Strahlung und erwärmt dabei die Schicht, daher steigt dort die Temperatur mit der Höhe.
Welche Temperatur hat die Tropopause über dem Äquator näherungsweise?
Die äquatoriale Tropopause liegt mit rund 16 km (FL520) am höchsten und ist mit etwa −75 °C zugleich am kältesten. Über den Polen sind es bei ~8 km nur etwa −45 °C.
In welchem Höhenbereich liegt die Ozonschicht hauptsächlich?
Das Ozon konzentriert sich in etwa 15 bis 45 km Höhe in der Stratosphäre, wo es UV-Strahlung absorbiert und die Schicht erwärmt.
Welche Rolle spielen Aerosole als Kondensationskerne?
Aerosole wie Staub, Pollen oder Seesalz sind Kondensationskerne: Erst an diesen Teilchen lagert sich Wasserdampf an und wird zu Wassertröpfchen. Ohne sie gäbe es kaum Wolkenbildung.
Die ISA & reale Abweichungen 2 min
Damit Höhenmesser, Performance-Tabellen und Triebwerksdaten weltweit vergleichbar sind, braucht es eine genormte Referenzatmosphäre: die Internationale Standardatmosphäre (ISA). Sie legt fest: auf Meereshöhe 15 °C und 1013,25 hPa, dazu eine Temperaturabnahme von 2 °C pro 1000 ft, bis bei FL360 die Tropopause mit -56,5 °C erreicht ist. Darüber bleibt es isotherm.
Die echte Atmosphäre hält sich selten exakt daran. Die Abweichung nennt man ISA-Deviation: tatsächliche Temperatur minus Standardtemperatur in der jeweiligen Höhe. Beispiel: In FL100 wären nach ISA -5 °C zu erwarten (15 minus 2×10). Misst du dort 0 °C, herrscht ISA+5.
Warum dich das im Cockpit interessiert: An einem ISA+-Tag ist die Luft wärmer und dünner als die Norm. Dein Höhenmesser zeigt dann mehr an, als du wahr fliegst, und die Performance leidet. ISA-Deviation ist damit die Brücke zwischen der sauberen Theorie und dem, was Maschine und Instrumente real tun.
- ISA MSL: 15 °C und 1013,25 hPa
- Gradient: 2 °C / 1000 ft bis zur Tropopause FL360 (-56,5 °C)
- ISA-Deviation = tatsächliche Temperatur − ISA-Temperatur
- Wärmer als ISA = dünnere Luft, schlechtere Performance
Übungsfragen (5)
Welche Werte definiert die ISA auf Meereshöhe?
Die ISA setzt auf Meereshöhe 15 °C und 1013,25 hPa an. Das ist die Bezugsbasis für Höhenmesser und Performance.
In FL100 misst du eine Außentemperatur von -1 °C. Wie groß ist die ISA-Deviation?
ISA-Temperatur in FL100 = 15 − 2×10 = -5 °C. Gemessen -1 °C, also -1 − (-5) = +4, somit ISA+4.
Was bedeutet eine positive ISA-Deviation für die Flugleistung?
Wärmer als ISA heißt dünnere Luft. Triebwerk, Propeller und Tragfläche arbeiten in dünnerer Luft schlechter, die Performance sinkt.
Welchen Temperaturgradienten nimmt die ISA in der Troposphäre an?
Die ISA nimmt rund 2 °C Abnahme pro 1000 ft an (6,5 °C/km), bis etwa zur Tropopause in rund 36 000 ft.
Was nimmt die ISA oberhalb der Tropopause (ab rund 36 000 ft) an?
Oberhalb der Tropopause setzt die ISA eine isotherme Schicht mit rund −56,5 °C an, die Temperatur bleibt dort über eine große Höhenspanne konstant.
Luftdichte & Dichtehöhe 2 min
Auftrieb und Triebwerksschub leben von der Masse Luft, die pro Sekunde über die Tragfläche und durch das Triebwerk strömt. Entscheidend ist also nicht der Druck allein, sondern die Dichte. Und die sinkt, wenn die Luft heiß, hoch gelegen oder feucht ist. Drei Feinde der Performance, gut zu merken als High, Hot, Humid.
Die Dichtehöhe (Density Altitude) übersetzt diese drei Faktoren in eine einzige Zahl: Sie ist die Druckhöhe, korrigiert um die Temperaturabweichung von der ISA. Sie sagt dir, in welcher ISA-Höhe sich dein Flugzeug performancemäßig gerade „fühlt". An einem heißen Tag auf einem Bergflugplatz kann die Dichtehöhe tausende Fuß über der tatsächlichen Platzhöhe liegen.
Praktisch heißt das: längere Startrollstrecke, flacherer Steigwinkel, längere Landerollstrecke. Genau hier passieren im Sommer Unfälle, wenn Piloten mit Winter-Bauchgefühl von einem heißen, hoch gelegenen Platz starten. Bei hoher Dichtehöhe also immer das Performance-Diagramm rechnen, nicht schätzen.
- Auftrieb und Schub hängen von der Luftdichte ab, nicht vom Druck allein
- Dichte sinkt mit Höhe, Temperatur und Feuchte: High, Hot, Humid
- Dichtehöhe = Druckhöhe + Korrektur für Temperaturabweichung
- Hohe Dichtehöhe = längere Startstrecke, schwächeres Steigen
Übungsfragen (5)
Welche Kombination ergibt die höchste Dichtehöhe?
High, Hot, Humid: große Höhe, hohe Temperatur und hohe Feuchte senken die Luftdichte am stärksten und treiben die Dichtehöhe nach oben.
Was bewirkt eine hohe Dichtehöhe beim Start?
In dünnerer Luft erzeugen Tragfläche und Triebwerk weniger, das Flugzeug braucht mehr Strecke zum Abheben und steigt flacher.
Wie ist die Dichtehöhe definiert?
Dichtehöhe ist die Druckhöhe, korrigiert um die Abweichung der Temperatur von der ISA. Sie beschreibt die performancewirksame Höhe.
Wie wirkt hohe Luftfeuchtigkeit auf die Luftdichte?
Feuchte Luft ist leichter als trockene, weil Wasserdampf eine geringere Molekülmasse hat als Stickstoff oder Sauerstoff. Hohe Feuchte senkt die Dichte und erhöht damit die Dichtehöhe.
Wie verändert sich die Triebwerks- und Propellerleistung bei hoher Dichtehöhe?
Bei hoher Dichtehöhe steht weniger Luftmasse zur Verfügung. Triebwerksleistung, Propellerwirkung und Auftrieb nehmen ab, Start- und Steigleistung verschlechtern sich.
Temperaturstrahlung & Inversionen 2 min
Normalerweise wird es nach oben kälter. Eine Inversion dreht das um: In einer begrenzten Schicht nimmt die Temperatur mit der Höhe zu. Diese warme Schicht wirkt wie ein Deckel, unter dem sich Feuchte, Dunst und Schadstoffe sammeln. Inversionen bedeuten stabile Luft, also glatten Flug, aber oft mäßige Sicht.
Die Bodeninversion entsteht in klaren, windschwachen Nächten. Der Boden strahlt Wärme ab und kühlt aus, die bodennahe Luft kühlt mit, während es darüber wärmer bleibt. Folge: Strahlungsnebel, Reif und am Morgen schlechte Sichten. Mit der Sonneneinstrahlung löst sich diese Inversion meist wieder auf.
Die Absinkinversion liegt höher und entsteht in Hochdruckgebieten: Großräumig absinkende Luft (Subsidenz) wird beim Sinken komprimiert und erwärmt sich. Darunter staut sich oft eine Dunst- oder Wolkenschicht mit scharfer Obergrenze, darüber ist die Sicht meist hervorragend. An der Inversionsgrenze kann Windscherung auftreten.
- Inversion = Temperatur nimmt mit der Höhe zu (Deckel)
- Bodeninversion: klare, windschwache Nacht, Ausstrahlung → Nebel/Reif
- Absinkinversion: Subsidenz im Hoch, höher gelegen, scharfe Dunstobergrenze
- Inversionen sind stabil: glatter Flug, aber oft Dunst und Sichtprobleme
Übungsfragen (5)
Was kennzeichnet eine Inversion?
In einer Inversion steigt die Temperatur mit der Höhe an, statt wie üblich zu fallen. Die warme Schicht wirkt als stabiler Deckel.
Unter welchen Bedingungen bildet sich typischerweise eine Bodeninversion?
Bei klarem Himmel und schwachem Wind strahlt der Boden nachts ungehindert Wärme ab und kühlt die bodennahe Luft aus. Das begünstigt Strahlungsnebel und Reif.
Wie entsteht eine Absinkinversion?
In Hochdruckgebieten sinkt Luft großräumig ab (Subsidenz) und erwärmt sich dabei durch Kompression. So entsteht in der Höhe eine warme, stabile Schicht.
Wie wirkt eine Inversion auf die vertikale Durchmischung der Luft?
Eine Inversion ist sehr stabil und wirkt wie ein Deckel. Sie unterdrückt die vertikale Durchmischung, sodass sich Dunst, Feuchte und Schadstoffe darunter ansammeln.
An welcher Stelle einer Warmfront findet sich eine Inversion?
An einer Warmfront gleitet warme Luft über die kältere am Boden. An dieser Grenzfläche liegt warm über kalt, eine Frontinversion.
Luftfeuchtigkeit, Taupunkt & Spread 2 min
Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte, das ist der Schlüssel zur Feuchtelehre. Die absolute Feuchte ist die tatsächlich enthaltene Wasserdampfmenge. Die relative Feuchte sagt, wie voll der Krug ist: wie viel Prozent der bei dieser Temperatur maximal möglichen Menge gerade enthalten sind. Kühlt feuchte Luft ab, steigt die relative Feuchte, obwohl sich die Wassermenge nicht ändert.
Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die du die Luft abkühlen müsstest, damit sie gesättigt ist (100 % relative Feuchte). Liegen Temperatur und Taupunkt nahe beieinander, ist die Luft fast gesättigt, Nebel und Wolken sind in Reichweite. Diesen Abstand nennt man Spread: Temperatur minus Taupunkt.
Der Spread ist ein direktes Cockpit-Werkzeug. Eine kleine Faustformel schätzt die Wolkenuntergrenze konvektiver Wolken: Spread geteilt durch 2,5, mal 1000 ft. Beispiel: 15 °C bei einem Taupunkt von 5 °C ergibt Spread 10, also rund 4000 ft Basis. Schrumpft der Spread gegen null, rechne mit Nebel.
- Warme Luft fasst mehr Wasserdampf als kalte
- Relative Feuchte = Prozent der maximal möglichen Menge bei dieser Temperatur
- Taupunkt = Temperatur der Sättigung (100 %)
- Spread = Temperatur − Taupunkt; Wolkenbasis ≈ Spread/2,5 × 1000 ft
Übungsfragen (5)
Was beschreibt die relative Luftfeuchtigkeit?
Die relative Feuchte gibt an, wie viel Prozent der bei der aktuellen Temperatur maximal möglichen Wasserdampfmenge tatsächlich vorhanden sind.
Was ist der Taupunkt?
Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die Luft abgekühlt werden müsste, um 100 % relative Feuchte zu erreichen. Dann beginnt Kondensation.
Temperatur 20 °C, Taupunkt 10 °C. Welche konvektive Wolkenbasis schätzt die Faustformel?
Spread = 20 − 10 = 10. 10 / 2,5 × 1000 ft = 4000 ft. Die Formel liefert eine grobe Schätzung der Untergrenze konvektiver Wolken.
Was bedeutet ein kleiner Spread (geringe Differenz Temperatur zu Taupunkt)?
Ein kleiner Spread heißt, die Lufttemperatur liegt nahe dem Taupunkt. Die Luft ist fast gesättigt, Nebel oder tiefe Wolken werden wahrscheinlich.
Wie ändert sich die relative Luftfeuchtigkeit, wenn sich Luft bei gleichem Wasserdampfgehalt erwärmt?
Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Bleibt der Wasserdampfgehalt gleich, sinkt die relative Feuchte bei Erwärmung.
Adiabatische Prozesse 2 min
Steigt ein Luftpaket auf, sinkt der Umgebungsdruck, das Paket dehnt sich aus und kühlt ab, ganz ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung. Genau das meint adiabatisch. Absinkende Luft wird umgekehrt komprimiert und erwärmt sich. Diese Eigenkühlung beim Aufsteigen ist der Motor jeder Wolkenbildung.
Solange die Luft ungesättigt ist, kühlt sie mit der trockenadiabatischen Rate (DALR) ab: konstant 3 °C pro 1000 ft (1 °C/100 m). Erreicht das Paket seinen Taupunkt, kondensiert Wasserdampf und setzt latente Wärme frei. Diese Wärme bremst die weitere Abkühlung.
Ab dem Kondensationsniveau gilt deshalb die feuchtadiabatische Rate (SALR). Sie ist kleiner als die DALR und nicht konstant, sondern variabel, weil sie von Temperatur und Feuchtegehalt abhängt. Als grober Mittelwert dienen rund 1,5 °C pro 1000 ft (etwa 0,6 °C/100 m). Dass die feuchte Luft langsamer abkühlt, hält sie länger wärmer als ihre Umgebung und treibt Quellwolken in die Höhe.
- Adiabatisch = Temperaturänderung durch Ausdehnung/Kompression, ohne Wärmeaustausch
- DALR (ungesättigt): konstant 3 °C / 1000 ft (1 °C/100 m)
- Ab Kondensation gilt die SALR: kleiner und variabel
- SALR im Mittel ~1,5 °C / 1000 ft (~0,6 °C/100 m), abhängig von Temperatur und Feuchte
Übungsfragen (5)
Wie groß ist die trockenadiabatische Abkühlungsrate (DALR)?
Ungesättigte Luft kühlt beim Aufsteigen konstant mit 3 °C pro 1000 ft (1 °C/100 m) ab. Nicht mit dem ISA-Gradienten von 2 °C/1000 ft verwechseln.
Warum kühlt gesättigte Luft langsamer ab als trockene?
Bei der Kondensation wird latente Wärme frei. Diese Wärme bremst die Abkühlung, daher ist die feuchtadiabatische Rate kleiner als die trockenadiabatische.
Was gilt für die feuchtadiabatische Rate (SALR)?
Die SALR ist nicht konstant, sie hängt von Temperatur und Feuchte ab. Im Mittel liegt sie bei rund 1,5 °C/1000 ft und damit unter der DALR.
Was bedeutet der Begriff „adiabatisch"?
Adiabatisch heißt ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung. Ein aufsteigendes Luftpaket kühlt allein durch Ausdehnung (Druckabnahme) ab, ein absinkendes erwärmt sich durch Kompression.
Warum erwärmt sich absinkende Luft?
Beim Absinken steigt der Umgebungsdruck, die Luft wird komprimiert und erwärmt sich adiabatisch, ohne Wärme von außen. Das ist die Ursache der Absinkinversion im Hoch.
Stabilität & Labilität 2 min
Stabilität beantwortet eine einzige Frage: Steigt ein angehobenes Luftpaket von selbst weiter, oder sinkt es zurück? Maßgeblich ist der Vergleich seiner Temperatur mit der Umgebung, deren tatsächliche Schichtung der vertikale Temperaturgradient (ELR) beschreibt. Wärmeres Paket als Umgebung heißt leichter, es steigt weiter: labil. Kälteres Paket sinkt zurück: stabil.
Labile Luft bedeutet kräftige Vertikalbewegung: Quellwolken vom Cumulus bis zum Cumulonimbus, Schauer, Böen, Turbulenz, aber meist gute Sicht zwischen den Wolken. Stabile Luft unterdrückt das Aufsteigen: flache Schichtwolken (Stratus), Hochnebel, Dunst, glatter Flug, dafür oft eingeschränkte Sicht.
Den Vergleich macht man über die adiabatischen Raten: Ist der ELR größer als die DALR, ist die Luft absolut labil. Ist er kleiner als die SALR, ist sie absolut stabil. Liegt der ELR zwischen SALR und DALR, ist die Luft bedingt labil, also stabil für trockene, aber labil für gesättigte Pakete. Im Tephigramm liest man das als Lage der Zustandskurve relativ zu den Adiabaten ab.
- Stabilität = Verhalten des Luftpakets relativ zur Umgebung (ELR)
- Labil: Cumulus bis Cumulonimbus, Schauer, Turbulenz, gute Sicht
- Stabil: Stratus, Hochnebel, Dunst, glatter Flug, mäßige Sicht
- ELR > DALR = absolut labil; ELR < SALR = absolut stabil; dazwischen = bedingt labil
Übungsfragen (5)
Wann ist die Atmosphäre labil (instabil)?
Ist das aufsteigende Paket wärmer und damit leichter als die Umgebung, steigt es von selbst weiter. Das ist labile Schichtung und begünstigt Quellbewölkung.
Welche Wolken und Bedingungen sind typisch für stabile Luft?
Stabile Luft unterdrückt das Aufsteigen. Es entstehen flache Schichtwolken, Hochnebel und Dunst, der Flug ist glatt, die Sicht aber oft mäßig.
Was bedeutet bedingte Labilität?
Bei bedingter Labilität liegt der Umgebungsgradient zwischen feucht- und trockenadiabatischer Rate: stabil für ungesättigte, labil für gesättigte Luftpakete.
Wie verhält sich ein angehobenes Luftpaket in stabiler Schichtung?
In stabiler Luft kühlt das angehobene Paket schneller ab als die Umgebung, wird schwerer und sinkt in seine Ausgangslage zurück. Vertikalbewegungen werden gedämpft.
Wie ist die Sicht typischerweise bei stabiler gegenüber labiler Schichtung?
Stabile Luft unterdrückt die Durchmischung, Dunst und Feuchte sammeln sich, die Sicht ist oft mäßig. Labile Luft durchmischt kräftig, die Sicht ist meist gut.
Das Gasgesetz: was Luftdichte wirklich steuert 2 min
Stell dir Luft wie eine Menschenmenge in einem Raum vor: Wie dicht es zugeht, hängt davon ab, wie stark man von außen zusammendrückt (Druck) und wie wild sich alle bewegen (Temperatur). Genau das beschreibt das ideale Gasgesetz. In der für die Fliegerei handlichen Form lautet es P = ρ · R · T: Druck gleich Dichte mal Gaskonstante mal absolute Temperatur in Kelvin.
Stellt man die Gleichung nach der Dichte um, wird die Doppelregel sofort sichtbar: Die Dichte ρ steigt mit dem Druck und sinkt mit der Temperatur. Hoher Druck presst die Moleküle zusammen, hohe Temperatur treibt sie auseinander. Für trockene Luft ist die spezifische Gaskonstante eine feste Zahl, R = 287,05 J/(kg·K) — die brauchst du nicht herleiten, aber die Größenordnung sollte sitzen.
Jetzt der Knackpunkt, den viele unterschätzen: Feuchte Luft ist leichter als trockene. Wasserdampf-Moleküle (H₂O) wiegen weniger als die Stickstoff- (N₂) und Sauerstoff-Moleküle (O₂), die sie verdrängen. Damit Druck und Dichte trotzdem sauber zusammenpassen, rechnet die Meteorologie mit der virtuellen Temperatur: jener Temperatur, die trockene Luft hätte, um dieselbe Dichte wie die feuchte zu zeigen. Sie ist immer etwas höher als die echte Temperatur — die feuchte Luft verhält sich dichtemäßig wie wärmere, dünnere Trockenluft. Das ist das dritte H von High, Hot, Humid, jetzt mit physikalischem Unterbau.
- Gasgesetz P = ρ · R · T: Dichte steigt mit Druck, sinkt mit Temperatur (in Kelvin)
- Spezifische Gaskonstante trockener Luft: R = 287,05 J/(kg·K)
- Feuchte Luft ist leichter als trockene, weil H₂O leichter ist als N₂ und O₂
- Virtuelle Temperatur = Temperatur, bei der trockene Luft dieselbe Dichte hätte; immer etwas höher als die reale
Übungsfragen (5)
Wie hängt die Luftdichte nach dem Gasgesetz von der Temperatur ab?
Aus P = ρ · R · T folgt ρ = P / (R · T). Bei festem Druck sinkt die Dichte, wenn die Temperatur steigt: Warme Luft ist dünner.
Welchen Wert hat die spezifische Gaskonstante für trockene Luft?
Die spezifische Gaskonstante trockener Luft beträgt rund 287 J/(kg·K) (genauer 287,05). Die 8,31 ist dagegen die universelle Gaskonstante pro Mol.
Ist feuchte Luft dichter oder leichter als trockene Luft bei gleichem Druck und gleicher Temperatur?
Wasserdampf (H₂O) ist leichter als die verdrängten Stickstoff- und Sauerstoff-Moleküle. Feuchte Luft ist daher weniger dicht, was die Dichtehöhe erhöht.
Was beschreibt die virtuelle Temperatur?
Die virtuelle Temperatur erlaubt es, das einfache Gasgesetz auf feuchte Luft anzuwenden: Es ist die Temperatur, die trockene Luft bei gleicher Dichte und gleichem Druck hätte. Sie liegt stets etwas über der realen Temperatur.
In der Gleichung P = ρ · R · T: In welcher Einheit muss die Temperatur eingesetzt werden?
Das Gasgesetz gilt nur mit der absoluten Temperatur in Kelvin. 0 °C entsprechen 273,15 K; sonst kämen bei niedrigen Temperaturen unsinnige Dichten heraus.
Mischungsverhältnis, Dampfdruck & Sättigung 2 min
Die Feuchte-Lektion hat Taupunkt und Spread eingeführt. Hier kommt das physikalische Gerüst dahinter — die Größen, mit denen die ECQB tatsächlich rechnet. Erste Größe: das Mischungsverhältnis r = m_v / m_A, die Masse Wasserdampf pro Masse trockener Luft, in g/kg. Es sagt, wie viel Wasser wirklich drinsteckt. Das Sättigungs-Mischungsverhältnis rw ist der Maximalwert, den die Luft bei gegebener Temperatur und gegebenem Druck fassen kann.
Zweite Größe: der Dampfdruck e (engl. vapour pressure). Nach dem Gesetz von Dalton ist der Gesamtdruck die Summe der Partialdrücke: P = P_a + e, wobei P_a der Anteil der trockenen Luft ist und e der Partialdruck des Wasserdampfs, gemessen in hPa. Der maximal mögliche Dampfdruck bei einer Temperatur heißt Sättigungsdampfdruck ew — und das ist der Clou: ew hängt nur von der Temperatur ab, nicht vom Druck oder sonst etwas. ew steigt steil mit der Temperatur (0 °C ≈ 6 hPa, 10 °C ≈ 12 hPa, 20 °C ≈ 23 hPa). Genau deshalb kann warme Luft so viel mehr Wasser tragen.
Jetzt die Brücke zum Taupunkt: Der Taupunkt t_d ist die Temperatur, bei der der vorhandene Dampfdruck gerade dem Sättigungswert entspricht, also e = ew(t_d). Damit übersetzt eine einzige Sättigungstabelle in beide Richtungen — aus der Temperatur den maximalen ew, aus dem Taupunkt den tatsächlichen e. Die relative Feuchte ist dann U = 100 · e/ew (≈ 100 · r/rw). Und weil rw ≈ 0,622 · ew/P gilt (ew ≪ P), hängt das Sättigungs-Mischungsverhältnis von beiden ab: Es steigt mit der Temperatur (über ew) und sinkt mit steigendem Druck. Praktisch heißt das auch: Steigt ein ungesättigtes Paket auf, bleibt sein r konstant, aber rw fällt mit der Abkühlung — die relative Feuchte klettert, bis bei 100 % Kondensation einsetzt.
- Mischungsverhältnis r = m_v/m_A (g/kg); rw = Maximalwert; Dalton: P = P_a + e
- Sättigungsdampfdruck ew hängt nur von der Temperatur ab und steigt steil mit ihr
- Taupunkt: e = ew(t_d) — eine Sättigungstabelle übersetzt t↔ew und t_d↔e
- U = 100·e/ew ≈ 100·r/rw; rw ≈ 0,622·ew/P steigt mit T, sinkt mit Druck
Übungsfragen (5)
Was beschreibt das Mischungsverhältnis r?
Das Mischungsverhältnis r = m_v/m_A ist die Masse des Wasserdampfs pro Masse trockener Luft, meist in g/kg. Das Sättigungs-Mischungsverhältnis rw ist der bei gegebener Temperatur und Druck maximal mögliche Wert.
Was besagt das Gesetz von Dalton für feuchte Luft?
Nach Dalton addieren sich die Partialdrücke der Komponenten. Bei feuchter Luft gilt P = P_a + e, mit P_a für die trockene Luft und e für den Wasserdampf (Dampfdruck in hPa).
Wovon hängt der Sättigungsdampfdruck ew ab?
Der Sättigungsdampfdruck ew ist eine reine Funktion der Temperatur und steigt steil mit ihr. Deshalb kann warme Luft deutlich mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte.
Welche Beziehung verknüpft den Taupunkt t_d mit dem Dampfdruck e?
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der der vorhandene Dampfdruck gerade Sättigung erreicht: e = ew(t_d). So lässt sich aus dem Taupunkt der tatsächliche Dampfdruck ablesen.
Wie ändert sich das Sättigungs-Mischungsverhältnis rw mit Temperatur und Druck?
Wegen rw ≈ 0,622·ew/P steigt rw mit der Temperatur (über ew) und sinkt mit zunehmendem Druck. Beim Aufsteigen kühlt ein Paket, rw fällt, die relative Feuchte steigt bis zur Sättigung.
Phasenübergänge, latente Wärme & Unterkühlung 2 min
Wasser ist der heimliche Motor des Wetters, weil es bei jedem Phasenwechsel große Energiemengen aufnimmt oder abgibt — die latente Wärme. „Latent" heißt versteckt: Die Energie ändert nur den Aggregatzustand, nicht die Temperatur. Drei Zustände, sechs Übergänge. Wärme aufnehmend (endotherm): Schmelzen (fest→flüssig), Verdunsten/Verdampfen (flüssig→gasförmig), Sublimation (fest→gasförmig direkt). Wärme abgebend (exotherm): Gefrieren/Erstarren (flüssig→fest), Kondensation (gasförmig→flüssig), Resublimation/feste Kondensation (gasförmig→fest, z. B. Raureif).
Die Zahlenwerte solltest du der Größenordnung nach kennen: Schmelzwärme Lf ≈ 334 kJ/kg, Verdampfungswärme Lv ≈ 2501 kJ/kg — also rund das Siebenfache —, und die Sublimationswärme Ls = Lf + Lv ≈ 2835 kJ/kg. Diese Energien sind gewaltig: Beim Aufsteigen kondensiert Wasserdampf, gibt Lv frei und heizt damit die Wolke an — genau das treibt Quellwolken und Gewitter. Umgekehrt kühlt Verdunstung (Lv wird entzogen), weshalb nasse Wäsche trocknet und der Körper schwitzt. Nur etwa 1 % des atmosphärischen Wassers ist kondensiert (als Wolke); trotzdem bedecken Wolken die halbe Erde.
Kondensation braucht in der Realität Kondensationskerne — winzige Schwebeteilchen (Staub, Seesalz, Ruß, Vulkanasche, Pollen, 0,1 bis einige µm). Fehlen sie, kann der Dampfdruck den Sättigungswert übersteigen: Übersättigung (e > ew), selten und nur in sehr sauberer Luft über 8–10 km (das ist der Mechanismus der Kondensstreifen). Zwei prüfungsrelevante Feinheiten: Erstens kann Wasser flüssig bleiben, obwohl es kälter als 0 °C ist — Unterkühlung. Sie ist zwischen 0 und −15 °C sehr häufig und bis etwa −40 °C möglich; der Zustand ist labil und gefriert schlagartig bei einer Störung — die Wurzel der Flugzeugvereisung. Zweitens ist der Sättigungsdampfdruck über Eis kleiner als über (unterkühltem) Wasser (e_i < e_w bei t < 0 °C). Genau dieses Gefälle lässt in Mischwolken Eiskristalle auf Kosten der Tröpfchen wachsen — der Bergeron-Prozess der Niederschlagsbildung.
- Endotherm (Wärme auf): Schmelzen, Verdunsten, Sublimation; exotherm (Wärme ab): Gefrieren, Kondensation, Resublimation
- Latente Wärme: Lf ≈ 334, Lv ≈ 2501, Ls = Lf+Lv ≈ 2835 kJ/kg
- Kondensation braucht Kerne; ohne sie Übersättigung (e > ew), nur in sauberer Luft > 8–10 km
- Unterkühltes Wasser bis ~−40 °C (häufig 0…−15 °C) → Vereisung; e_i < e_w < 0 °C → Bergeron-Prozess
Übungsfragen (5)
Welche Phasenübergänge nehmen Wärme auf (endotherm)?
Schmelzen, Verdunsten und Sublimation nehmen latente Wärme auf (endotherm). Die Gegenrichtungen Gefrieren, Kondensation und Resublimation geben sie wieder ab (exotherm).
Was bedeutet „latente" Wärme?
Latente (verborgene) Wärme wird beim Phasenwechsel aufgenommen oder freigesetzt, ohne dass sich die Temperatur ändert. Sie ist der wichtigste Energietransport im Wettergeschehen.
Wie verhält sich die Verdampfungswärme Lv zur Schmelzwärme Lf?
Die Verdampfungswärme (~2501 kJ/kg) ist rund siebenmal so groß wie die Schmelzwärme (~334 kJ/kg). Die Sublimationswärme ist die Summe beider: Ls = Lf + Lv ≈ 2835 kJ/kg.
Bis zu welcher Temperatur kann Wasser als unterkühlte Flüssigkeit vorliegen?
Unterkühltes Wasser bleibt unter 0 °C flüssig, sehr häufig zwischen 0 und −15 °C und möglich bis etwa −40 °C. Der Zustand ist labil und gefriert bei einer Störung schlagartig — die Ursache der Flugzeugvereisung.
Warum wachsen in einer Mischwolke Eiskristalle auf Kosten der Wassertröpfchen (Bergeron-Prozess)?
Unter 0 °C ist e_i < e_w: Über Eis ist der Sättigungsdampfdruck kleiner. Die Luft ist gegenüber Eis übersättigt, während sie gegenüber Wasser gerade gesättigt ist, sodass Dampf auf die Kristalle übergeht und die Tröpfchen verdunsten.
Stabilitätstypen & freier Konvektionspunkt 3 min
Bisher hieß es: ein Paket steigt von selbst, wenn es wärmer als die Umgebung ist. Stell dir das Paket aber wie eine Kugel in einer Landschaft vor — dann gibt es nicht nur „rauf" oder „runter", sondern vier Geländeformen. In einer Mulde rollt die Kugel nach jeder Störung zurück: stabiles Gleichgewicht (das Paket ist nach der Hebung kälter als die Umgebung, t_Paket < t_Luft). Auf einem Bergrücken rollt sie weiter weg: labiles Gleichgewicht (t_Paket > t_Luft). Auf ebener Fläche bleibt sie liegen: indifferentes Gleichgewicht (t_Paket = t_Luft). Und in einer Mulde mit kleinem Wall ringsum bleibt sie ruhig, solange der Stoß schwach ist, kippt aber über die Kante, sobald er stark genug ist: bedingtes Gleichgewicht.
Trägt man im Diagramm die Zustandskurve der Umgebung relativ zur Trocken- und Feuchtadiabate durch den Zustandspunkt ein, entstehen drei Zonen. Liegt die Umgebungskurve rechts der Feuchtadiabate (Zone A), ist das Paket auf jeder Höhe kälter als die Umgebung (t_Luft > t_Paket): absolute Stabilität. Liegt sie links der Trockenadiabate (Zone B), ist das Paket überall wärmer (t_Luft < t_Paket): absolute Labilität. Liegt sie dazwischen (Zone C, also zwischen SALR und DALR), entscheidet die Stärke des Anstoßes — das ist die bedingte Labilität.
Der Schlüsselbegriff der Zone C ist der freie Konvektionspunkt (Level of Free Convection, L). Solange das Paket ungesättigt ist, bleibt es stabil und sinkt zurück. Wird es bei kräftiger Hebung gesättigt, folgt es ab dem Kondensationsniveau der flacheren Feuchtadiabate — und kreuzt irgendwann die Umgebungskurve. Ab diesem Punkt L ist es wärmer als die Umgebung und steigt von selbst weiter. Nur Pakete mit genug Anfangsenergie erreichen L, deshalb spricht man auch von selektiver Labilität. Praktisch heißt das: Eine scheinbar ruhige Luftmasse kann am Nachmittag schlagartig hochreichende Gewitter entwickeln, sobald Thermik oder Gelände die Pakete über L hebt.
- Vier Gleichgewichte (Kugel-Bild): stabil (Mulde), labil (Rücken), indifferent (Ebene), bedingt (Mulde mit Wall)
- Zone A (rechts der SALR): absolute Stabilität, t_Luft > t_Paket auf jeder Höhe
- Zone B (links der DALR): absolute Labilität, t_Luft < t_Paket auf jeder Höhe
- Zone C (zwischen SALR und DALR): bedingte/selektive Labilität; ab dem freien Konvektionspunkt L steigt das Paket von selbst
Übungsfragen (5)
Was kennzeichnet die absolute Stabilität (Zone A)?
In Zone A liegt die Umgebungskurve rechts der Feuchtadiabate. Das gehobene Paket ist auf jeder Höhe kälter und schwerer als die Umgebung und sinkt zurück — absolute Stabilität.
Was ist der freie Konvektionspunkt (Level of Free Convection)?
Am freien Konvektionspunkt L kreuzt die Feuchtadiabate des gesättigten Pakets die Umgebungskurve. Oberhalb ist das Paket wärmer als die Umgebung und steigt selbsttätig — der Auslöser hochreichender Konvektion.
Wo liegt die Umgebungskurve bei bedingter Labilität (Zone C)?
Bedingte Labilität liegt vor, wenn der Umgebungsgradient zwischen SALR und DALR liegt: stabil für ungesättigte, labil für gesättigte Pakete. Ob es zur Konvektion kommt, hängt von der Stärke des Anstoßes ab.
Warum spricht man bei Zone C auch von selektiver Labilität?
Nur ein Teil der Pakete erhält einen Anstoß, der stark genug ist, sie über den freien Konvektionspunkt zu heben. Diese werden labil, die übrigen bleiben stabil — daher selektive (ausgewählte) Labilität.
Welches mechanische Bild passt zum indifferenten Gleichgewicht?
Beim indifferenten Gleichgewicht ist t_Paket = t_Luft. Wie eine Kugel auf ebener Fläche bleibt das Paket dort, wohin man es schiebt — es steigt weder weiter noch sinkt es zurück.
Das thermodynamische & das schiefe Diagramm 3 min
Ein thermodynamisches Diagramm ist die Landkarte des Meteorologen: Die Senkrechte ist der Druck (logarithmisch, fällt nach oben — also Höhe), die Waagerechte die Temperatur. Darauf liegen drei Kurvenscharen. Die Trockenadiabaten (durchgezogene grüne Linien) zeigen, wie ein ungesättigtes Paket beim Heben abkühlt; die Feuchtadiabaten oder Pseudoadiabaten (grün gestrichelt) gelten für gesättigte Luft; und die Linien gleichen Mischungsverhältnisses (Iso-r, fein gestrichelt) sagen, wie viel Wasserdampf das Paket trägt. Der Trick: Fast jede Größe wächst nach rechts — nur der Druck nicht, denn eine waagerechte Linie ist eine einzige Druckfläche.
Ein moist-air-Paket wird durch zwei Punkte beschrieben: den Zustandspunkt (P, t) und den Taupunkt (P, t_d). Beim Heben wandert der Zustandspunkt entlang einer Trockenadiabate, der Taupunkt entlang einer Iso-r-Linie. Wo sich beide treffen, ist der Kondensationspunkt erreicht — die Wolkenuntergrenze. Von dort folgen beide gemeinsam einer Feuchtadiabate. Die Wolkenobergrenze liegt, wo diese Feuchtadiabate die Umgebungskurve wieder schneidet: höher kann gesättigte Luft nicht steigen, weil sie dort kälter als die Umgebung würde. Im Lehrbuchbeispiel steigt ein Bodenpaket mit +30 °C und Taupunkt −4 °C; Kondensation bei 600 hPa (−10 °C, Wolkenbasis), Obergrenze bei 450 hPa (−26 °C).
Das gerade Diagramm hat einen Schönheitsfehler: Die Druckachse staucht sich oben so stark, dass die Schichtung schwer lesbar wird. Würde man sie auseinanderziehen, wäre das Blatt so hoch wie breit. Deshalb erfand man das schiefe Diagramm (Skew-T): Die Temperaturachse wird um 45° gekippt, sodass die ganze Atmosphäre bequem auf ein Hochformat passt. Inhaltlich ändert sich nichts — man liest es genauso. Eine Inversion (Temperatur steigt mit der Höhe) zeigt sich darin als Knick, bei dem die Umgebungskurve nach rechts ausschert; sie bremst aufsteigende Pakete aus, weil deren Kurve dann links der Umgebung liegt.
- Achsen: Druck senkrecht (Höhe), Temperatur waagerecht; alle Größen wachsen nach rechts außer dem Druck
- Drei Kurvenscharen: Trockenadiabaten (durchgezogen), Feucht-/Pseudoadiabaten (gestrichelt), Iso-r (Mischungsverhältnis)
- Paket = Zustandspunkt (P,t) + Taupunkt (P,t_d); Treffpunkt beim Heben = Kondensationspunkt = Wolkenbasis
- Schiefes Diagramm (Skew-T) kippt die T-Achse um 45° für bessere Lesbarkeit; Inversion = Knick nach rechts
Übungsfragen (5)
Welche zwei Punkte beschreiben ein feuchtes Luftpaket im Diagramm?
Ein feuchtes Paket wird durch seinen Zustandspunkt (Druck, Temperatur) und seinen Taupunkt (Druck, Taupunkttemperatur) festgelegt. Beim Heben wandern beide auf unterschiedlichen Kurven, bis sie sich treffen.
Wo liegt der Kondensationspunkt eines aufsteigenden Pakets?
Der Zustandspunkt folgt beim Heben der Trockenadiabate, der Taupunkt der Iso-r-Linie. Ihr Schnittpunkt ist der Kondensationspunkt — die Wolkenuntergrenze.
Welche Linien gelten für die Abkühlung gesättigter Luft?
Gesättigte Luft folgt den Feuchtadiabaten, auch Pseudoadiabaten genannt. Die Trockenadiabaten gelten nur, solange das Paket ungesättigt ist.
Warum benutzt man das schiefe (Skew-T-)Diagramm statt des geraden?
Im geraden Diagramm staucht sich die Druckachse oben stark. Das schiefe Diagramm kippt die Temperaturachse um 45° und stellt die gesamte Atmosphäre gut lesbar auf einer Hochformat-Seite dar — die Auswertung bleibt identisch.
Wie zeigt sich eine Inversion im thermodynamischen Diagramm?
Bei einer Inversion steigt die Temperatur mit der Höhe, die Umgebungskurve schert nach rechts aus. Das aufsteigende Paket liegt dann links der Kurve, wird relativ kälter und sein Aufstieg wird gebremst.
Großräumiges Absinken & Advektion 3 min
Absinken ist das Spiegelbild des Aufsteigens: Der Zustandspunkt folgt der Trockenadiabate nach unten, die Luft wird komprimiert und erwärmt sich. In einem Hochdruckgebiet sackt eine ganze Luftmasse langsam ab — nur die unterste Schicht kann nicht, weil der Boden im Weg ist. Dadurch erwärmt sich die Höhenluft, die bodennahe bleibt kühl, und genau dazwischen entsteht eine Absinkinversion (englisch subsidence inversion), auch Absinkfläche genannt. Im Diagramm verschiebt sich die Umgebungskurve dabei deutlich nach rechts.
Diese Inversion wirkt wie ein Deckel. Sind die unteren Schichten feucht, bilden sich darunter Stratus, Stratocumulus oder flacher Cumulus, während es oben in der Absinkschicht klar bleibt. Die Schicht unter der Absinkfläche heißt Diffluenzschicht, weil die Luft dort horizontal auseinanderströmt (Divergenz) — sie muss abfließen, damit von oben Luft nachsinken kann. Der ganze Vorgang gehorcht der Regel „Antizyklone, Absinken, Divergenz". Praktisch erklärt das den Dunst- und Smog-Deckel über Ballungsräumen bei stabilem Hochdruckwetter: Schadstoffe sammeln sich unter der Inversion, weil keine Vertikalbewegung sie nach oben abführt.
Nicht nur Absinken, auch Advektion — der waagerechte Transport einer Luftmasse mit ihren Eigenschaften — verschiebt die Stabilität. Merke das Kreuzschema: Warmluft oben legt einen warmen Deckel auf und schafft eine Inversion → stabilisiert. Warmluft unten heizt die Schicht von der Basis her → labilisiert. Kaltluft unten kühlt von unten, bildet eine Inversion → stabilisiert. Kaltluft oben macht die Umgebungskurve steiler (nach links geneigt) → labilisiert. Kurz: Erwärmung unten oder Abkühlung oben fördert Konvektion; Erwärmung oben oder Abkühlung unten dämpft sie.
- Absinken: Zustandspunkt folgt der Trockenadiabate abwärts, Luft erwärmt sich; im Hoch entsteht eine Absinkinversion (Absinkfläche)
- Unter der Inversion: St/Sc/flacher Cu bei feuchter Luft; darüber klar; Schadstoffe sammeln sich (Smog-Deckel)
- Diffluenzschicht = Schicht unter der Absinkfläche mit horizontaler Divergenz; Regel „Antizyklone, Absinken, Divergenz"
- Advektion: warm oben / kalt unten → stabilisiert; warm unten / kalt oben → labilisiert
Übungsfragen (5)
Wie entsteht eine Absinkinversion in einem Hochdruckgebiet?
Beim großräumigen Absinken im Hoch wird die Höhenluft komprimiert und erwärmt sich, die unterste Schicht ist durch den Boden blockiert. Zwischen warmer Höhen- und kühler Bodenluft entsteht die Absinkinversion.
Was ist die Diffluenzschicht?
Unter der Absinkfläche muss die Luft horizontal auseinanderströmen (Divergenz), damit von oben Luft nachsinken kann. Diese Schicht heißt Diffluenzschicht — Teil der Regel „Antizyklone, Absinken, Divergenz".
Warum sammeln sich bei beständigem Hochdruckwetter Schadstoffe in Bodennähe?
Die Absinkinversion wirkt als Deckel: Unter ihr findet kein vertikaler Austausch statt, sodass sich Staub, Rauch und Schadstoffe anreichern. Über der Inversion wird die Luft beim Durchsteigen schlagartig klar.
Wie wirkt die Advektion von Warmluft in der Höhe auf die Stabilität?
Warmluftadvektion in der Höhe legt einen warmen Deckel auf und erzeugt eine Inversion, die das Aufsteigen bremst — die Luftmasse wird stabiler. Erst Warmluft am Boden oder Kaltluft oben labilisiert.
Welche Advektion erhöht die Labilität am stärksten?
Kaltluft in der Höhe macht die Umgebungskurve steiler, Warmluft am Boden heizt von unten — beides vergrößert den Temperaturunterschied über die Höhe und fördert die Konvektion.
Luftdruck, Altimetrie und Wind
Luftdruck & Isobaren 2 min
Luftdruck ist nichts anderes als das Gewicht der Luftsäule über dir. Auf einer Wetterkarte verbindet man Orte gleichen Drucks zu Linien, den Isobaren. Sie sind die Höhenlinien der Druckverteilung: eng beieinander heißt steiler Druckabfall, weit auseinander heißt flach.
Der Druckunterschied über eine Strecke ist die Druckgradientkraft, und sie ist der eigentliche Antrieb des Windes. Merke dir das Bild der Höhenlinien: Eng gedrängte Isobaren bedeuten starken Wind, weit auseinanderliegende schwachen Wind. Du liest die Windstärke also direkt aus dem Isobarenabstand ab.
Zwischen den Druckzentren gibt es zwei wiederkehrende Formen: der Trog ist ein nach außen gestreckter Tiefdruckkeil (oft mit Front und schlechtem Wetter), der Rücken ein vorspringender Hochdruckkeil mit meist ruhigerem Wetter. Beide tauchen ständig auf Bodenwetterkarten auf.
- Isobaren verbinden Orte gleichen Luftdrucks
- Enge Isobaren = starker Druckgradient = starker Wind
- Die Druckgradientkraft treibt den Wind an
- Trog = Tiefdruckkeil (oft schlechtes Wetter), Rücken = Hochdruckkeil (ruhiger)
Übungsfragen (5)
Was sagen eng beieinanderliegende Isobaren aus?
Eng gedrängte Isobaren bedeuten einen großen Druckunterschied auf kurzer Strecke, also eine starke Druckgradientkraft und damit starken Wind.
Welche Kraft treibt den Wind grundlegend an?
Die Druckgradientkraft entsteht aus dem Druckunterschied und ist der Antrieb des Windes. Coriolis und Reibung verändern nur Richtung und Stärke.
Was ist ein Trog?
Ein Trog ist ein länglich gestreckter Bereich tiefen Drucks, häufig mit Front und schlechterem Wetter. Das Gegenstück ist der Rücken (Hochdruckkeil).
Was bezeichnet ein Rücken (Ridge) in der Druckverteilung?
Ein Rücken ist eine nach außen gewölbte, keilförmige Hochdruckzone, das Gegenstück zum Trog, der ein Tiefdruckkeil ist.
Was verbinden Isobaren auf einer Wetterkarte?
Isobaren sind Linien gleichen Luftdrucks, üblicherweise im Abstand von 4 hPa. Ihr Abstand zeigt die Stärke des Druckgradienten und damit des Windes.
Altimeter-Settings: QNH, QFE, QNE 2 min
Ein Höhenmesser ist ein Barometer, das Druck in Höhe übersetzt. Damit er die gewünschte Höhe zeigt, musst du ihm einen Bezugsdruck vorgeben. Welcher das ist, entscheidet, was die Nadel bedeutet.
QNH stellst du so ein, dass der Höhenmesser am Platz die Höhe über dem Meeresspiegel (MSL) zeigt; in Flugplatzhöhe steht dann die Platzelevation. QFE ist der Druck am Platz selbst, eingestellt zeigt der Höhenmesser null auf der Piste, also die Höhe über dem Platz. QNE ist die Standardeinstellung 1013,25 hPa: Über der Übergangshöhe stellen alle 1013 ein und fliegen Flugflächen (Flight Levels), damit alle dieselbe Bezugsfläche nutzen.
Die Logik dahinter: Im Nahbereich des Platzes willst du echte Höhen (QNH/QFE), im oberen Luftraum willst du eine gemeinsame Referenz für die Staffelung (QNE). Beim Steigen durch die Transition Altitude wechselst du von QNH auf 1013, beim Sinken durch das Transition Level zurück.
- QNH: Höhenmesser zeigt Höhe über MSL (am Platz die Elevation)
- QFE: Bezug ist der Platzdruck, Anzeige null auf der Piste
- QNE / Standard 1013,25 hPa: Flugflächen im oberen Luftraum
- Wechsel QNH ↔ 1013 an Transition Altitude / Transition Level
Übungsfragen (5)
Was zeigt der Höhenmesser bei korrekt eingestelltem QNH am Flugplatz?
Mit QNH ist der Bezug der Meeresspiegel. Am Boden zeigt der Höhenmesser daher die Elevation des Flugplatzes über MSL.
Welcher Wert wird für das Standard-Setting (QNE) eingestellt?
Das Standard-Setting ist 1013,25 hPa. Über der Übergangshöhe stellen alle Luftfahrzeuge 1013 ein und fliegen Flugflächen mit gemeinsamer Bezugsfläche.
Wozu dient die einheitliche Standardeinstellung im oberen Luftraum?
Wenn alle 1013 hPa einstellen, beziehen sich alle Flugflächen auf dieselbe Fläche. Das garantiert eine konsistente vertikale Staffelung zwischen Luftfahrzeugen.
Was zeigt der Höhenmesser bei eingestelltem QFE am Boden des Platzes?
Bei QFE zeigt der Höhenmesser am Platz null an. Im Flug zeigt er dann die Höhe über dem Platzniveau.
Wann wechselt man beim Steigen von QNH auf das Standard-Setting?
Beim Durchsteigen der Transition Altitude stellt man auf das Standard-Setting 1013 um und fliegt fortan Flugflächen. Beim Sinken erfolgt der Wechsel am Transition Level zurück auf QNH.
Höhenmesserfehler bei Druck und Temperatur 2 min
Ein Höhenmesser rechnet mit dem eingestellten Druck und der ISA-Temperatur. Stimmt die reale Welt nicht damit überein, weicht die wahre Höhe von der angezeigten ab. Zwei Merksätze fassen die Gefahr zusammen.
„From high to low, look out below": Fliegst du aus einem Gebiet hohen Luftdrucks in eines mit niedrigerem, ohne das QNH nachzustellen, zeigt der Höhenmesser mehr an, als du wahr fliegst. Du bist tiefer als gedacht. Dasselbe gilt für die Temperatur: „From hot to cold, look out below". In kälterer Luft als ISA ist die wahre Höhe niedriger als angezeigt.
Praktisch ist das im Winter und im Anflug auf Berge brisant: An einem sehr kalten Tag steht der Höhenmesser zu optimistisch, die echte Hindernisfreiheit ist geringer. Deshalb gibt es Temperaturkorrekturen für Anflugminima bei tiefen Temperaturen. Merke: zu warm ist sicherheitsunkritisch hoch, zu kalt ist gefährlich tief.
- Höhenmesser rechnet mit eingestelltem Druck und ISA-Temperatur
- From high to low, look out below: tiefer als angezeigt
- From hot to cold, look out below: in kalter Luft wahre Höhe niedriger
- Tiefe Temperaturen erfordern Höhenkorrektur bei Anflugminima
Übungsfragen (5)
Was bedeutet „From high to low, look out below"?
Fliegt man in ein Gebiet niedrigeren Drucks, ohne das QNH nachzustellen, zeigt der Höhenmesser zu viel an. Die wahre Höhe ist niedriger, also Vorsicht.
Wie wirkt sich Luft kälter als ISA auf die wahre Höhe aus?
In kälterer Luft als ISA ist die wahre Höhe niedriger als die angezeigte. „From hot to cold, look out below" warnt genau davor.
In welcher Situation ist der Höhenmesserfehler besonders kritisch?
An sehr kalten Tagen steht der Höhenmesser zu hoch, die Hindernisfreiheit ist real geringer. Im Gebirge sind deshalb Temperaturkorrekturen der Minima nötig.
Was bedeutet sinngemäß „from hot to cold" für die wahre Höhe?
Fliegt man in kältere Luft, ohne dies zu berücksichtigen, ist man tatsächlich tiefer als angezeigt. Wie beim Flug in tieferen Druck gilt: Vorsicht, man ist zu tief.
Warum ist im Winter im Gebirge eine Temperaturkorrektur der Höhe wichtig?
Bei sehr tiefen Temperaturen liegt die wahre Höhe deutlich unter der angezeigten. Im Gebirge muss man die Mindesthöhen nach oben korrigieren, um genug Hindernisabstand zu behalten.
Wahre Höhe und Temperaturkorrektur 2 min
Die angezeigte Höhe (bei korrektem QNH) und die wahre Höhe über MSL sind nur in ISA-Bedingungen identisch. Sobald die mittlere Temperatur der Luftsäule von der ISA abweicht, dehnt oder staucht sich diese Säule, und die wahre Höhe verschiebt sich.
In wärmerer Luft als ISA ist die Luftsäule gedehnt: Die wahre Höhe liegt über der angezeigten, ein komfortabler Fehler. In kälterer Luft ist die Säule gestaucht: Die wahre Höhe liegt unter der angezeigten, der gefährliche Fall. Faustwert für Überschlagsrechnungen: etwa 4 ft pro 1000 ft Höhe und pro 1 °C Abweichung von der ISA.
Beispiel: 5000 ft angezeigt, ISA-15 °C. Korrektur grob 4 × 5 × 15 = 300 ft, die du in kalter Luft abziehen musst, also rund 4700 ft wahre Höhe. Im Reiseflug auf Standarddruck ist das für die Staffelung egal (alle haben denselben Fehler), für Hindernisfreiheit im Anflug aber sehr wohl relevant.
- Angezeigte = wahre Höhe nur unter ISA-Bedingungen
- Wärmer als ISA: wahre Höhe höher (unkritisch)
- Kälter als ISA: wahre Höhe niedriger (kritisch)
- Faustwert: ~4 ft pro 1000 ft und pro 1 °C ISA-Abweichung
Übungsfragen (5)
Wann stimmen angezeigte und wahre Höhe exakt überein?
Der Höhenmesser ist auf die ISA kalibriert. Nur wenn die reale mittlere Temperatur der ISA entspricht, sind angezeigte und wahre Höhe gleich.
In Luft wärmer als ISA gilt für die wahre Höhe …
Warme Luft dehnt die Säule, die wahre Höhe liegt über der angezeigten. Das ist der sicherheitsunkritische Fall.
Welcher Faustwert dient der Temperaturkorrektur der Höhe?
Als grobe Regel rechnet man rund 4 ft pro 1000 ft Höhe und pro 1 °C Abweichung von der ISA. In kalter Luft wird der Betrag abgezogen.
Bei −10 °C Temperaturabweichung in 3000 ft über dem Platz: wie groß ist der Höhenfehler nach der 4-ft-Faustregel grob?
Faustregel: 4 ft pro 1000 ft pro °C Abweichung. 4 × 3 × 10 ergibt rund 120 ft, um die man bei Kälte zu tief ist.
Warum liegt die Druckfläche in warmer Luft höher (Säule gedehnt)?
Warme Luft ist weniger dicht, der Druck nimmt langsamer mit der Höhe ab. Eine bestimmte Druckfläche liegt daher höher, die Luftsäule ist gedehnt.
Entstehung von Wind: Druckgradient & Coriolis 2 min
Wind startet als simple Ausgleichsbewegung: Die Druckgradientkraft schiebt Luft vom hohen zum tiefen Druck, senkrecht zu den Isobaren. Würde nur sie wirken, bliese der Wind direkt ins Tief hinein.
Doch die Erde dreht sich, und das erzeugt die Corioliskraft, eine Scheinkraft, die bewegte Luft auf der Nordhalbkugel nach rechts ablenkt (auf der Südhalbkugel nach links). Sie wirkt senkrecht zur Bewegung, wächst mit der Windgeschwindigkeit und ist am Äquator null, an den Polen maximal.
Das Zusammenspiel ist der Schlüssel: Die Druckgradientkraft beschleunigt die Luft, die Corioliskraft dreht sie zunehmend ab, bis sich beide die Waage halten. Das Ergebnis weht nicht ins Tief, sondern parallel zu den Isobaren. Genau dieses Gleichgewicht beschreibt die nächste Lektion als geostrophischen Wind.
- Druckgradientkraft: vom hohen zum tiefen Druck, senkrecht zu den Isobaren
- Corioliskraft lenkt ab: Nordhalbkugel nach rechts, Südhalbkugel nach links
- Coriolis wirkt senkrecht zur Bewegung, am Äquator null, an Polen maximal
- Im Gleichgewicht weht der Wind parallel zu den Isobaren
Übungsfragen (5)
In welche Richtung wirkt die Druckgradientkraft?
Die Druckgradientkraft schiebt Luft vom hohen zum tiefen Druck, gerichtet senkrecht zu den Isobaren. Sie ist der Antrieb des Windes.
Wie lenkt die Corioliskraft den Wind auf der Nordhalbkugel ab?
Auf der Nordhalbkugel lenkt die Corioliskraft bewegte Luft nach rechts ab. Auf der Südhalbkugel ist es nach links.
Wo ist die Corioliskraft am stärksten?
Die Corioliskraft ist am Äquator null und nimmt zu den Polen hin zu, wo sie ihr Maximum erreicht.
Wovon hängt die Stärke der Druckgradientkraft ab?
Die Druckgradientkraft ist umso größer, je enger die Isobaren liegen. Sie ist der grundlegende Antrieb des Windes.
Hängt die Corioliskraft von der Windgeschwindigkeit ab?
Die Corioliskraft ist proportional zur Windgeschwindigkeit und zum Sinus der geografischen Breite. Sie ist null am Äquator und am stärksten an den Polen.
Geostrophischer Wind & Gradientwind 2 min
Der geostrophische Wind ist der Idealfall bei geraden Isobaren in der freien Atmosphäre, also fern vom Boden. Druckgradientkraft und Corioliskraft halten sich exakt die Waage, der Wind weht reibungsfrei parallel zu den Isobaren mit konstanter Geschwindigkeit.
Sind die Isobaren gekrümmt, kommt die Zentrifugalkraft ins Spiel und wir sprechen vom Gradientwind. Um ein Tief (zyklonal gekrümmt) wirkt die Zentrifugalkraft nach außen und schwächt den Effekt, der Gradientwind ist subgeostrophisch, also langsamer als der geostrophische. Um ein Hoch (antizyklonal) verstärkt sich der Effekt, der Wind ist supergeostrophisch.
Daraus folgt eine nützliche Merkregel für die Höhenströmung: Bei gleichem Isobarenabstand weht der Wind um ein Hoch tendenziell stärker als um ein Tief. In der Praxis liest man die Höhenwinde aber ohnehin aus WINTEM-Karten, das Konzept hilft, sie zu verstehen.
- Geostrophischer Wind: gerade Isobaren, Gradient- und Corioliskraft im Gleichgewicht
- Gradientwind: gekrümmte Isobaren, zusätzlich Zentrifugalkraft
- Um ein Tief subgeostrophisch (langsamer), um ein Hoch supergeostrophisch (schneller)
- Gilt in der freien Atmosphäre ohne Bodenreibung
Übungsfragen (5)
Wodurch ist der geostrophische Wind definiert?
Der geostrophische Wind herrscht bei geraden Isobaren in der reibungsfreien Atmosphäre, wenn sich Druckgradient- und Corioliskraft genau ausgleichen.
Welche zusätzliche Kraft wirkt beim Gradientwind?
Bei gekrümmten Isobaren kommt die Zentrifugalkraft hinzu. Sie macht den Gradientwind um Tiefs subgeostrophisch und um Hochs supergeostrophisch.
Wie verhält sich der Gradientwind um ein Tiefdruckgebiet?
Um ein Tief wirkt die Zentrifugalkraft nach außen, der Druckgradient muss mehr ausgleichen, der Wind wird subgeostrophisch, also langsamer als der geostrophische.
Wie verhält sich der Gradientwind um ein Hoch im Vergleich zum geostrophischen Wind?
Um ein Hoch ist der Gradientwind supergeostrophisch, also etwas schneller als der geostrophische, und strömt antizyklonal (auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn).
Buys-Ballot-Regel auf der Nordhalbkugel: Wind im Rücken, wo liegt das Tief?
Steht der Wind auf der Nordhalbkugel im Rücken, liegt der tiefe Druck links und der hohe rechts. Das ist die Buys-Ballot-Regel.
Bodenwind vs. Höhenwind 2 min
In der Höhe weht der Wind reibungsfrei parallel zu den Isobaren. Am Boden kommt die Reibung dazu, und sie verändert den Wind in zwei Punkten: Sie bremst ihn, und sie lässt ihn etwas zum tiefen Druck eindrehen, statt rein parallel zu wehen.
Wie stark, hängt von der Oberfläche ab. Über Land mit Bäumen und Gebäuden ist die Reibung groß, der Wind dreht um etwa 30 Grad ein und wird deutlich gebremst. Über glatter See ist die Reibung gering, das Eindrehen beträgt nur rund 10 bis 15 Grad und der Wind bleibt kräftiger.
Beim Steigen verschwindet die Reibung: Der Wind dreht auf der Nordhalbkugel nach rechts (veers) und nimmt zu. Für den Anflug heißt das, dass der Wind in der Platzrunde anders weht als am Boden gemeldet, ein wichtiger Punkt für die Einschätzung von Seiten- und Rückenwindkomponenten.
- Reibung bremst den Bodenwind und lässt ihn zum Tief eindrehen
- Über Land ~30°, über See ~10–15° Eindrehung
- Mit der Höhe dreht der Wind rechts (veers) und nimmt zu (Nordhalbkugel)
- Bodenwind weicht in Stärke und Richtung vom Höhenwind ab
Übungsfragen (5)
Wie verändert die Bodenreibung den Wind?
Reibung verlangsamt den Bodenwind und lässt ihn zum tieferen Druck eindrehen, statt rein parallel zu den Isobaren zu wehen.
Wie groß ist die Eindrehung des Windes über Land typischerweise?
Über Land ist die Reibung groß, der Wind dreht um rund 30° zum Tief ein. Über glatter See sind es nur etwa 10 bis 15°.
Was passiert mit dem Wind beim Steigen auf der Nordhalbkugel?
Mit zunehmender Höhe lässt die Reibung nach, der Wind dreht nach rechts (veers) und wird stärker, bis er dem reibungsfreien Höhenwind entspricht.
Wie groß ist die Eindrehung des Windes über See im Vergleich zu Land?
Über glatter See ist die Reibung geringer, der Wind dreht nur um rund 10 bis 15 Grad ein. Über raues Land sind es eher 30 Grad, und er wird stärker gebremst.
Warum frischt der Bodenwind tagsüber oft auf und dreht?
Tagsüber durchmischt die Konvektion die Grenzschicht und holt schnelleren Höhenwind nach unten. Der Bodenwind frischt auf und dreht etwas, abends beruhigt er sich wieder.
Luftdruck messen: Barometer & Einheiten 2 min
Luftdruck ist das Gewicht der Luftsäule über dir — aber wie wiegt man Luft? Torricelli fand 1643 den Trick: Er stürzte ein oben geschlossenes, mit Quecksilber gefülltes Rohr in eine Quecksilberschale. Das Quecksilber sackte so weit ab, bis das Gewicht der verbliebenen Säule genau dem Luftdruck die Waage hielt. Über dem Quecksilber blieb ein Vakuum. Die Höhe der Säule misst direkt den Luftdruck — das ist das Quecksilberbarometer, in der Präzisionsbauform Fortin-Barometer genannt.
Daher stammen die merkwürdigen Druckeinheiten: Auf Meereshöhe trägt die Atmosphäre eine 760 mm hohe Quecksilbersäule, im angloamerikanischen Raum 29,92 Zoll. Der Standardwert auf Meereshöhe lautet also 1013,25 hPa = 760 mmHg = 29,92 inHg. Die SI-Einheit ist das Pascal: 1 Pa ist die Kraft von 1 Newton auf 1 m². Weil das winzig ist, multipliziert die Meteorologie mit 100 und nutzt das Hektopascal (hPa), das zahlenmäßig dem früheren Millibar entspricht.
Quecksilber ist im Cockpit unpraktisch. Das Aneroid- oder Dosenbarometer nutzt stattdessen luftleer gepumpte Metalldosen (Vidi-Dosen), die sich bei Druckänderung verformen; ein Hebelwerk verstärkt das und treibt einen Zeiger. Genau dieses Prinzip steckt im Höhenmesser. Zeichnet ein Aneroid seinen Verlauf mit einer Schreibfeder auf eine Trommel, entsteht der Barograph — die Druckkurve über Tage, ideal um Wetterumschwünge abzulesen.
- Quecksilberbarometer (Torricelli/Fortin): Säulenhöhe misst direkt den Luftdruck, oben Vakuum
- Standard MSL: 1013,25 hPa = 760 mmHg = 29,92 inHg
- 1 Pa = 1 N/m²; 1 hPa = 100 Pa und entspricht zahlenmäßig dem alten Millibar
- Aneroid-/Dosenbarometer (Vidi-Dosen) = Prinzip des Höhenmessers; mit Schreibfeder = Barograph
Übungsfragen (5)
Was misst beim Quecksilberbarometer direkt den Luftdruck?
Der Luftdruck hält die Quecksilbersäule im Gleichgewicht. Je höher der Druck, desto höher steht die Säule; ihre Höhe ist damit das direkte Maß für den Luftdruck.
Welche Werte entsprechen dem Standard-Luftdruck auf Meereshöhe?
Der ISA-Standarddruck auf Meereshöhe ist 1013,25 hPa, gleichbedeutend mit 760 mmHg oder 29,92 inHg. Diese drei Zahlen solltest du sicher verknüpfen können.
Was ist 1 Pascal physikalisch?
1 Pa ist 1 N/m². Weil dieser Wert sehr klein ist, rechnet die Meteorologie in Hektopascal (1 hPa = 100 Pa), was zahlenmäßig dem alten Millibar entspricht.
Welches Messprinzip steckt im Höhenmesser eines Flugzeugs?
Der Höhenmesser ist ein Aneroid-Barometer: Luftleere Dosen dehnen sich oder werden zusammengedrückt, ein Hebelwerk überträgt das auf den Zeiger. Quecksilber wäre im Flug unbrauchbar.
Was liefert ein Barograph?
Ein Barograph ist ein Aneroid mit Schreibfeder auf einer langsam drehenden Trommel. Er zeichnet die Druckkurve über Stunden oder Tage und macht Druckänderungen sichtbar.
Druck und Höhe: 27 ft pro hPa & die Standardflächen 2 min
Der Druck fällt mit der Höhe — aber nicht gleichmäßig. Unten ist die Luft dicht gepackt, oben dünn. Bildlich: Im untersten Stockwerk eines Bücherstapels lasten viele Bücher, ein einzelnes herauszunehmen ändert die Höhe kaum; ganz oben fehlt fast nichts mehr. Deshalb nimmt der Druck exponentiell ab: nahe dem Boden schnell, in großer Höhe nur noch langsam.
Für die Praxis merkt man sich die Übersetzung Druck → Höhe. In Bodennähe entspricht 1 hPa rund 27 ft (etwa 8 m) Höhenunterschied. Genau diese Zahl steckt in jeder Altimeter-Rechnung. Mit der Höhe wird die Luft dünner, und dieselbe 1-hPa-Stufe überspannt immer mehr Meter: In rund 5500 m (FL180) sind es schon etwa 50 ft pro hPa. Als grobe Ankerwerte: Auf Meereshöhe rund 1013 hPa, in etwa 15 km nur noch ein Zehntel davon (~100 hPa), in 30 km nochmals ein Zehntel.
Im oberen Luftraum dreht man den Spieß um und benennt die Höhe nach ihrem Druck. Diese Standard-Druckflächen solltest du im Schlaf zuordnen: 850 hPa ≈ 5000 ft (FL050), 700 hPa ≈ 10 000 ft (FL100), 500 hPa ≈ 18 000 ft (FL180), 300 hPa ≈ FL300, 250 hPa ≈ FL340, 200 hPa ≈ FL390. Die 500-hPa-Fläche um FL180 ist die wichtigste Höhenwetterkarte überhaupt — sie steuert die großräumige Strömung.
- Druck nimmt mit der Höhe exponentiell ab: unten schnell, oben langsam
- Bodennähe: 1 hPa ≈ 27 ft (≈ 8 m); in großer Höhe wächst dieser Wert (FL180 ≈ 50 ft/hPa)
- Ankerwerte: ~1013 hPa MSL, ~100 hPa in 15 km, ~10 hPa in 30 km
- Standardflächen: 850 = FL050, 700 = FL100, 500 = FL180, 300 = FL300, 250 = FL340, 200 = FL390
Übungsfragen (5)
Wie ändert sich der Luftdruck mit der Höhe?
Weil die Luft unten dicht und oben dünn ist, fällt der Druck nahe dem Boden rasch und in großer Höhe nur noch langsam — eine exponentielle Abnahme.
Welcher Höhe entspricht in Bodennähe näherungsweise 1 hPa Druckänderung?
In Bodennähe entspricht 1 hPa rund 27 ft oder etwa 8 m. Dieser Wert ist die Basis aller Höhenmesser-Einstellrechnungen im Bereich 950–1050 hPa.
Wie verändert sich der Höhenbetrag pro hPa mit zunehmender Höhe?
Mit der Höhe wird die Luft dünner, dieselbe 1-hPa-Stufe überspannt also mehr Meter. In rund 5500 m (FL180) sind es schon etwa 50 ft pro hPa.
Welcher Flugfläche entspricht näherungsweise die 500-hPa-Druckfläche?
Die 500-hPa-Fläche liegt bei etwa 18 000 ft, also FL180. Sie ist die zentrale Höhenwetterkarte, an der die großräumige Strömung abgelesen wird.
Welche Druckfläche entspricht ungefähr FL100 (10 000 ft)?
Die 700-hPa-Fläche liegt bei rund 10 000 ft, also FL100. Zur Einordnung: 850 hPa ≈ FL050, 500 hPa ≈ FL180, 300 hPa ≈ FL300.
QNH, QFE und QFF: rechnen statt raten 2 min
In Lektion 2.2 ging es darum, was die Einstellungen bedeuten. Jetzt rechnen wir mit ihnen. Der Schlüssel ist eine einzige Faustzahl aus der letzten Lektion: im Bereich 950–1050 hPa gilt 1 hPa ≈ 27 ft. Damit lässt sich jede Einstellung in eine Höhe und zurück übersetzen.
Das QFE ist der gemessene Druck am Platz selbst — eingestellt zeigt der Höhenmesser dort null. Das QNH rechnet diesen Druck auf Meereshöhe herunter, damit der Höhenmesser am Boden die Platzelevation zeigt. Die Brücke: QNH = QFE + (Elevation in ft ÷ 27) in hPa, abgerundet auf das ganze Hektopascal. Beispiel Orly: QFE 1010 hPa, Elevation 291 ft → 291 ÷ 27 ≈ 11 hPa → QNH ≈ 1020 hPa. Wichtige Faustregel für die Anzeige: Setting hoch → Anzeige hoch. Drehst du einen höheren Druck ins Fenster, klettert die angezeigte Höhe; ein niedrigerer Wert senkt sie.
Eine Feinheit für die Theorie: Der Unterschied zwischen QFE und QNH ist nicht konstant, sondern größer bei hohem Druck (Hochdruck/Antizyklone), weil dort jede 1-hPa-Stufe etwas anders wiegt. Und schließlich das oft verwechselte QFF: Es ist ebenfalls der auf Meereshöhe reduzierte Druck, aber mit der echten Temperatur und Feuchte der Luftsäule gerechnet statt mit der ISA. Das QFF (in den USA „SLP", Sea Level Pressure) steht auf Bodenwetterkarten und in Wettermeldungen — in der Fliegerei stellst du aber QNH ein, nie QFF.
- Rechenbasis: 1 hPa ≈ 27 ft (Bereich 950–1050 hPa)
- QNH = QFE + (Elevation/27), abgerundet auf ganze hPa
- Setting hoch → Anzeige hoch; Setting runter → Anzeige runter
- QFF = sea-level pressure mit echter Temperatur/Feuchte (Wetterkarte, „SLP"); QNH wird geflogen, nicht QFF
Übungsfragen (5)
Ein Platz hat QFE 1005 hPa und 540 ft Elevation. Welches QNH ergibt sich grob (27 ft/hPa)?
540 ft ÷ 27 ≈ 20 hPa. QNH = QFE + 20 = 1005 + 20 = 1025 hPa. Das QNH ist höher als das QFE, weil es auf den tieferen Meeresspiegel reduziert wird.
Du drehst einen höheren Druckwert ins Höhenmesserfenster. Was passiert mit der angezeigten Höhe?
Setting hoch, Anzeige hoch: Ein größerer eingestellter Druck lässt die angezeigte Höhe ansteigen. Umgekehrt senkt ein kleinerer Wert die Anzeige.
Wodurch unterscheidet sich das QFF vom QNH?
Das QFF rechnet wie das QNH auf Meereshöhe herunter, nutzt dafür aber die tatsächlichen Luftsäulenbedingungen. Es steht auf Bodenwetterkarten (USA: „SLP"), geflogen wird jedoch QNH.
Bei welcher Wetterlage ist der Unterschied zwischen QFE und QNH am größten?
Weil der Druck nicht linear mit der Höhe abnimmt, fällt die Differenz QFE–QNH bei hohem Druck größer aus. Im Hochdruckgebiet ist sie also am ausgeprägtesten.
Was zeigt der Höhenmesser am Boden bei korrekt eingestelltem QFE?
QFE ist der Druck am Platz selbst. Eingestellt zeigt der Höhenmesser dort null und im Flug die Höhe über dem Platzniveau.
Höhenwetterkarten: Geopotential & Isohypsen 2 min
Eine Bodenwetterkarte fragt: Wie hoch ist der Druck an einem festen Ort? Eine Höhenwetterkarte dreht das clever um und fragt: In welcher Höhe liegt eine feste Druckfläche, etwa die 500 hPa? Statt Druck auf gleicher Höhe trägt man also die Höhe einer Druckfläche auf. Die Linien gleicher Höhe heißen Isohypsen (Höhenlinien, Konturen) — das Pendant zu den Isobaren am Boden.
Gemessen wird diese Höhe im geopotentiellen Meter (gpm). Das ist kein Längenmaß, sondern ein Maß für die Hubarbeit gegen die Schwerkraft; in der Praxis ist 1 gpm aber praktisch gleich 1 geometrischer Meter (1 gpm = 9,8 J/kg). Auf einer 500-hPa-Karte liegen die Konturen typisch um 5500 gpm und sind im Abstand von 40 gpm (auf großen Karten 120 gpm) gezeichnet. Du musst die Werte nicht herleiten — merke dir: Isohypse verhält sich zu Isobare wie Höhe zu Druck.
Die Übersetzung ist einfach und prüfungsrelevant: Wo die Druckfläche hoch liegt (hohes Geopotential, ein „Hügel"), herrscht relativ hoher Druck = H; wo sie tief durchhängt (tiefes Geopotential, ein „Tal"), herrscht relativ tiefer Druck = L. Daraus folgt ein wichtiger Zusammenhang mit der Temperatur: Tiefs in der Höhe sind mit kalter Luft verbunden (Kaltlufttropfen, „cold-core low"), Höhenhochs mit warmer Luft. Weil kalte Luft die Säule staucht, verlagert sich ein Tief mit zunehmender Höhe zur Kaltluftseite, ein Hoch zur Warmluftseite.
- Höhenwetterkarte zeigt die Höhe einer Druckfläche (z. B. 500 hPa), nicht den Druck
- Isohypsen = Linien gleicher Höhe (geopotentielle Meter); Pendant zu Isobaren
- 1 gpm ≈ 1 geometrischer Meter; hohes Geopotential = H, tiefes = L
- Höhentiefs sind kalt (cold-core), Höhenhochs warm; das System verlagert sich mit der Höhe zur passenden Temperaturseite
Übungsfragen (5)
Was stellt eine Höhenwetterkarte (z. B. 500 hPa) dar?
Statt Druck auf gleicher Höhe trägt die Höhenkarte die Höhe einer festen Druckfläche auf. Auf der 500-hPa-Karte sieht man, wo diese Fläche höher oder tiefer liegt.
Was sind Isohypsen?
Isohypsen verbinden Punkte gleicher geopotentieller Höhe einer Druckfläche. Sie sind das Höhenkarten-Pendant zu den Isobaren der Bodenkarte.
Wie groß ist ein geopotentielles Meter näherungsweise im Vergleich zum geometrischen Meter?
Das geopotentielle Meter ist ein Maß der Hubarbeit (1 gpm = 9,8 J/kg), entspricht zahlenmäßig aber praktisch dem geometrischen Meter. Für die Praxis darf man sie gleichsetzen.
Hohes Geopotential auf einer Höhenkarte entspricht …
Wo die Druckfläche hoch liegt (ein „Hügel" aus hohem Geopotential), herrscht relativ hoher Druck, gekennzeichnet mit H. Tiefes Geopotential ist ein „Tal" mit tiefem Druck (L).
Welche Luftmasse ist typischerweise mit einem Höhentief verbunden?
Höhentiefs sind kalt: Kalte Luft staucht die Säule, die Druckfläche hängt durch. Höhenhochs sind dagegen warm. Mit der Höhe verlagert sich ein Tief zur Kaltluft-, ein Hoch zur Warmluftseite.
Düseneffekt im Tal: Bernoulli am Gelände 2 min
Halte den Daumen halb vor einen Gartenschlauch: Der Strahl wird schneller. Genau das macht das Gelände mit Wind. Wird Luft durch ein Tal, eine Meerenge oder zwischen zwei Bergen gepresst, muss dieselbe Luftmenge durch einen engeren Querschnitt — also beschleunigt sie. Das ist der Düsen- oder Venturi-Effekt, und er erklärt, warum es in Engstellen wie dem Rhônetal (Mistral) so brutal zugehen kann.
Dahinter steckt das Bernoulli-Prinzip: In einer Strömung gilt grob „schneller = niedrigerer Druck". Vereinfacht ½·ρ·v² + p = konstant. Wo die Luft im Tal beschleunigt, fällt also der statische Druck. Für die Fliegerei heißt das zweierlei: Erstens nimmt die Windgeschwindigkeit in der Engstelle deutlich zu — mit Böen und Scherung. Zweitens drücken die niedrigeren Drücke die Druckflächen näher an den Boden, sodass dein Höhenmesser über solchem Gelände tückisch reagieren kann.
Die praktische Konsequenz steht im Lehrbuch klar: Mehr Geschwindigkeit bedeutet mehr Turbulenz, und die isobaren Flächen senken sich in Bodennähe ab. Deshalb vergrößert man den Sicherheitsabstand zum Gelände, wenn man in beschleunigter Strömung dicht über Hindernissen fliegt. Im Gebirge ist Talwind selten der harmlose laue Hauch, den die Karte vermuten lässt.
- Düseneffekt: Wind durch Tal/Engstelle wird beschleunigt (Querschnitt verengt sich)
- Bernoulli: ½·ρ·v² + p = konstant → schnellere Strömung = niedrigerer Druck
- Folge: kräftigerer, böiger Wind und mehr Turbulenz in der Engstelle
- Isobare Flächen senken sich ab → Sicherheitsabstand zum Gelände vergrößern
Übungsfragen (5)
Was passiert mit Wind, der durch ein enges Tal gepresst wird?
Dieselbe Luftmenge muss durch einen engeren Querschnitt, daher beschleunigt die Strömung. Das ist der Düsen- oder Venturi-Effekt, etwa beim Mistral im Rhônetal.
Was besagt das Bernoulli-Prinzip vereinfacht über schnelle Strömung?
Nach Bernoulli (½·ρ·v² + p = konstant) sinkt der statische Druck dort, wo die Strömung schneller ist. In der beschleunigten Talströmung fällt also der Druck.
Welche Flugwettergefahr nimmt in einer beschleunigten Talströmung zu?
Mit der höheren Geschwindigkeit steigt die Turbulenz, der Wind wird kräftiger und böiger. Genau das macht Talwind im Gebirge tückisch.
Wie reagieren die isobaren Flächen über Gelände mit beschleunigter Strömung?
Weil der Druck in der schnellen Strömung fällt, drücken die isobaren Flächen näher an den Boden. Über solchem Gelände kann der Höhenmesser entsprechend reagieren.
Welche praktische Konsequenz zieht man aus dem Düseneffekt im Gebirge?
Weil Turbulenz und absinkende Druckflächen die Lage über dem Gelände verschärfen, vergrößert man bei beschleunigter Strömung den Sicherheitsabstand zu Hindernissen.
Wind definieren & messen: Einheiten, Mittelung, Windfahnen 2 min
Bevor man über Wind rechnet, muss man wissen, was genau gemeint ist. Wind ist der horizontale Bewegungsvektor der Luft — Vertikalbewegung nennt man stattdessen Auf- oder Absteigen. Und Achtung, die Konvention ist auf den ersten Blick unlogisch: Die Windrichtung gibt an, woher der Wind kommt, nicht wohin er weht. Ein Nordwind kommt aus Norden und strömt nach Süden. Eselsbrücke: Die kalten Winde sind nach ihrer Herkunft benannt, nicht nach ihrem Ziel.
Die Geschwindigkeit kommt in der Fliegerei meist in Knoten (kt = NM/h, mit 1 NM = 1852 m). Die handlichen Umrechnungen solltest du im Kopf haben: 1 kt ≈ 0,5 m/s ≈ 2 km/h, oder umgekehrt 1 m/s ≈ 2 kt ≈ 4 km/h. Gemessen wird mit zwei Instrumenten: dem Anemometer für die Stärke und der Windfahne für die Richtung, üblicherweise in 10 m Höhe über freiem Gelände, um Bodenhindernisse auszublenden. Linien gleicher Windgeschwindigkeit auf Höhenkarten heißen Isotachen.
Welcher Mittelwert berichtet wird, hängt vom Zweck ab — und das wird gern geprüft: Der synoptische Wind (Wettermeldungen, METAR) wird über 10 Minuten gemittelt und auf geografisch Nord bezogen; im METAR wird zusätzlich eine Bö gemeldet, sobald die Spitze den Mittelwert um 10 kt übersteigt. Der vom Tower für Start und Landung gemeldete aeronautische Wind dagegen wird nur über 2 Minuten gemittelt und auf magnetisch Nord bezogen — er reagiert schneller und passt zur Pistenausrichtung. Auf Karten zeigen Windfähnchen mit ihren Federn die Stärke an (halbe Feder 5 kt, ganze Feder 10 kt, Wimpel 50 kt) und weisen stets zum tiefen Druck.
- Wind = horizontaler Vektor; Richtung gibt an, woher der Wind kommt
- 1 kt ≈ 0,5 m/s ≈ 2 km/h; 1 m/s ≈ 2 kt ≈ 4 km/h; 1 NM = 1852 m
- Messung: Anemometer (Stärke) + Windfahne (Richtung) in 10 m; Isotachen = Linien gleicher Windstärke
- Synoptisch/METAR: 10-min-Mittel, geogr. Nord, Bö ab +10 kt; Tower: 2-min-Mittel, magnet. Nord
Übungsfragen (5)
Was bedeutet die Angabe „Nordwind"?
Die Windrichtung benennt immer die Herkunft. Ein Nordwind kommt aus Norden und strömt nach Süden.
Welche Umrechnung stimmt näherungsweise?
Als Faustwerte gelten 1 m/s ≈ 2 kt ≈ 4 km/h, gleichbedeutend mit 1 kt ≈ 0,5 m/s ≈ 2 km/h. Damit lässt sich jede Windangabe schnell umrechnen.
Über welchen Zeitraum und welchen Nordbezug wird der synoptische Wind (METAR) gemittelt?
Der synoptische Wind im METAR wird über 10 Minuten gemittelt und auf geografisch (wahr) Nord bezogen. Der vom Tower gemeldete Wind dagegen über 2 Minuten und auf magnetisch Nord.
Ab welcher Differenz zum Mittelwind wird im METAR eine Bö (gust) gemeldet?
Eine Bö wird gemeldet, sobald die maximale Windspitze den 10-Minuten-Mittelwert um 10 kt oder mehr übertrifft.
Was sind Isotachen?
Isotachen verbinden Punkte gleicher Windgeschwindigkeit. Auf Höhenkarten machen sie etwa die Lage und Stärke der Jetstreams sichtbar.
Reibungsschicht, Ekman-Spirale & Breiteneffekt 2 min
In der vorigen Lektion drehte die Reibung den Bodenwind ein und bremste ihn. Hier setzen wir Zahlen dahinter. Die Reibungsschicht (planetare Grenzschicht) reicht im Mittel rund 1500 m hoch — je nach Bodenrauigkeit und Wetterlage zwischen etwa 500 und 3000 m. Darüber beginnt die freie Atmosphäre, in der die Reibung praktisch verschwindet und der Wind dem geostrophischen Ideal folgt.
Als grobe Faustwerte für die Windstärke am Boden: Über glatter See sind es rund 70 % des geostrophischen Windes, über rauem Land nur rund 50 %. Dazu die Eindrehung zum Tief von etwa 10° über See und 30° über Land aus der letzten Lektion. Steigt man auf, nimmt die Reibung schichtweise ab: Der Wind dreht nach rechts (Nordhalbkugel) und wird schneller, und zwar nicht abrupt, sondern als sanfte Drehung über die Höhe — diese Verteilung heißt Ekman-Spirale. Praktisch heißt das: Der gemeldete Bodenwind unterschätzt den Höhenwind in Stärke und liegt in der Richtung links davon.
Schließlich ein Effekt, der die geostrophische Theorie begrenzt: Der geostrophische Wind ist umgekehrt proportional zum Coriolis-Parameter, und der schrumpft zum Äquator hin gegen null. Bei gleichem Isobarenabstand weht der Wind in niedrigen Breiten daher stärker. Unterhalb von rund 20° Breite wird die Coriolis-Kraft so schwach, dass die geostrophische Näherung nicht mehr brauchbar ist — am Äquator selbst gibt es keinen geostrophischen Wind. Das ist auch der Grund, warum tropische Strömungssysteme anderen Regeln folgen als die Mittelbreiten.
- Reibungsschicht im Mittel ~1500 m (500–3000 m); darüber freie Atmosphäre ohne nennenswerte Reibung
- Bodenwind ≈ 70 % des geostrophischen über See, ≈ 50 % über Land
- Ekman-Spirale: mit der Höhe dreht der Wind nach rechts (NH) und nimmt zu
- Geostrophischer Wind ∝ 1/Coriolis: stärker in niedrigen Breiten, unbrauchbar unter ~20°
Übungsfragen (5)
Wie hoch reicht die Reibungsschicht (Grenzschicht) im Mittel?
Die Reibungs- oder Grenzschicht reicht im Mittel rund 1500 m hoch, abhängig von Bodenrauigkeit und Wetterlage zwischen etwa 500 und 3000 m. Darüber liegt die freie Atmosphäre.
Etwa wie viel Prozent des geostrophischen Windes erreicht der Bodenwind über Land?
Über rauem Land bremst die Reibung stark: Der Bodenwind erreicht nur rund 50 % des geostrophischen. Über glatter See sind es etwa 70 %.
Was beschreibt die Ekman-Spirale?
Mit abnehmender Reibung in der Höhe dreht der Wind auf der Nordhalbkugel nach rechts und wird stärker. Diese stetige Drehung über die Höhe nennt man Ekman-Spirale.
Wie verhält sich der geostrophische Wind mit der geografischen Breite bei gleichem Isobarenabstand?
Der geostrophische Wind ist umgekehrt proportional zum Coriolis-Parameter. Da dieser zum Äquator hin abnimmt, weht der Wind bei gleichem Gradienten in niedrigen Breiten stärker.
Warum ist die geostrophische Näherung in Äquatornähe unbrauchbar?
Die geostrophische Balance braucht eine wirksame Coriolis-Kraft. Unter etwa 20° Breite wird diese zu klein, am Äquator null, sodass die Näherung dort nicht mehr gilt.
Drucksysteme & globale Zirkulation
Antizyklonen (Hochdruckgebiete) 2 min
Im Hochdruckgebiet, der Antizyklone, sinkt großräumig Luft ab. Dieses Absinken (Subsidenz) komprimiert die Luft und erwärmt sie, wodurch sich in der Höhe eine Absinkinversion bildet. Sie wirkt als Deckel: Aufsteigende Bewegung wird unterdrückt, kräftige Quellwolken haben keine Chance.
Der Wettercharakter ist deshalb meist ruhig: schwache Druckgradienten, schwacher Wind, wenig Vertikalbewegung. Die Strömung läuft auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn um das Hoch (antizyklonal). Im Sommer bringt ein Hoch oft strahlenden Sonnenschein.
Im Winter zeigt sich die Kehrseite: Unter der Inversion sammeln sich Feuchte, Dunst und Kaltluft. Es entstehen zäher Hochnebel und schlechte Sichten, die tagelang halten können, während es oberhalb der Inversion sonnig ist. Ein Hoch heißt also nicht automatisch gutes Flugwetter.
- Hoch = absinkende Luft (Subsidenz), Erwärmung, Absinkinversion
- Inversion unterdrückt Konvektion: meist ruhiges Wetter
- Strömung antizyklonal (Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn)
- Winter: Hochnebel und Dunst unter der Inversion möglich
Übungsfragen (5)
Welche vertikale Luftbewegung herrscht in einem Hochdruckgebiet vor?
In der Antizyklone sinkt Luft großräumig ab. Die Subsidenz erwärmt die Luft und bildet eine Absinkinversion, die Konvektion unterdrückt.
In welche Richtung strömt die Luft um ein Hoch auf der Nordhalbkugel?
Auf der Nordhalbkugel strömt die Luft antizyklonal, also im Uhrzeigersinn, um ein Hochdruckgebiet.
Warum bringt ein Winterhoch nicht zwingend gutes Flugwetter?
Unter der Absinkinversion sammeln sich im Winter Feuchte und Kaltluft. Zäher Hochnebel und schlechte Sichten können tagelang bestehen bleiben.
In welche Richtung strömt die Luft um ein Hoch auf der Südhalbkugel?
Auf der Südhalbkugel ist der Drehsinn umgekehrt: Um ein Hoch strömt die Luft gegen den Uhrzeigersinn, um ein Tief im Uhrzeigersinn.
Warum bringt ein Sommerhoch oft gutes Flugwetter?
Im Hoch sinkt die Luft großräumig ab, das löst Wolken auf und bringt ruhiges Wetter mit guter Sicht. Bei stabiler Schichtung kann sich aber Dunst sammeln.
Nicht-frontale Tiefdruckgebiete 2 min
Nicht jedes Tief entsteht an einer Front. Das thermische Tief, auch Hitzetief, bildet sich, wenn sich der Boden stark erwärmt: Die Luft darüber dehnt sich aus, steigt auf und der Bodendruck fällt. Typisch über kontinentalen Landmassen im Sommer, oft schwach ausgeprägt und ortsfest.
Das orografische Leetief entsteht im Windschatten eines Gebirges. Strömt Luft über einen Gebirgszug, dehnt sie sich im Lee aus und es bildet sich ein dynamisches Tief auf der windabgewandten Seite, etwa das berühmte Genua-Tief südlich der Alpen.
Auch ein Trog, der gestreckte Tiefdruckkeil aus Lektion 2.1, gehört in diese Familie der Druckformen. Für die Praxis zählt: Diese Tiefs erzeugen Hebung und damit Wolken und Schauer, ohne dass eine klassische Front beteiligt sein muss.
- Hitzetief: thermisch durch Bodenerwärmung, Luft steigt, Druck fällt
- Leetief: dynamisch im Windschatten eines Gebirges (z. B. Genua-Tief)
- Trog = gestreckter Tiefdruckkeil
- Alle erzeugen Hebung und Wetter auch ohne Front
Übungsfragen (5)
Wie entsteht ein thermisches Tief (Hitzetief)?
Erwärmt sich der Boden stark, dehnt sich die Luft aus und steigt auf, der Bodendruck fällt. So bildet sich ein thermisches Tief, typisch über Land im Sommer.
Wo bildet sich ein orografisches Leetief?
Strömt Luft über ein Gebirge, entsteht auf der windabgewandten Seite ein dynamisches Tief, das Leetief. Ein bekanntes Beispiel ist das Genua-Tief südlich der Alpen.
Was haben nicht-frontale Tiefs gemeinsam?
Hitzetief, Leetief und Trog erzeugen aufsteigende Bewegung und damit Wolken und Schauer, auch ohne dass eine Front beteiligt ist.
Wo und wann bilden sich Hitzetiefs bevorzugt?
Hitzetiefs entstehen über stark erwärmten Landflächen, vor allem im Sommer, wenn aufsteigende warme Luft am Boden ein thermisches Tief erzeugt.
Welches Wetter herrscht tagsüber in einem thermischen Tief?
Im thermischen Tief steigt erwärmte Luft auf. Tagsüber bilden sich daher Quellwolken, bei genügend Feuchte auch Schauer oder Gewitter.
Globale Zirkulation & ITCZ 2 min
Die Sonne heizt den Äquator stärker als die Pole, und die Atmosphäre versucht, diese Wärme umzuverteilen. Daraus entsteht ein dreigliedriges Zellenmodell pro Halbkugel: die Hadley-Zelle (Äquator bis ca. 30°), die Ferrel-Zelle (ca. 30° bis 60°) und die Polar-Zelle (60° bis Pol).
Am Äquator steigt warme, feuchte Luft auf, das schafft eine Tiefdruckrinne mit viel Konvektion: die Innertropische Konvergenzzone (ITCZ), erkennbar als Band aus Schauern und Gewittern. Die aufgestiegene Luft sinkt bei rund 30° wieder ab und bildet die subtropischen Hochdruckgürtel mit Wüstenklima.
Zwischen diesen Druckgürteln entstehen die globalen Windsysteme: die Passatwinde von den Subtropenhochs zur ITCZ und die Westwinde der mittleren Breiten. Dieses Grundmuster erklärt, warum unser Wetter in Europa überwiegend aus West kommt.
- Drei Zellen pro Halbkugel: Hadley, Ferrel, Polar
- Äquator: aufsteigende Luft, Tiefdruckrinne, ITCZ mit Schauern/Gewittern
- Bei ~30°: absinkende Luft, subtropische Hochs, Wüstengürtel
- Passatwinde zur ITCZ, Westwinde in den mittleren Breiten
Übungsfragen (5)
Wie heißen die drei Zirkulationszellen pro Halbkugel?
Das globale Zirkulationsmodell besteht pro Halbkugel aus der Hadley-, der Ferrel- und der Polar-Zelle, die zusammen Wärme vom Äquator zum Pol transportieren.
Was kennzeichnet die Innertropische Konvergenzzone (ITCZ)?
An der ITCZ konvergieren die Passatwinde, warme feuchte Luft steigt auf, es entsteht ein Band aus konvektiven Schauern und Gewittern.
Was findet sich bei rund 30° Breite?
Die in der Hadley-Zelle aufgestiegene Luft sinkt bei etwa 30° ab und bildet die subtropischen Hochdruckgürtel, in deren Bereich die großen Wüsten liegen.
Wie verlagert sich die ITCZ im Jahresverlauf?
Die ITCZ folgt mit Verzögerung dem höchsten Sonnenstand. Im Nordsommer verlagert sie sich nach Norden, im Südsommer nach Süden.
Welche Windsysteme prägen die mittleren Breiten?
In den mittleren Breiten herrschen die Westwinde, die zur Ferrel-Zelle gehören. Mit ihnen ziehen die Tiefdruckgebiete von West nach Ost.
Lokale Windsysteme 2 min
Lokale Winde entstehen aus kleinräumigen Temperatur- und Geländeunterschieden. Der Föhn ist der klassische Fall: Luft wird über ein Gebirge gehoben, regnet sich auf der Luvseite ab (feuchtadiabatische Abkühlung) und sinkt im Lee trockenadiabatisch ab. Weil trockene Luft schneller erwärmt, kommt im Lee ein warmer, trockener, böiger Fallwind an, oft mit hervorragender Fernsicht.
An Küsten wechselt der Wind im Tagesgang: Tagsüber erwärmt sich das Land schneller als das Meer, die Luft über Land steigt auf und kühle Seeluft strömt nach (Seewind). Nachts kehrt sich das um, das Land kühlt schneller aus und es weht ein schwächerer Landwind aufs Meer hinaus.
Im Gebirge gilt Ähnliches: Tagsüber heizen sich die Hänge auf, warme Luft strömt hangaufwärts (Talwind). Nachts fließt abgekühlte, schwere Luft hangabwärts (Bergwind). Eine kräftigere Variante sind katabatische Winde, kalte Fallwinde, die etwa von Gletschern oder Hochplateaus schwerkraftgetrieben abwärtsstürzen.
- Föhn: Aufgleiten und Abregnen im Luv, warm-trockener Fallwind im Lee
- Seewind tagsüber (vom Meer zum Land), Landwind nachts (umgekehrt)
- Talwind tagsüber hangaufwärts, Bergwind nachts hangabwärts
- Katabatische Winde: kalte, schwerkraftgetriebene Fallwinde
Übungsfragen (5)
Welche Eigenschaften hat der Föhn im Lee des Gebirges?
Im Lee sinkt die Luft trockenadiabatisch ab und erwärmt sich. Es entsteht ein warmer, trockener, oft böiger Fallwind mit guter Fernsicht.
Wann weht der Seewind vom Meer zum Land?
Tagsüber erwärmt sich das Land schneller als das Meer, die Luft über Land steigt auf und kühle Seeluft strömt als Seewind nach.
Was ist ein katabatischer Wind?
Katabatische Winde sind kalte Fallwinde, bei denen schwere Kaltluft schwerkraftgetrieben hangabwärts strömt, etwa von Gletschern oder Hochplateaus.
Wann weht ein anabatischer Wind (Hangaufwind)?
Tagsüber erwärmt die Sonne die Hänge, die Luft steigt am Hang auf, das ist der anabatische Wind. Er bildet zusammen mit dem Talwind das thermische Tagessystem.
Wann weht der Landwind vom Land zum Meer?
Nachts kühlt das Land schneller aus als das Meer. Über dem wärmeren Wasser steigt Luft auf, und es weht der Landwind vom kühleren Land zum Meer hinaus.
Jetstreams & CAT 2 min
Jetstreams sind schmale Bänder extrem starken Windes nahe der Tropopause, dort, wo benachbarte Luftmassen einen großen Temperaturunterschied haben. Sie wehen aus westlicher Richtung und können 100 bis über 200 kt erreichen. Für die Flugplanung sind sie Gold wert: mit dem Jet im Rücken spart man Zeit und Treibstoff, gegen ihn kostet es beides.
Zwei sind wichtig: der Polarfront-Jet bei rund 60° Breite, gekoppelt an die Polarfront mit ihrem starken Temperaturkontrast, und der Subtropen-Jet bei rund 30°. Der Polarfront-Jet ist der wetterwirksamere und wandert mit den Frontensystemen.
Die Gefahr heißt CAT, Clear Air Turbulence. An den Rändern des Jets ist die Windscherung groß, dort kann es ohne jede Wolke heftig rütteln, daher „clear air". CAT ist tückisch, weil sie nicht sichtbar und vom Radar nicht erfassbar ist; man verlässt sich auf SIGMETs, Significant-Weather-Charts und Pilotmeldungen.
- Jetstream: schmales Starkwindband nahe der Tropopause, aus West, 100–200+ kt
- Polarfront-Jet (~60°) und Subtropen-Jet (~30°)
- Flugplanung: Rückenwind spart Zeit und Treibstoff
- CAT (Clear Air Turbulence) an den Jet-Rändern, unsichtbar und nicht radarbar
Übungsfragen (5)
Wo befinden sich Jetstreams?
Jetstreams sind schmale Starkwindbänder nahe der Tropopause, dort, wo der horizontale Temperaturkontrast zwischen Luftmassen am größten ist.
Welcher Jet ist an die Polarfront gekoppelt und besonders wetterwirksam?
Der Polarfront-Jet bei rund 60° Breite ist an die Polarfront mit ihrem starken Temperaturkontrast gebunden und wandert mit den Frontensystemen.
Warum ist CAT besonders tückisch?
Clear Air Turbulence entsteht in den Scherzonen am Jet-Rand ohne Wolken. Sie ist nicht sichtbar und vom Wetterradar nicht erfassbar, daher die Abhängigkeit von SIGMETs und Pilotmeldungen.
In welche Richtung wehen die Jetstreams generell?
Jetstreams wehen großräumig von West nach Ost. Sie sind schmale Starkwindbänder nahe der Tropopause mit 100 bis über 200 Knoten.
Wo relativ zum Jetkern ist die Clear Air Turbulence am stärksten?
Die CAT ist am stärksten in den Bereichen kräftiger Windscherung an den Rändern des Jets, besonders auf der polwärtigen, kalten Seite, nicht im ruhigeren Kern selbst.
Konvergenz & Divergenz: warum Tiefs steigen und Hochs sinken 2 min
Du weißt bereits: Im Tief steigt Luft auf und bringt Wolken, im Hoch sinkt sie und löst sie auf. Aber warum? Die Antwort liefert der Bodenwind. Weil die Reibung ihn etwas zum tiefen Druck eindrehen lässt, strömt er nicht sauber um das Tief herum, sondern spiralt leicht nach innen, ins Zentrum hinein. Dort sammelt sich Luft an — das ist Konvergenz. Aufstauen kann sie sich am Boden nicht, also weicht sie nach oben aus: ein Aufsteigen (Updraft).
Beim Hoch läuft alles spiegelverkehrt: Der Bodenwind dreht aus dem Zentrum heraus, die Luft strömt auseinander (Divergenz), und die Lücke wird von oben aufgefüllt — großräumiges Absinken (Subsidenz). Daraus folgt die vielleicht wichtigste Merkregel der ganzen Synoptik, sauber in eine Kette gebracht: Tief ⇒ Konvergenz ⇒ Aufsteigen ⇒ Wolken/schlechtes Wetter, und Hoch ⇒ Divergenz ⇒ Absinken ⇒ Auflösung/Schönwetter.
Ein Bild hilft: Das Tief ist wie ein Abfluss, in den von allen Seiten Wasser zuläuft und dann nach oben „herausspritzt"; das Hoch ist die Fontäne, die oben Luft nachbekommt und unten nach außen drückt. Wichtig für die Höhe: Damit ein Bodentief bestehen bleibt, muss die aufgestiegene Luft oben wieder abfließen (Divergenz in der Höhe), beim Hoch umgekehrt (Konvergenz in der Höhe). Die Vertikalbewegungen sind klein — wenige cm/s — aber großflächig und damit wetterbestimmend.
- Reibung dreht den Bodenwind ins Tief hinein → Konvergenz; aus dem Hoch heraus → Divergenz
- Tief ⇒ Konvergenz ⇒ Aufsteigen ⇒ Wolken/schlechtes Wetter
- Hoch ⇒ Divergenz ⇒ Absinken ⇒ Auflösung/Schönwetter
- Damit das System bestehen bleibt: Tief = Divergenz in der Höhe, Hoch = Konvergenz in der Höhe
Übungsfragen (5)
Was geschieht mit der Luft am Boden im Zentrum eines Tiefs?
Weil die Reibung den Bodenwind ins Tief eindrehen lässt, konvergiert die Luft im Zentrum und weicht nach oben aus. Aufsteigende Luft bedeutet Wolken und oft schlechtes Wetter.
Welche Kette beschreibt ein Hochdruckgebiet korrekt?
Im Hoch strömt die Luft am Boden auseinander (Divergenz), von oben sinkt Luft nach (Subsidenz). Das löst Wolken auf und bringt meist ruhiges Schönwetter.
Warum steigt im Tief überhaupt Luft auf?
Die konvergierende Luft staut sich am Boden, kann sich aber nicht zusammendrücken und weicht daher nach oben aus. Dieses erzwungene Aufsteigen ist unabhängig von der Lufttemperatur.
Damit ein Bodentief bestehen bleibt, was muss in der Höhe darüber passieren?
Die aus dem Bodentief aufgestiegene Luft muss oben abtransportiert werden. Herrscht dort Divergenz, bleibt der tiefe Bodendruck erhalten oder verstärkt sich sogar.
Wie groß sind die großräumigen Vertikalbewegungen in Drucksystemen typischerweise?
Die synoptischen Auf- und Absteigbewegungen sind mit wenigen cm/s winzig, wirken aber über riesige Flächen und prägen so das Wetter. Kräftige m/s-Bewegungen gehören zur Konvektion (Schauer, Gewitter).
Lokalwinde mit Zahlen: See-, Land-, Hang- & Talwind 2 min
Die Lektion zuvor hat See-, Land-, Tal- und Bergwind im Prinzip erklärt. Für die Prüfung lohnt es sich, die Größenordnungen und das Timing parat zu haben — und zu wissen, dass diese Winde nur bei schwacher übergeordneter Strömung und Strahlungswetter (klares, ruhiges Hochdruckwetter) sauber entstehen. Bei kräftigem synoptischem Wind werden sie überdeckt.
Am Tag heizt sich Land schneller auf als das Meer. Es entsteht der Seewind: senkrecht zur Küste vom Meer aufs Land, typisch 10–15 kt stark und 500–1000 m mächtig, kann Dutzende Kilometer landeinwärts vordringen. Seine Vorderkante, die Seewindfront, wirkt wie eine Mini-Kaltfront: Hebung, oft eine Reihe von Quellwolken, manchmal Schauer. Er setzt am späten Vormittag ein und schläft am späten Nachmittag ein. Nachts dreht sich alles um: Das Land kühlt schneller aus, es weht der schwächere Landwind aufs Meer hinaus, nur 5–10 kt und 100–300 m mächtig.
Am Hang das gleiche Spiel: Tagsüber strömt erwärmte Luft den besonnten Hang hinauf — der anabatische Hangaufwind (Schicht ~100–200 m), der oben Quellwolken bilden kann. Nachts fließt abgekühlte, schwere Luft als katabatischer Hangabwind hinab (~50–100 m, rund 6–8 kt). Auf Tal-Ebene ergibt das tagsüber den Talaufwind (5–20 kt, in Extremfällen bis 30 kt, Maximum am Nachmittag) und nachts den Talabwind mit Maximum gegen Sonnenaufgang. Wichtig fürs Gebirge: Nachts sammelt sich die kalte Luft am Talboden, es bildet sich eine Bodeninversion mit Talnebel — schlechte Sicht, die sich erst auflöst, wenn die Sonne die Inversion „aufbricht".
- Lokalwinde brauchen schwachen Synoptikwind und Strahlungswetter (ruhiges Hoch)
- Seewind (Tag, Meer→Land): 10–15 kt, 500–1000 m, mit Seewindfront; Landwind (Nacht): 5–10 kt, 100–300 m
- Hangaufwind (anabatisch, Tag, ~100–200 m); Hangabwind (katabatisch, Nacht, ~50–100 m, 6–8 kt)
- Talwind 5–20 kt (bis 30 kt); nachts Talnebel durch Kaltluftsee und Bodeninversion
Übungsfragen (5)
Unter welchen Bedingungen bilden sich lokale Wind- und Breeze-Systeme am deutlichsten aus?
Thermisch getriebene Lokalwinde wie See- oder Hangwind treten klar nur bei schwachem Grundwind und Strahlungswetter (ruhiges Hochdruckwetter) auf. Kräftiger synoptischer Wind überdeckt sie.
Welche Größenordnung hat der Seewind tagsüber typischerweise?
Der Seewind erreicht typisch 10–15 kt bei 500–1000 m Mächtigkeit und kann Dutzende Kilometer landeinwärts ziehen. Der nächtliche Landwind ist mit 5–10 kt schwächer.
Was ist die Seewindfront?
An der Seewindfront, der landeinwärts wandernden Vorderkante des Seewindes, wird Luft gehoben. Wie an einer kleinen Kaltfront bildet sich oft eine Reihe von Quellwolken, manchmal Schauer.
Wie heißt der nächtliche, schwerkraftgetriebene Hangabwind, und wie mächtig ist er etwa?
Der nächtliche Hangabwind ist katabatisch: kalte, schwere Luft fließt den Hang hinab, in einer flachen Schicht von rund 50–100 m mit etwa 6–8 kt. Der tagsüber aufsteigende anabatische Wind ist etwas mächtiger (~100–200 m).
Warum bildet sich nachts oft Talnebel?
Nachts sammelt sich die abgekühlte, schwere Luft am Talboden. Zusammen mit der Bodeninversion und der Feuchte entsteht Talnebel, der sich erst auflöst, wenn die Sonne die Inversion aufbricht.
Jetstreams im Detail: Anatomie, Familien & CAT-Kriterien 2 min
Die Basics zum Jet kennst du. Jetzt die Anatomie und die Zahlen. Ein Jetstream ist ein flacher Starkwindschlauch mit über 60 kt; auf SIGWX-Karten wird er erst ab 80 kt eingezeichnet. Drei Begriffe: Die Jet-Achse ist die Linie der maximalen Windgeschwindigkeit, der Jet-Kern der Punkt höchster Intensität, und Isotachen sind Linien gleicher Windgeschwindigkeit, die den Kern umschließen. Der Schlauch ist riesig in der Länge (einige tausend NM), einige hundert NM breit, aber nur wenige tausend Fuß dick. Wichtig für die Lage relativ zur Temperatur: die zyklonale Seite entspricht dem tiefen Geopotential/kalter Luft — auf der Nordhalbkugel die linke Seite in Flugrichtung; die antizyklonale Seite ist warm und liegt rechts (Buys-Ballot).
Es gibt vier Jet-Familien. Der Polarfront-Jet (Polarluft gegen Tropikluft) ist der wetterwirksamste: zwischen 35° und 70° Breite, im Sommer 60–80 kt, im Winter 120–150 kt, Achse im Sommer höher (FL400) als im Winter (FL300), Kern unter FL350. Der Subtropen-Jet (STJ) liegt bei 20–35°, Orientierung NW–SW, Achse nahe FL400, im Winter 120–150 kt, im Sommer schwächt er ab oder verschwindet (unter 60 kt). Der Arktis-Jet ist ein winterliches, kurzes Zonalband um 60°N (über den USA bis 45–50°N), zwischen FL200 und FL300. Der äquatoriale Ostjet (Tropical Easterly Jet) ist die Ausnahme: Er weht aus Ost, saisonal im Nordsommer (Juli/August) zwischen 5°N und 20°N, mit Kern bei FL450 und darüber — der Indische Monsun ist sein Antrieb.
Für CAT und Scherung gilt: Der Polar-Jet ist im Querschnitt stark asymmetrisch, auf der zyklonalen Seite weht es kräftiger. Horizontale Gradienten rund 20–50 kt/100 km zyklonal, 15–30 kt/100 km antizyklonal; vertikal 7–8 kt/1000 ft über dem Kern, 5–6 kt/1000 ft darunter. Die stärkste CAT sitzt dort, wo die Isotachen am engsten liegen: auf der zyklonalen (kalten) Seite und an der Oberseite des Kerns. Quantitative CAT-Kriterien: Windänderung von mindestens 20 kt auf 60 NM horizontal, oder ein isobarer Temperaturgradient von 5 °C auf 120 NM (entspricht über 5 kt pro 1000 ft vertikal). CAT-Zonen sind 50–250 NM breit, 500–3000 NM lang, 500–15 000 ft dick — meist aber unter 3000 ft. Ausweichen: Flugfläche wechseln, also einige tausend Fuß steigen oder sinken.
- Jet > 60 kt (SIGWX ab 80 kt); Achse = Max-Wind-Linie, Kern = Maximum, Isotachen = gleiche Windstärke
- Zyklonale Seite = kalt/tiefes Geopotential/links (NH); antizyklonale = warm/rechts
- Polar-Jet 60–80 kt Sommer / 120–150 kt Winter; STJ bei 20–35°, FL400; äquatorialer Ostjet aus Ost (Sommer)
- CAT am stärksten zyklonal-kalt & oberhalb des Kerns; Kriterium 20 kt/60 NM oder 5 °C/120 NM; Ausweg: FL wechseln
Übungsfragen (5)
Ab welcher Windgeschwindigkeit spricht man von einem Jetstream, und ab wann wird er auf SIGWX-Karten dargestellt?
Ein Jetstream führt Winde über 60 kt. Auf SIGWX-Karten wird er erst ab 80 kt eingezeichnet, da moderne Verkehrsflugzeuge ohnehin schnell unterwegs sind.
Auf welcher Seite des Jets (Nordhalbkugel, in Flugrichtung) liegt die zyklonale, kalte Seite?
Nach Buys-Ballot liegt auf der Nordhalbkugel das tiefe Geopotential (kalte Luft, zyklonale Seite) links in Flugrichtung. Rechts ist die warme, antizyklonale Seite.
Welche Geschwindigkeit hat der Polarfront-Jet typischerweise im Winter?
Der Polarfront-Jet erreicht im Winter 120–150 kt, im Sommer nur 60–80 kt. Im Winter liegt seine Achse zudem tiefer (FL300) als im Sommer (FL400).
Was ist die Besonderheit des äquatorialen Ostjets (Tropical Easterly Jet)?
Anders als die übrigen (westlichen) Jets weht der äquatoriale Ostjet aus Ost. Er erscheint saisonal im Nordsommer zwischen etwa 5°N und 20°N und ist an den Indischen Monsun gekoppelt.
Welches quantitative Kriterium deutet auf CAT hin?
CAT droht, wenn sich der Wind auf einer Isobarenfläche um mindestens 20 kt über 60 NM ändert oder der isobare Temperaturgradient 5 °C über 120 NM erreicht. Ausweichen gelingt am besten durch einen Flugflächenwechsel.
Luftmassen, Fronten & Zyklonen
Luftmassen-Klassifikation 2 min
Eine Luftmasse ist ein riesiger Luftkörper mit annähernd einheitlicher Temperatur und Feuchte. Sie bekommt ihren Charakter von ihrem Ursprungsgebiet, dem Quellgebiet, wo sie lange genug verweilt, um dessen Eigenschaften anzunehmen.
Klassifiziert wird nach zwei Achsen. Die Herkunft bestimmt die Feuchte: maritim (über See entstanden, feucht) oder kontinental (über Land, trocken). Die Breite bestimmt die Temperatur: polar (kalt) oder tropisch (warm). Daraus ergeben sich die bekannten Kürzel wie mP (maritim-polar) oder cT (kontinental-tropisch).
Entscheidend für den Piloten ist die Modifikation: Zieht eine Luftmasse über andere Oberflächen, ändert sie sich. Kalte Polarluft über warmem Meer wird von unten erwärmt, wird labil und bildet Schauer. Warme Luft über kaltem Boden wird von unten gekühlt, wird stabil und neigt zu Nebel und Schichtwolken.
- Luftmasse = großer Luftkörper einheitlicher Temperatur und Feuchte
- Herkunft: maritim (feucht) oder kontinental (trocken)
- Breite: polar (kalt) oder tropisch (warm), z. B. mP, cT
- Modifikation: Erwärmung von unten labilisiert, Abkühlung von unten stabilisiert
Übungsfragen (5)
Wonach werden Luftmassen klassifiziert?
Luftmassen werden nach Herkunft (maritim/kontinental, also feucht/trocken) und nach Breite (polar/tropisch, also kalt/warm) klassifiziert.
Was passiert mit kalter Polarluft, die über warmes Meer zieht?
Die Erwärmung von unten macht die Luftmasse labil. Es entstehen Quellwolken und Schauer, ein typisches Rückseitenwetter im Winter.
Was bedeutet das Kürzel mP?
mP steht für maritim-polar: über See entstandene, feuchte und kalte Luft, in Mitteleuropa eine sehr häufige Luftmasse.
Was bedeutet das Kürzel cT bei Luftmassen?
cT steht für kontinental-tropisch, eine warme und trockene Luftmasse, die über heißen Landflächen wie der Sahara entsteht.
Wie verändert sich eine Luftmasse, die über eine kältere Oberfläche zieht?
Über einer kälteren Oberfläche kühlt die Luft von unten ab. Das stabilisiert die Schichtung, oft bilden sich Hochnebel oder Dunst statt Quellwolken.
Lebenszyklus einer Zyklone 2 min
Die meisten Tiefs der mittleren Breiten entstehen an der Polarfront, der Grenze zwischen kalter Polarluft und warmer Subtropikluft. Das norwegische Polarfront-Modell beschreibt ihren Lebenslauf in klaren Phasen.
Zuerst bildet sich an der anfangs geraden Front eine kleine Wellenstörung. Aus ihr wächst ein Tief mit einem Warmsektor: vorne eine Warmfront, hinten eine Kaltfront, dazwischen die eingeschlossene Warmluft. Das Tief vertieft sich, die Fronten werden wetterwirksam.
Weil die Kaltfront schneller zieht als die Warmfront, holt sie diese ein. Der Warmsektor wird vom Boden abgehoben, es entsteht eine Okklusion. Damit erreicht das Tief seinen Höhepunkt und beginnt sich aufzulösen, der Temperaturgegensatz, der es nährte, ist ausgeglichen.
- Zyklonen mittlerer Breiten entstehen an der Polarfront
- Wellenstörung → Tief mit Warmsektor (Warmfront vorne, Kaltfront hinten)
- Kaltfront ist schneller und holt die Warmfront ein
- Okklusion = Reifephase, danach Auflösung
Übungsfragen (5)
Wo entstehen die Tiefdruckgebiete der mittleren Breiten typischerweise?
An der Polarfront treffen kalte Polarluft und warme Subtropikluft aufeinander. Aus Wellenstörungen dieser Grenze entstehen die Zyklonen der mittleren Breiten.
Was kennzeichnet den Warmsektor einer jungen Zyklone?
Der Warmsektor ist die eingeschlossene Warmluft zwischen der vorlaufenden Warmfront und der nachfolgenden Kaltfront.
Wie entsteht eine Okklusion?
Die Kaltfront zieht schneller, holt die Warmfront ein und hebt die Warmluft vom Boden ab. Diese Okklusion markiert die Reifephase des Tiefs.
An welcher Grenze entstehen die Frontaltiefs der mittleren Breiten?
Die Tiefdruckgebiete der mittleren Breiten entstehen als Wellen an der Polarfront, wo polare Kaltluft und subtropische Warmluft aufeinandertreffen.
Was ist die wesentliche Energiequelle für die Vertiefung eines Tiefs?
Das Tief lebt vom Temperaturgegensatz der Luftmassen und der Wärme, die beim Aufsteigen und Kondensieren der feuchten Warmluft frei wird.
Die Warmfront 2 min
An einer Warmfront schiebt sich warme Luft gegen kältere. Weil sie leichter ist, kann sie die Kaltluft nicht verdrängen, sondern gleitet flach über sie auf. Diese sanfte Aufgleitfläche erstreckt sich über hunderte Kilometer, die Front kündigt sich also lange vorher an.
Das verrät die typische Wolkenabfolge von oben nach unten: zuerst hohe Cirrus-Wolken (Ci), dann Cirrostratus (Cs) mit Halo, weiter verdichtend zu Altostratus (As) und schließlich tiefer Nimbostratus (Ns) mit lang anhaltendem, gleichmäßigem Landregen. Die Wolkenuntergrenze sinkt immer weiter.
Für den Piloten heißt Warmfront: ausgedehntes Schlechtwettergebiet, schlechte Sichten, Vereisungsgefahr in den unterkühlten Schichten und Niederschlag, der schon weit vor der Bodenfront einsetzt. Nach dem Durchzug folgt der mildere, oft diesige Warmsektor.
- Warmluft gleitet flach über Kaltluft auf, ausgedehnte Front
- Wolkenabfolge: Ci → Cs → As → Ns, Untergrenze sinkt
- Lang anhaltender, gleichmäßiger Landregen vor der Bodenfront
- Schlechte Sichten und Vereisungsgefahr, danach milder Warmsektor
Übungsfragen (5)
Wie bewegt sich die Warmluft an einer Warmfront?
Die leichtere Warmluft gleitet flach über die Kaltluft auf. Daraus entsteht eine ausgedehnte, früh ankündigende Front mit Schichtbewölkung.
Welche Wolkenabfolge ist typisch für eine herannahende Warmfront?
Von der ersten Ankündigung bis zum Regen folgt die Staffel Cirrus, Cirrostratus, Altostratus, Nimbostratus, mit kontinuierlich sinkender Untergrenze.
Welcher Niederschlag ist für die Warmfront charakteristisch?
Aus dem ausgedehnten Nimbostratus fällt lang anhaltender, gleichmäßiger Regen, der schon weit vor der Bodenfront einsetzt.
Wie ist die Neigung einer Warmfrontfläche?
Die Warmfront hat eine sehr flache Aufgleitfläche von rund 1:150. Deshalb kündigt sie sich schon hunderte Kilometer vorher mit hohen Wolken an.
Wie ändert sich der Wind beim Durchzug einer Warmfront (Nordhalbkugel)?
Beim Durchzug einer Warmfront dreht der Wind auf der Nordhalbkugel rechts, und die Temperatur steigt, weil die Warmluft einfließt.
Die Kaltfront 2 min
Die Kaltfront ist die Schneeschaufel des Wetters: Kalte, schwere Luft schiebt sich keilförmig unter die warme und hebt sie steil an. Diese kräftige, erzwungene Hebung ist das Gegenteil des sanften Warmfront-Aufgleitens und passiert auf engem Raum.
Folge ist hochreichende Quellbewölkung bis zum Cumulonimbus, oft als Böenlinie vor der Front. Es gibt kurze, heftige Schauer, Gewitter, Hagel und Böen, dazu einen markanten Windsprung und Temperatursturz beim Durchzug. Alles ist intensiver, aber kürzer als an der Warmfront.
Hinter der Front klart es rasch auf, in die labil geschichtete Kaltluft. Dieses Rückseitenwetter zeigt gute Fernsicht mit einzelnen Quellwolken und Schauern. Für den Piloten heißt Kaltfront: kurze, aber gefährliche Passage mit Gewitter- und Scherungsrisiko, danach oft bestes Flugwetter.
- Kaltluft schiebt sich unter Warmluft, steile erzwungene Hebung
- Cumulonimbus, oft Böenlinie, kurze heftige Schauer und Gewitter
- Windsprung und Temperatursturz beim Durchzug
- Rückseitenwetter: rasches Aufklaren, labile Kaltluft, gute Sicht
Übungsfragen (5)
Wie wirkt eine Kaltfront auf die Warmluft?
Die schwere Kaltluft schiebt sich keilförmig unter die Warmluft und hebt sie steil an. Diese kräftige Hebung erzeugt hochreichende Quellbewölkung.
Welches Wetter ist typisch für den Durchzug einer Kaltfront?
An der Kaltfront treten kurze, intensive Schauer, Gewitter und Böen auf, begleitet von einem markanten Windsprung und Temperatursturz.
Was kennzeichnet das Rückseitenwetter hinter einer Kaltfront?
Hinter der Front strömt labile Kaltluft ein. Es klart rasch auf, die Fernsicht ist gut, einzelne Quellwolken können noch Schauer bringen.
Wie ist die Kaltfrontfläche im Vergleich zur Warmfront geneigt?
Die Kaltfront ist mit rund 1:50 bis 1:75 deutlich steiler als die Warmfront. Die Warmluft wird abrupt angehoben, das Wetter ist kurz, aber heftig.
Welche Wolkenart ist für die aktive Kaltfront typisch?
An der steilen Kaltfront wird die Warmluft rasch gehoben, es bilden sich Cumulonimbus mit Schauern, Gewittern und Böen.
Okklusionen 2 min
Wenn die schnellere Kaltfront die Warmfront einholt, wird der Warmsektor vom Boden abgehoben und in die Höhe gedrückt. Die zusammengeschobene Front heißt Okklusion. Am Boden steht dann keine Warmluft mehr, der Temperaturgegensatz, der das Tief antrieb, schwindet.
Welcher Typ entsteht, hängt vom Temperaturvergleich der beiden Kaltluftmassen ab. Bei der Kaltfrontokklusion ist die nachrückende Kaltluft hinter der Kaltfront kälter als die voranziehende vor der Warmfront, sie schiebt sich darunter, das Wetter ähnelt einer Kaltfront. Bei der Warmfrontokklusion ist die nachrückende Luft milder, sie gleitet auf, das Wetter ähnelt einer Warmfront.
Für den Piloten kombiniert eine Okklusion oft beide Wettertypen: ausgedehnte Schichtbewölkung mit Niederschlag und eingelagerte Quellbewölkung. Mit fortschreitender Okklusion schwächt sich das System ab und löst sich schließlich auf.
- Okklusion: Kaltfront holt Warmfront ein, Warmsektor wird abgehoben
- Kaltfrontokklusion: nachrückende Luft kälter, Wetter kaltfrontartig
- Warmfrontokklusion: nachrückende Luft milder, Wetter warmfrontartig
- Oft Mischwetter; das Tief schwächt sich ab und löst sich auf
Übungsfragen (5)
Was geschieht bei einer Okklusion mit dem Warmsektor?
Die Kaltfront holt die Warmfront ein und hebt die Warmluft vollständig vom Boden ab. Am Boden steht dann nur noch Kaltluft.
Wodurch unterscheiden sich Kaltfront- und Warmfrontokklusion?
Maßgeblich ist, ob die nachrückende Kaltluft kälter (Kaltfrontokklusion) oder milder (Warmfrontokklusion) ist als die voranziehende Luft vor der Warmfront.
In welcher Phase des Zyklonenlebens steht die Okklusion?
Die Okklusion markiert die Reifephase. Danach ist der Temperaturgegensatz weitgehend ausgeglichen und das Tief löst sich allmählich auf.
Wann bildet sich eine Kaltfrontokklusion?
Bei der Kaltfrontokklusion ist die nachrückende Kaltluft kälter als die Luft vor der Warmfront und schiebt sich unter beide. Im umgekehrten Fall entsteht eine Warmfrontokklusion.
Was geschieht mit dem Tief nach der Okklusion?
Mit der Okklusion ist die Warmluft vom Boden abgehoben, dem Tief geht die Energiequelle aus. Es erreicht das Reifestadium und füllt sich danach langsam auf.
Wolken, Niederschlag & Flugwettergefahren
Wolkenbildung & Klassifikation 2 min
Eine Wolke entsteht, wenn feuchte Luft bis zum Taupunkt abkühlt und der Wasserdampf an winzigen Kondensationskernen kondensiert. Der häufigste Kühlmechanismus ist das Aufsteigen und die adiabatische Abkühlung. Die Form der Wolke verrät, wie die Luft aufsteigt.
Es gibt zwei Grundtypen. Steigt die Luft ruhig und großflächig (stabile Schichtung), entstehen flache Schichtwolken, die stratiformen Typen mit der Vorsilbe oder Endung Stratus. Steigt sie ruckartig und lokal in Blasen (labile Schichtung), quellen Haufenwolken auf, die konvektiven Cumulus-Typen.
Nach der Höhe ordnet man zehn Gattungen in drei Stockwerke: hohe Wolken aus Eis (Cirrus, Cirrostratus, Cirrocumulus), mittelhohe (Altostratus, Altocumulus) und tiefe (Stratus, Stratocumulus, Nimbostratus). Dazu kommen die vertikal mächtigen Cumulus und Cumulonimbus, die mehrere Stockwerke durchstoßen.
- Wolke = Kondensation, wenn aufsteigende Luft den Taupunkt erreicht
- Stratiform (Schicht, stabil) vs. konvektiv (Quellung, labil)
- Drei Stockwerke: hoch (Eis), mittel, tief; zehn Gattungen
- Cumulus und Cumulonimbus reichen vertikal durch mehrere Stockwerke
Übungsfragen (5)
Welche Bedingung führt zu konvektiven Quellwolken (Cumulus)?
Labile Luft steigt in Blasen auf, dabei quellen Haufenwolken vom Cumulus bis zum Cumulonimbus. Stabile Luft erzeugt dagegen flache Schichtwolken.
Aus welchem Material bestehen hohe Wolken wie der Cirrus überwiegend?
In den großen Höhen herrschen tiefe Temperaturen, hohe Wolken wie Cirrus, Cirrostratus und Cirrocumulus bestehen daher aus Eiskristallen.
Welche Wolken reichen vertikal durch mehrere Stockwerke?
Cumulus und vor allem Cumulonimbus sind vertikal mächtig und können von tiefen Stockwerken bis zur Tropopause reichen.
Welche Wolkenart bringt typischerweise anhaltenden, gleichmäßigen Landregen?
Nimbostratus ist die dichte, graue Schichtregenwolke, die anhaltenden, gleichmäßigen Regen oder Schnee bringt, typisch an Warmfronten.
Was bedeutet die Vorsilbe „Alto-" bei Wolken?
Die Vorsilbe Alto kennzeichnet die mittlere Wolkenstufe. Altostratus und Altocumulus liegen zwischen den tiefen und den hohen Wolken.
Niederschlagsarten & Entstehung 2 min
Wolkentröpfchen sind winzig und schweben. Damit Niederschlag fällt, müssen sie wachsen. In warmen Wolken geschieht das durch Koaleszenz: Größere Tropfen fangen beim Fallen kleinere ein. In kalten Wolken wirkt der effizientere Bergeron-Prozess, bei dem Eiskristalle auf Kosten unterkühlter Wassertröpfchen wachsen.
Welche Niederschlagsart am Boden ankommt, hängt vom Temperaturprofil auf dem Weg nach unten ab. Schnee bleibt gefroren, Regen ist durchgeschmolzen, Schneeregen ist die Mischung. Graupel und Hagel entstehen, wenn Tröpfchen an Eispartikeln anfrieren, Hagel vor allem in den kräftigen Auf- und Abwinden eines Gewitters.
Die gefährlichste Form für die Luftfahrt ist gefrierender (unterkühlter) Regen: flüssige, aber unterkühlte Tropfen, die beim Aufprall sofort zu Klareis erstarren. Sie entstehen, wenn Regen aus einer Warmschicht in eine darunterliegende Kaltschicht fällt, ein klassisches Warmfrontszenario.
- Tröpfchenwachstum: Koaleszenz (warm) und Bergeron-Prozess (Eis)
- Niederschlagsart hängt vom Temperaturprofil bis zum Boden ab
- Hagel wächst in den starken Auf-/Abwinden von Gewittern
- Gefrierender Regen erstarrt beim Aufprall zu Klareis, sehr gefährlich
Übungsfragen (5)
Wie wachsen Tröpfchen in einer kalten Wolke effizient zu Niederschlag?
Im Bergeron-Prozess wachsen Eiskristalle auf Kosten unterkühlter Wassertröpfchen, weil über Eis ein geringerer Sättigungsdampfdruck herrscht. Das ist der effiziente Weg in kalten Wolken.
Wo wächst Hagel typischerweise?
Hagelkörner werden in den starken vertikalen Strömungen eines Cumulonimbus mehrfach auf und ab transportiert und wachsen dabei schichtweise an.
Warum ist gefrierender Regen für die Luftfahrt besonders gefährlich?
Gefrierender Regen besteht aus unterkühlten flüssigen Tropfen, die beim Auftreffen auf das Flugzeug sofort zu schwerem, glattem Klareis erstarren.
Was ist Graupel?
Graupel besteht aus weichen, bereiften Eiskörnern. Es entsteht, wenn Schneeflocken mit unterkühlten Tröpfchen bereift werden, und liegt zwischen Schnee und Hagel.
Wodurch unterscheiden sich Niesel und Regen grob?
Niesel besteht aus sehr kleinen, dicht fallenden Tröpfchen, meist aus Stratus. Regen hat deutlich größere Tropfen. Schnee ist die gefrorene Form.
Vereisung im Detail 2 min
Vereisung entsteht, wenn unterkühlte Wassertröpfchen, also flüssiges Wasser unter 0 °C, auf das Flugzeug treffen und gefrieren. Sie verformt das Tragflächenprofil, erhöht Gewicht und Widerstand, senkt den Auftrieb und kann Sonden, Vergaser und Steuerflächen blockieren. Die Art des Eises hängt von der Tröpfchengröße und der Temperatur ab.
Klareis bildet sich aus großen Tröpfchen, meist zwischen 0 und etwa -10 °C. Sie zerfließen vor dem Gefrieren und bilden eine klare, glatte, schwere und festhaftende Eisschicht, die gefährlichste Form. Raueis entsteht aus kleinen Tröpfchen bei tieferen Temperaturen, gefriert sofort und bleibt milchig, rau und leichter. Mischeis kombiniert beide.
Besonders tückisch sind Supercooled Large Droplets (SLD): große unterkühlte Tropfen, etwa in gefrierendem Regen, die auch hinter den enteisten Bereichen anfrieren (Runback) und auch bei deutlich tieferen Temperaturen gefährlich sind. Die kräftigste Vereisung erwartet man in unterkühlten Cumulus- und Cumulonimbuswolken mit hohem Flüssigwassergehalt.
- Vereisung = unterkühlte Tröpfchen gefrieren am Flugzeug
- Klareis: große Tropfen, 0 bis ~ -10 °C, klar, glatt, schwer, gefährlichste Form
- Raueis: kleine Tropfen, tiefere Temperaturen, milchig, rau, leichter
- SLD: große unterkühlte Tropfen, Runback hinter Enteisung, auch bei tiefer Temperatur gefährlich
Übungsfragen (5)
Welche Vereisungsart gilt als die gefährlichste?
Klareis bildet aus großen Tröpfchen eine klare, glatte, schwere und festhaftende Schicht. Es ist schwer zu erkennen und besonders gefährlich.
Unter welchen Bedingungen entsteht typischerweise Raueis?
Kleine unterkühlte Tröpfchen gefrieren bei tieferen Temperaturen sofort beim Aufprall und schließen Luft ein, das ergibt milchiges, raues und leichteres Raueis.
Was kennzeichnet Supercooled Large Droplets (SLD)?
SLD sind große unterkühlte Tropfen. Sie können hinter den geschützten Bereichen erneut anfrieren (Runback) und sind auch bei tieferen Temperaturen gefährlich.
An welchen Stellen des Flugzeugs setzt sich Eis zuerst und besonders kritisch an?
Eis bildet sich zuerst an den Vorderkanten von Flügel und Leitwerk und an Sensoren. Vereiste Tragflächen verlieren Auftrieb, ein vereistes Pitotrohr verfälscht die Fahrtanzeige.
In welchem Temperaturbereich ist Klareis besonders wahrscheinlich?
Klareis bildet sich bevorzugt knapp unter dem Gefrierpunkt bis rund −10 °C, wo große unterkühlte Tropfen langsam gefrieren und eine glatte, schwere Eisschicht bilden.
Gewitter: die drei Phasen 2 min
Ein Gewitter, der Cumulonimbus, durchläuft drei Phasen. In der Entwicklungs- oder Cumulusphase dominiert ein kräftiger Aufwind, der die Wolke in die Höhe treibt. Noch fällt kein Niederschlag, die Tröpfchen werden vom Aufwind getragen.
In der Reifephase ist die Wolke voll ausgebildet, oft mit Amboss an der Tropopause. Jetzt existieren Auf- und Abwind nebeneinander, schwerer Niederschlag setzt ein und reißt kalte Luft mit nach unten. Das ist die gefährlichste Phase mit Starkregen, Hagel, Blitzen, Böen und Windscherung.
In der Auflösungsphase überwiegt der Abwind und schneidet den Aufwind vom Nachschub feuchtwarmer Luft ab. Das Gewitter zerfällt. Die drei Zutaten, die ein Gewitter überhaupt zünden, sind Feuchte, eine labile Schichtung und ein Hebungsantrieb, etwa Erwärmung, eine Front oder ein Gebirge.
- Entwicklungsphase: nur Aufwind, kein Niederschlag
- Reifephase: Auf- und Abwind, Niederschlag, gefährlichste Phase
- Auflösungsphase: Abwind dominiert, Aufwind wird abgeschnitten
- Zutaten: Feuchte, labile Schichtung, Hebungsantrieb
Übungsfragen (5)
Welche Gewitterphase ist die gefährlichste?
In der Reifephase bestehen Auf- und Abwind gleichzeitig, es gibt Starkregen, Hagel, Blitze, Böen und Windscherung. Das ist die gefährlichste Phase.
Welche drei Zutaten braucht ein Gewitter?
Ohne ausreichende Feuchte, eine labile Schichtung und einen auslösenden Hebungsantrieb (Erwärmung, Front, Orographie) kann sich kein Gewitter bilden.
Was beendet ein Gewitter in der Auflösungsphase?
In der Auflösungsphase überwiegt der Abwind und unterbricht die Zufuhr feuchtwarmer Luft zum Aufwind. Ohne diesen Nachschub zerfällt die Zelle.
Welche Gewitterphase ist allein durch Aufwinde gekennzeichnet?
In der Cumulus- oder Entwicklungsphase herrschen reine Aufwinde, die Wolke wächst rasch in die Höhe. Erst in der Reifephase kommen Abwinde und Niederschlag dazu.
Was begleitet typischerweise den Durchzug der Böenfront eines Gewitters am Boden?
Die ausströmende Kaltluft erzeugt eine Böenfront mit kurzem Druckanstieg, deutlichem Temperatursturz und einem heftigen, drehenden Windsprung.
Schwere Gewittergefahren 2 min
Die größte Gefahr eines Gewitters für Start und Landung ist der Microburst: ein kleinräumiger, extrem heftiger Fallwind, der am Boden auseinanderströmt. Ein Flugzeug erlebt erst kräftigen Gegenwind (scheinbar mehr Auftrieb), dann im Zentrum starken Abwind und schließlich Rückenwind, der den Auftrieb schlagartig wegnimmt. Im Tiefflug ist das lebensgefährlich.
Damit verbunden ist heftige Windscherung: rasche Änderungen von Windrichtung und -stärke auf kurzer Distanz. Sie kann Anflug- und Steiggeschwindigkeit abrupt verändern. Moderne Warnsysteme und das Meiden der Gewitterumgebung sind die einzige verlässliche Abwehr.
Dazu kommen Hagel, der noch kilometerweit unter dem Amboss aus der Wolke geschleudert werden kann, und Blitzschlag, der Avionik und Struktur treffen kann. Faustregel: Cumulonimbus und ihre Ambossbereiche großräumig umfliegen, mindestens etwa 10 NM Abstand, eher mehr.
- Microburst: heftiger Fallwind, Gegenwind dann Rückenwind, Auftriebsverlust
- Windscherung: rasche Wind- und Richtungsänderung auf kurzer Distanz
- Hagel kann weit unter dem Amboss ausgeworfen werden
- Cumulonimbus großräumig meiden, Richtwert mindestens ~10 NM Abstand
Übungsfragen (5)
Wie wirkt ein Microburst auf ein landendes Flugzeug?
Das Flugzeug fliegt zuerst in den Gegenwind, dann in den zentralen Abwind und schließlich in den Rückenwind. Der plötzliche Auftriebsverlust im Tiefflug ist hochgefährlich.
Welchen Mindestabstand zu einem Cumulonimbus nennt die Faustregel?
Als Richtwert gilt, Cumulonimbus und ihre Ambossbereiche großräumig zu umfliegen, mindestens rund 10 NM, da Hagel und Turbulenz weit hinausreichen können.
Was beschreibt Windscherung?
Windscherung ist die rasche räumliche Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung. Sie kann Anflug- und Steigflugleistung abrupt verändern.
Was ist eine Böenfront (Gust Front)?
Die Böenfront ist die dem Gewitter vorauseilende Kaltluftausströmung am Boden. Sie bringt einen plötzlichen, starken Windsprung und ist beim Start und Anflug gefährlich.
Warum ist das Überfliegen eines Cumulonimbus meist keine Option?
Cumulonimbus können bis zur Tropopause und mit überschießenden Gipfeln darüber hinaus reichen. Ein sicheres Überfliegen ist für die meisten Flugzeuge nicht möglich, man weicht seitlich aus.
Turbulenzarten 2 min
Turbulenz ist unregelmäßige, wirbelige Luftbewegung. Thermische Turbulenz entsteht an warmen Tagen durch Aufwinde über unterschiedlich erwärmtem Boden, spürbar als das typische Geruckel im Steigflug an Sommernachmittagen.
Mechanische Turbulenz entsteht durch Reibung und Hindernisse: Wind, der über Gebäude, Bäume oder zerklüftetes Gelände strömt, verwirbelt. Je stärker der Wind und je rauer das Gelände, desto kräftiger. Im Lee von Gebirgen können sich Leewellen mit gefährlichen Rotoren darunter bilden, stehende Wellen mit walzenartigen Turbulenzzonen.
Windscherungsturbulenz tritt dort auf, wo sich der Wind sprunghaft ändert, an Inversionen, an Fronten und an den Rändern des Jetstreams als Clear Air Turbulence. CAT ist heimtückisch, weil sie ohne Wolken auftritt und vom Radar nicht erfasst wird.
- Thermische Turbulenz: Aufwinde über unterschiedlich erwärmtem Boden
- Mechanische Turbulenz: Wind über Hindernisse und raues Gelände
- Leewellen mit Rotoren im Lee von Gebirgen
- Windscherungsturbulenz an Inversion, Front und Jetstream (CAT)
Übungsfragen (5)
Wodurch entsteht mechanische Turbulenz?
Mechanische Turbulenz entsteht, wenn Wind durch Reibung an Gebäuden, Bäumen oder zerklüftetem Gelände verwirbelt wird. Sie nimmt mit Windstärke und Geländerauigkeit zu.
Was findet sich im Lee eines Gebirges bei kräftiger Überströmung?
Strömt Wind über ein Gebirge, können sich stehende Leewellen bilden, unter deren Wellenbergen walzenartige Rotoren mit gefährlicher Turbulenz liegen.
Wo tritt Clear Air Turbulence (CAT) auf?
CAT entsteht in den Windscherungszonen an den Rändern des Jetstreams. Sie ist wolkenlos und vom Wetterradar nicht erfassbar, daher besonders tückisch.
Wodurch entsteht thermische Turbulenz?
Thermische Turbulenz entsteht, wenn die Sonne den Boden erwärmt und Warmluftblasen aufsteigen. An schönen Sommernachmittagen sorgt sie für unruhigen Flug in tiefen Schichten.
Was sind Rotoren im Zusammenhang mit Leewellen?
Bei Gebirgsüberströmung bilden sich stehende Leewellen, unter deren Kämmen walzenförmige Rotoren liegen. Diese Rotoren sind extrem turbulent und für tief fliegende Flugzeuge gefährlich.
Sichtrelevante Gefahren: Nebel & Dunst 2 min
Die Sichtweite entscheidet über VFR oder IFR. Definitionsgemäß spricht man von Nebel bei einer Sicht unter 1000 m, von Dunst bei eingeschränkter, aber besserer Sicht. Beide entstehen, wenn Luft nahe ihren Taupunkt gekühlt wird, der Spread also gegen null geht.
Strahlungsnebel bildet sich in klaren, windschwachen Nächten, wenn der Boden auskühlt und die bodennahe Luft mitkühlt. Er ist lokal, oft in Tälern, und löst sich mit der Sonne auf. Advektionsnebel entsteht, wenn feuchtwarme Luft über eine kalte Oberfläche strömt; er braucht keinen klaren Himmel, hält sich auch bei Wind und kann großflächig und hartnäckig sein.
Orografischer Nebel (Aufgleitnebel) entsteht, wenn feuchte Luft an einem Hang aufgleitet und dabei abkühlt, am Berg sieht man ihn als anliegende Wolke. Für die Flugplanung gilt: Den Tagesgang und die Luftmasse beachten, denn ob und wann sich Nebel auflöst, hängt genau davon ab.
- Nebel: Sicht unter 1000 m; Dunst: eingeschränkte, aber bessere Sicht
- Strahlungsnebel: klare, windschwache Nacht, lokal, löst sich mit Sonne auf
- Advektionsnebel: warme Luft über kalter Fläche, auch bei Wind, hartnäckig
- Orografischer Nebel: feuchte Luft gleitet am Hang auf und kühlt ab
Übungsfragen (5)
Ab welcher Sichtweite spricht man definitionsgemäß von Nebel?
Nebel liegt definitionsgemäß bei einer horizontalen Sicht unter 1000 m vor. Bei besserer, aber eingeschränkter Sicht spricht man von Dunst.
Welcher Nebel hält sich auch bei Wind und kann großflächig sein?
Advektionsnebel entsteht durch Heranführen feuchtwarmer Luft über eine kalte Fläche. Er braucht keinen klaren Himmel, hält sich bei Wind und ist oft großflächig und hartnäckig.
Wie entsteht Strahlungsnebel?
In klaren, windschwachen Nächten strahlt der Boden Wärme ab und kühlt die bodennahe Luft bis zum Taupunkt. Strahlungsnebel ist lokal und löst sich mit der Sonne meist auf.
Wie entsteht Advektionsnebel?
Advektionsnebel entsteht, wenn warme, feuchte Luft über eine kalte Oberfläche, etwa kaltes Wasser, strömt und sich dort abkühlt. Er hält sich auch bei Wind und kann großflächig sein.
Was begünstigt die Auflösung von Strahlungsnebel?
Strahlungsnebel löst sich auf, wenn die Sonne den Boden erwärmt oder Wind die feuchte Luft durchmischt. Beides hebt die nächtliche Abkühlung auf, die ihn gebildet hat.
Besondere Gefahren: Staub, Vulkanasche & CAT 2 min
Sand- und Staubstürme treten in trockenen Regionen auf, wenn kräftige Winde, oft an Kaltfronten oder Gewitterböen (Haboob), losen Boden aufwirbeln. Sie reduzieren die Sicht drastisch und der Staub kann Triebwerke und Sonden belasten.
Die gefährlichste unsichtbare Falle ist Vulkanasche. Sie besteht aus feinen, harten Gesteinspartikeln, die in der Brennkammer schmelzen, verglasen und Triebwerke zum Ausfall bringen können, dazu Cockpitscheiben und Sonden beschädigen. Asche ist auf dem Wetterradar nicht zu sehen, weshalb spezielle Volcanic Ash Advisories und gesperrte Gebiete strikt zu beachten sind.
Clear Air Turbulence schließt die Reihe der unsichtbaren Gefahren: heftiges Rütteln ohne Wolken in den Scherzonen des Jetstreams. Allen dreien ist gemeinsam, dass das Auge und das Bordradar versagen, die Vorwarnung kommt aus Wetterberatung, SIGMETs, Advisories und Pilotmeldungen.
- Sand-/Staubstürme: starke Winde in Trockengebieten, Sicht- und Triebwerksrisiko
- Vulkanasche: kann Triebwerke ausfallen lassen, radarunsichtbar, Advisories beachten
- CAT: wolkenlose Turbulenz an den Jet-Rändern
- Gemeinsam: nicht sichtbar/radarbar, Vorwarnung nur über Wetterberatung
Übungsfragen (5)
Warum ist Vulkanasche für Strahltriebwerke so gefährlich?
Die feinen Aschepartikel schmelzen in der heißen Brennkammer, verglasen an den Turbinenschaufeln und können zum Triebwerksausfall führen. Asche ist zudem radarunsichtbar.
Was haben Vulkanasche, CAT und teils Sandstürme gemeinsam?
Alle drei entziehen sich der direkten Erkennung durch Auge oder Bordradar. Die Vorwarnung stützt sich auf Wetterberatung, SIGMETs, Advisories und Pilotmeldungen.
Wie entsteht ein Haboob?
Ein Haboob ist eine Staubwand, die von den kräftigen Abwinden und Böen eines Gewitters in trockenen Regionen aufgewirbelt wird und die Sicht schlagartig zerstört.
Warum ist Vulkanasche für Piloten oft schwer rechtzeitig zu erkennen?
Vulkanasche besteht aus trockenen Partikeln, die das Wetterradar kaum zurückwerfen. Nachts oder in Wolken ist sie visuell kaum auszumachen, was sie besonders tückisch macht.
Wie weit kann sich Vulkanasche ausbreiten?
Vom Höhenwind getragen kann sich Vulkanasche über tausende Kilometer und bis in typische Reiseflughöhen ausbreiten, weit entfernt vom Vulkan.
Gebirgswellen: Leewellen, Rotoren & ihre Wolken 2 min
Wirf einen Stein in einen Bach und beobachte, wie sich hinter ihm stehende Wellen bilden, während das Wasser durchfließt. Genau das macht stabile Luft hinter einem Gebirge. Drei Zutaten müssen zusammenkommen: Die Luft muss ausreichend stabil sein, der Wind kräftig genug (rund 20–30 kt) und möglichst senkrecht zum Gebirgskamm wehen. Dann entstehen Gebirgs- oder Leewellen (engl. mountain waves, MTW) — stehende Schwerewellen, die ortsfest hinter dem Hindernis stehen, während die Luft hindurchströmt.
Das Strömungsbild ist typisch: Auf der Luvseite Aufwind, direkt im Lee ein abwärts gerichteter Fallwind (downdraft), danach eine Kette aus Auf- und Abwindzonen, weil die stabile Luft nach dem Hindernis in ihr Ausgangsniveau zurückschwingt und dabei sinusförmig nachschwingt. Häufig stehen fünf bis sechs Wellen mit horizontalen Abständen von 5 bis 25 km hintereinander; Wellenlänge und Amplitude hängen von Windstärke, Relief und Stabilität ab. Unter den Wellenkämmen organisieren sich Rotoren — walzenförmige, extrem turbulente Wirbel mit horizontaler Achse, die gefährlichste Begleiterscheinung in Bodennähe.
Die Wellen verraten sich durch ihre Wolken: über dem Kamm oft eine Cap Cloud (Staukappe), an den Wellenkämmen glatte, linsenförmige Altocumulus lenticularis oder Cirrus lenticularis (silbrig glänzend, oft als „Wolkenstapel"), und wenn die Welle bis zur Tropopause reicht, eine langgestreckte Cirrus-artige Wolke namens Moazagotl. Im aufsteigenden Teil der Rotoren bildet sich der hochturbulente Rotor-Cumulus. Gefährlich ist die Sache, weil die dynamische Turbulenz beim Brechen der Wellen vom Boden bis zur Tropopause reichen kann — der Mt-Fuji-Absturz einer B707 (1966) ging auf extrem starke Gebirgswellen zurück. Segelflieger nutzen dagegen die glatten Aufwinde für große Höhengewinne.
- Entstehung: stabile Luft + Wind ~20–30 kt + möglichst senkrecht zum Kamm
- Aufwind im Luv, Fallwind im Lee, dann Wellenzug (oft 5–6 Wellen, 5–25 km Abstand)
- Rotoren = walzenförmige Turbulenzwirbel unter den Kämmen, in Bodennähe am gefährlichsten
- Wolken: Cap Cloud, Altocumulus/Cirrus lenticularis, Moazagotl, Rotor-Cumulus; Turbulenz bis zur Tropopause
Übungsfragen (5)
Welche Bedingungen begünstigen die Bildung von Gebirgs-/Leewellen?
Stehende Leewellen brauchen eine ausreichend stabile Schichtung, kräftigen Wind von etwa 20–30 kt und eine Anströmung möglichst senkrecht zum Gebirgskamm.
Was sind Rotoren bei Gebirgswellen?
Rotoren bilden sich unter den Wellenkämmen als walzenförmige Wirbel mit horizontaler Achse. Sie sind extrem turbulent und in Bodennähe die gefährlichste Begleiterscheinung der Wellen.
Welche Wolke ist ein typisches Anzeichen für Gebirgswellen an den Wellenkämmen?
An den Wellenkämmen bilden sich glatte, linsenförmige Altocumulus oder Cirrus lenticularis. Reicht die Welle zur Tropopause, entsteht die langgestreckte Moazagotl-Wolke.
Wie viele Wellen und welche horizontalen Abstände sind bei Gebirgswellen typisch?
Es ist nicht ungewöhnlich, fünf oder sechs Wellen hintereinander zu finden, horizontal 5 bis 25 km voneinander getrennt. Wellenlänge und Amplitude hängen von Wind, Relief und Stabilität ab.
Bis in welche Höhe kann die Turbulenz brechender Gebirgswellen reichen?
Die dynamische Turbulenz beim Brechen der Wellen kann eine Schicht vom Boden bis zur Tropopause umfassen. Der Mt-Fuji-Absturz einer B707 zeigt, wie gefährlich starke Gebirgswellen sind.
Turbulenz: Intensität in g & die fünf Ursachen 2 min
Die vorige Lektion hat Turbulenzarten qualitativ sortiert. Hier kommen die Zahlen und die saubere Einteilung, wie sie die ICAO (Dokument 4444) vorgibt. Turbulenz ist im fliegerischen Sinn die Wirkung von Luftbewegungen auf das Flugzeug — Beschleunigungen nach oben, unten oder zur Seite. Wie heftig, misst man als Lastvielfaches (g) am Schwerpunkt: leicht (light) unter 0,5 g, mäßig (moderate) 0,5 bis 1,0 g, schwer (severe) über 1,0 g. Eselsbrücke für die Wirkung: Bei mäßiger Turbulenz spürt man den Gurt und Gehen an Bord wird schwierig; bei schwerer werden ungesicherte Gegenstände geworfen und das Flugzeug kurzzeitig unkontrollierbar — der Autopilot klinkt sich aus.
Nach der auslösenden Wetterursache unterscheidet man fünf Kategorien: Konvektionsturbulenz (Thermik/Quellwolken, Tagesgang, Vertikalwinde mehrere m/s, kann die ganze Troposphäre erfassen), Reibungs- oder mechanische Turbulenz (Strömung über rauen Boden), orografische Turbulenz (Relief), Frontalturbulenz (Scherung an Frontflächen) und die Clear Air Turbulence (CAT) in wolkenfreier Höhe.
Zwei Kategorien tragen prüfungsrelevante Schwellen. Die Reibungsturbulenz setzt erst ab einer Verlagerungsgeschwindigkeit der Luftmasse von rund 20 kt ein; in stabiler Luft bleibt ihre Schicht bei 100 bis wenige hundert Meter, in labiler kann sie 2000 m überschreiten. Die orografische Turbulenz braucht ebenfalls mindestens 20 kt; ein einzelner Berg stört die Strömung bis etwa ein Drittel über seine eigene Höhe hinaus, ein nicht umströmbarer Gebirgszug bis zum Fünffachen seiner Höhe. Bei steilen Hängen (über 40°) und gut etabliertem Wind erreichen die Lee-Fallwinde 5 bis 10 m/s — gefährlich unabhängig vom Hangwinkel.
- Intensität am Schwerpunkt: leicht < 0,5 g, mäßig 0,5–1,0 g, schwer > 1,0 g
- Fünf Ursachen: Konvektion, Reibung/mechanisch, orografisch, frontal, CAT
- Reibungs- und orografische Turbulenz brauchen rund 20 kt Mindestwind
- Einzelner Berg stört bis ⅓ über seine Höhe, Gebirgszug bis 5× Höhe; Lee-Fallwinde 5–10 m/s
Übungsfragen (5)
Welches Lastvielfache kennzeichnet schwere (severe) Turbulenz?
Schwere Turbulenz zeigt am Schwerpunkt Beschleunigungen über 1,0 g: ungesicherte Gegenstände werden geworfen, das Flugzeug ist kurzzeitig schwer kontrollierbar. Leicht ist unter 0,5 g, mäßig 0,5–1,0 g.
Welche fünf Kategorien der Turbulenz unterscheidet man nach der Ursache?
Nach der auslösenden Ursache gibt es Konvektions-, Reibungs-/mechanische, orografische, frontale Turbulenz und die Clear Air Turbulence. Leicht/mäßig/schwer ist dagegen die Intensitätsskala.
Ab welcher Windgeschwindigkeit treten Reibungs- und orografische Turbulenz nennenswert auf?
Beide brauchen eine Verlagerungs- bzw. Windgeschwindigkeit von rund 20 kt. Darunter ist die Strömung über Boden und Relief zu schwach, um kräftige Wirbel zu erzeugen.
Bis in welche Höhe stört ein nicht umströmbarer Gebirgszug die Strömung?
Ein Gebirgszug, der nicht seitlich umströmt werden kann, stört die Strömung bis etwa zum Fünffachen seiner Höhe. Ein einzelner Berg dagegen nur bis rund ein Drittel über seine eigene Höhe.
Welche Geschwindigkeit erreichen Lee-Fallwinde an steilen Hängen bei gut etabliertem Wind?
Bei kräftigem Wind und steilem Hang erreichen die Fallwinde im Lee 5 bis 10 m/s. Sie sind für die Luftfahrt unabhängig vom Hangwinkel gefährlich.
Wolken-Mikrophysik: Tröpfchen, Eis & Wassergehalt 3 min
Eine Wolke ist physikalisch ein Hydrometeor — eine atmosphärische Erscheinung aus Wasser. Sichtbar wird sie, weil sie aus winzigen Tröpfchen oder Eiskristallen besteht, die an Kondensationskernen entstanden sind. Eigentlich müsste so eine Wolke unter ihrem Gewicht herabsinken; dass sie es nicht tut, liegt an ständigen Aufwinden, die die Teilchen tragen. Eine Wolke ist daher kein statisches Gebilde, sondern in permanentem Umbau: Unten verdunstet Wasser, während oben gleichzeitig neues kondensiert.
Ob eine Wolke aus Wasser oder Eis besteht, entscheidet die Temperatur — aber nicht so scharf, wie man denkt. Über 0 °C sind es immer Wassertröpfchen. Unter null kommt die Unterkühlung ins Spiel: Zwischen 0 und −15 °C ist unterkühltes Wasser sehr wahrscheinlich, die Wolke besteht überwiegend aus flüssigen Tröpfchen. Eiskristalle treten erst ab etwa −3 °C überhaupt auf, sind bei −12 °C noch extrem selten (rund 1 Kristall je 10 m³), nehmen ab −32 °C stark zu (etwa 1 je cm³), und unter −40 °C besteht die Wolke nur noch aus Eis.
Ein paar Größenordnungen für die Prüfung: Wolkentröpfchen haben 2 bis 200 µm Durchmesser, im Mittel 300 bis 600 Stück je cm³, und fallen — ohne Aufwind — nur mit wenigen cm/s; Eiskristalle sogar nur mm/s. Der Flüssigwassergehalt ist klein: höchstens etwa 0,5 g/m³ in Schichtwolken, aber bis rund 5 g/m³ in Quellwolken (Cumulus). Dieser zehnfach höhere Wassergehalt der Cumuli ist der Grund, warum aus ihnen kräftige Schauer fallen und warum die Vereisung in ihnen so viel intensiver ist als in flachem Stratus.
- Wolke = Hydrometeor; Tröpfchen/Eis schweben durch Aufwinde, ständiger Umbau (unten Verdunstung, oben Kondensation)
- Unterkühltes Wasser sehr wahrscheinlich 0…−15 °C; Eis ab ~−3 °C, ab −32 °C stark zunehmend, unter −40 °C nur Eis
- Tröpfchen 2–200 µm, 300–600/cm³; Fallrate cm/s (Tropfen) bzw. mm/s (Kristalle)
- Flüssigwassergehalt: Schichtwolke ≤ 0,5 g/m³, Cumulus ≈ 5 g/m³ → kräftigere Schauer und stärkere Vereisung
Übungsfragen (5)
Was bedeutet der Begriff Hydrometeor?
Hydrometeor bezeichnet wörtlich eine aus Wasser bestehende atmosphärische Erscheinung. Eine Wolke ist ein Hydrometeor aus Wassertröpfchen und/oder Eiskristallen.
In welchem Temperaturbereich ist unterkühltes Wasser in Wolken besonders wahrscheinlich?
Zwischen 0 und −15 °C ist die Wahrscheinlichkeit unterkühlter Tröpfchen hoch, die Wolke besteht dann überwiegend aus flüssigem Wasser — der Hauptbereich gefährlicher Vereisung. Unter −40 °C gibt es nur noch Eis.
Wie groß ist der Flüssigwassergehalt typischerweise in Schicht- gegenüber Quellwolken?
Schichtwolken enthalten höchstens etwa 0,5 g Wasser je m³, Cumuli rund das Zehnfache (ca. 5 g/m³). Daher fallen aus Cumuli kräftigere Schauer und die Vereisung ist dort intensiver.
Welchen Durchmesser haben Wolkentröpfchen typischerweise?
Wolkentröpfchen messen etwa 2 bis 200 µm im Durchmesser, mit im Mittel 300 bis 600 Stück je cm³. Sie fallen ohne Aufwind nur mit wenigen cm/s, Eiskristalle sogar nur mit mm/s.
Warum sinkt eine Wolke trotz des Gewichts ihrer Tröpfchen nicht einfach zu Boden?
Ohne Aufwind würden die Teilchen langsam fallen. Ständige Aufwinde tragen sie jedoch, während unten Wasser verdunstet und oben neues kondensiert — die Wolke ist in fortwährendem Umbau.
Sättigungs- & Hebungsprozesse, konvektive Temperatur 3 min
Damit Wasserdampf kondensiert, muss die Luft erst gesättigt werden. Dafür gibt es genau drei Wege: Abkühlung, Feuchtezufuhr und Mischung. Die isobare Abkühlung (bei gleichbleibendem Druck) ist ein Bodenphänomen und erzeugt Stratus, Stratocumulus oder Nebel — entweder durch nächtliche Ausstrahlung (Strahlungsnebel) oder durch Advektion warmer Luft über kalten Boden (Advektionsnebel). Die Feuchtezufuhr über Wasser, Sümpfen oder durch Verdunstung aus Pflanzen sättigt die Luft von unten — typisch für Küstennebel. Die Mischung zweier fast gesättigter Luftmassen unterschiedlicher Temperatur ergibt, weil die Sättigungskurve gekrümmt ist, eine übersättigte Mischung: Mischungsnebel.
Der häufigste Sättigungsweg ist aber die adiabatische Abkühlung beim Aufsteigen. Vier Mechanismen heben Luft: Turbulenz in einer Schicht (erzeugt flachen St/Sc unter einer Mischungsinversion), Aufgleiten warmer Luft über kalte (Frontwolken), orografische Hebung über ein Gebirge (Föhnwolken, Gebirgsgewitter, Wellenwolken) und freie Konvektion durch Bodenerwärmung (die Quellwolken Cumulus und Cumulonimbus). Nur bei labiler Schichtung führt die Konvektion zu Quellwolken — sonst stoppt das Paket.
Damit verbunden ist die konvektive Temperatur: jene Bodentemperatur, ab der im Tagesgang Cumulus entstehen. Morgens ist es noch zu kühl, die aufsteigenden Pakete erreichen ihren Kondensationspunkt nicht, weil dieser links der Umgebungskurve läge — das Paket wäre dort kälter als die Umgebung. Erst wenn die Sonne den Boden so weit aufgeheizt hat, dass der erste mögliche Kondensationspunkt rechts der Umgebungskurve liegt, „springt" die Konvektion an. Man liest sie ab, indem man von der Iso-r durch den Bodentaupunkt zum ersten Schnitt mit der Umgebungskurve hochgeht und von dort entlang der Trockenadiabate zum Boden zurückkehrt.
- Drei Sättigungswege: Abkühlung, Feuchtezufuhr, Mischung; häufigster ist die adiabatische Abkühlung beim Aufsteigen
- Vier Hebungsursachen: Turbulenz, frontales Aufgleiten, Orografie, freie Konvektion (Letztere → Cumulus/Cumulonimbus)
- Isobare Abkühlung erzeugt St/Sc/Nebel; Mischungsnebel entsteht, weil die Sättigungskurve gekrümmt ist
- Konvektive Temperatur = Bodentemperatur, ab der im Tagesgang Cumulus aufquellen (erster Kondensationspunkt rechts der Umgebungskurve)
Übungsfragen (5)
Welche drei Prozesse können eine Luftmasse zur Sättigung bringen?
Eine Luftmasse erreicht Sättigung durch Abkühlung, durch Zufuhr von Wasserdampf oder durch Mischung zweier fast gesättigter Massen. Daraus entstehen je nach Weg unterschiedliche Wolken- oder Nebelarten.
Welcher Sättigungsweg ist bei der Wolkenbildung der häufigste?
Die adiabatische Abkühlung aufsteigender Luft ist der mit Abstand häufigste Wolkenbildungsprozess. Die anderen Wege erzeugen vor allem bodennahen Nebel und flache Schichtwolken.
Welche vier Mechanismen können Luft zum Aufsteigen bringen?
Luft steigt durch Turbulenz in einer Schicht, durch Aufgleiten an Fronten, durch orografische Hebung am Gebirge und durch freie Konvektion bei Bodenerwärmung. Nur die Konvektion in labiler Luft erzeugt die Quellwolken Cu und Cb.
Was versteht man unter der konvektiven Temperatur?
Die konvektive Temperatur ist die am Boden nötige Temperatur, ab der die thermisch aufsteigenden Pakete ihren Kondensationspunkt rechts der Umgebungskurve erreichen und Cumulus aufquellen — der „Anspring-Wert" der Tageskonvektion.
Wie entsteht Mischungsnebel?
Weil die Sättigungskurve gekrümmt ist, liegt die Mischung zweier knapp ungesättigter Massen oberhalb der Kurve und ist damit übersättigt. Das überschüssige Wasser kondensiert als Misch- oder Stratusnebel.
Die zehn Wolkengattungen im Detail 3 min
Die internationale Klassifikation (WMO) kennt genau zehn Gattungen, und jede Wolke gehört zu nur einer. Erkannt wird sie an Form, Größe, Stockwerk und begleitenden Erscheinungen. Zwei Merkregeln öffnen das ganze System: Die Wurzel „Cirr-" steht für reine Hochwolken, „Alto-" für reine Mittelwolken; die Wurzel „strat-" verrät Stabilität (Schicht), „cumul-" Labilität (Quellung). Drei Gattungen durchstoßen mehrere Stockwerke: Cumulus reicht vom tiefen ins mittlere, Nimbostratus und Cumulonimbus vom tiefen bis ins hohe Stockwerk.
Wichtig ist die Tabelle aus Stabilität und Phase: Cirrus (Ci), Cirrostratus (Cs) — hoch, stabil, Eis. Cirrocumulus (Cc) — hoch, labil, Eis. Altostratus (As) — mittel, stabil, Wasser+Eis. Altocumulus (Ac) — mittel, labil, Wasser+Eis. Nimbostratus (Ns) — tief/hoch, stabil, Wasser+Eis. Stratus (St) — tief, stabil, Wasser (oder Wasser+Eis). Stratocumulus (Sc) — tief, schwach labil, Wasser(+Eis). Cumulus (Cu) und Cumulonimbus (Cb) — labil, Wasser an der Basis, Eis an der Spitze. Eselsbrücke: Stratiformes ist stabil und glatt, Cumuliformes ist labil und quellt.
Die Stockwerksgrenzen sind nicht fix, sondern hängen von der geografischen Breite ab, weil die Troposphäre zum Äquator hin höher reicht. Tiefe Wolken liegen überall bei 0–2 km. Mittlere reichen polar 2–4 km, in gemäßigten Breiten 2–7 km, tropisch 2–8 km. Hohe Wolken liegen polar 3–8 km, gemäßigt 5–13 km, tropisch sogar 6–18 km. Für Mitteleuropa merkt man sich also grob: tief bis 2 km, mittel bis 7 km, hoch bis 13 km. Genau diese Tabelle wird in der ECQB gern abgefragt.
- Zehn Gattungen, jede Wolke nur eine; „Cirr-" = hoch, „Alto-" = mittel; „strat-" = stabil, „cumul-" = labil
- Hoch (Eis): Ci, Cs (stabil), Cc (labil); mittel (Wasser+Eis): As (stabil), Ac (labil)
- Tief: St, Sc, Ns; vertikal durchstoßend: Cu, Cb (Wasser unten, Eis oben), Ns und Cb bis ins hohe Stockwerk
- Stockwerksgrenzen breitenabhängig: gemäßigt tief 0–2, mittel 2–7, hoch 5–13 km; tropisch hoch bis 18 km
Übungsfragen (5)
Was verraten die Wortwurzeln „strat-" und „cumul-"?
Die Wurzel „strat-" steht für geschichtete, stabile Wolken, „cumul-" für quellende, labile. Zusätzlich kennzeichnet „Cirr-" reine Hoch- und „Alto-" reine Mittelwolken.
Aus welchem Material besteht der Cirrus und in welchem Stockwerk liegt er?
Cirrus ist eine hohe, stabile Eiswolke. Zusammen mit Cirrostratus (ebenfalls stabil) und Cirrocumulus (labil) bildet er das hohe, eisige Stockwerk.
Welche Gattungen reichen vertikal über mehrere Stockwerke?
Cumulus reicht vom tiefen ins mittlere Stockwerk, Nimbostratus und Cumulonimbus vom tiefen bis ins hohe. Die übrigen Gattungen bleiben jeweils in einem Stockwerk.
Bis in welche Höhe reichen hohe Wolken in den gemäßigten Breiten?
In gemäßigten Breiten liegt das hohe Stockwerk bei rund 5 bis 13 km. Polar reicht es nur 3–8 km, tropisch dagegen 6–18 km, weil die Troposphäre zum Äquator hin höher ist.
Wie ist der Cumulonimbus hinsichtlich Phase aufgebaut?
Der Cumulonimbus besteht an der warmen Basis aus Wassertröpfchen und an der kalten Spitze aus Eis — daher der charakteristische eisige Amboss, an dem man ihn leicht erkennt.
Wolkenarten & Flugbedingungen je Wolkentyp 3 min
Neben den zehn Gattungen unterscheidet man Arten (Spezies), die in der Flugwetterberatung auftauchen. Fractus heißt „zerrissen" (St fra, zerfetzte Fetzen statt geschlossener Decke). Castellanus zeigt türmchenartige Auswüchse und ist ein Labilitätszeichen (Ac cas → Gewittergefahr). Lenticularis ist die linsenförmige, seidig glänzende Wellenwolke über Gebirgen (Ac len). Humilis ist der flache Schönwetter-Cumulus (Cu hum, breiter als hoch), Mediocris der mittlere (so hoch wie breit), Congestus der hochaufgetürmte „Towering Cumulus" (TCU), reif und kurz vor dem Cb. Beim Cumulonimbus heißt die noch eisfreie Jugendform Calvus („kahl"), die reife mit Eisamboss Capillatus. Virga ist Niederschlag, der verdunstet, bevor er den Boden erreicht.
Für die Praxis zählt das Flugverhalten je Wolkentyp. Hohe Wolken (Ci, Cc, Cs): diffuse Ränder, Sicht darin gering, aber wegen der tiefen Temperatur praktisch keine Vereisung und nur schwache Turbulenz. Geschlossene Schichtwolken (As, Ns): schlechte Sicht (einige hundert Meter), mäßige Vereisung, kaum Turbulenz — gefährlicher Niederschlag eher im Ns. Aufgelockerte tiefe/mittlere Lagen (Ac, St, Sc): die Tücke ist die sehr geringe Sicht (oft < 100 m) nahe am Boden und der Versuchung zum Sichtanflug; Vereisung mäßig, Turbulenz gering.
Die mit Abstand gefährlichsten sind die Quellwolken (Cu, Cb): Sicht teils nur wenige Meter, sehr intensive Vereisung (klarer Klareis-Belag durch großen Flüssigwassergehalt), starke bis schwere Turbulenz durch heftige Auf- und Abwinde, Hagel und Blitzschlag — Letzterer am häufigsten in der Reifephase. Sind sie in Schichtwolken eingebettet, sieht man sie nicht und muss sie per Bordwetterradar an ihrem Niederschlag orten. Zwei Erkennungsmerkmale fürs Logbuch: Der Halo um Sonne oder Mond stammt allein vom Cirrostratus; Stratus erzeugt keinen Halo (außer bei sehr tiefen Temperaturen). Und die Tropopause wirkt wie ein Deckel — fast alle Wolken bleiben darunter, nur kräftigste Konvektion durchstößt sie zeitweise.
- Arten: fractus (zerrissen), castellanus (Türmchen, labil), lenticularis (Wellenwolke), humilis/mediocris/congestus(=TCU), calvus/capillatus (junger/reifer Cb), virga (verdunstender Niederschlag)
- Ci/Cc/Cs: kaum Vereisung, schwache Turbulenz; As/Ns: schlechte Sicht, mäßige Vereisung; Ac/St/Sc: Sicht < 100 m, Turbulenz gering
- Cu/Cb am gefährlichsten: intensive Vereisung, starke/schwere Turbulenz, Hagel, Blitz (häufig in der Reifephase); ggf. per Radar orten
- Halo um Sonne/Mond nur durch Cirrostratus; Stratus macht keinen Halo; Tropopause begrenzt die Wolken nach oben
Übungsfragen (5)
Wofür steht die Wolkenart „congestus" (Cu con)?
Cumulus congestus ist der stark aufgetürmte Cumulus in voller Reife, im Englischen Towering Cumulus (TCU). Er entwickelt sich oft weiter zum Cumulonimbus.
Welche Wolke erzeugt den Halo um Sonne oder Mond?
Der Halo entsteht durch Brechung an den Eiskristallen des Cirrostratus. Stratus erzeugt keinen Halo (außer eventuell bei sehr tiefen Temperaturen).
Welcher Wolkentyp ist für die Luftfahrt am gefährlichsten?
Cu und vor allem Cb vereinen intensive Vereisung, starke bis schwere Turbulenz, Hagel und Blitzschlag. Eingebettet in Schichtwolken sind sie unsichtbar und müssen per Bordwetterradar geortet werden.
Was bedeutet die Wolkenart „virga"?
Virga ist Fallstreifen-Niederschlag, der in trockener Luft unter der Wolke verdunstet und den Boden nicht erreicht. Er sieht aus wie Schlieren oder Kommata unter der Wolkenbasis.
Warum ist Vereisung in Cumulus/Cumulonimbus besonders intensiv?
Quellwolken enthalten rund 5 g/m³ Flüssigwasser, ein Vielfaches der Schichtwolken, und viele unterkühlte Tröpfchen. Treffen diese auf die Zelle, gefrieren sie schlagartig zu zähem Klareis — die gefährlichste Vereisungsform.
Klimatologie
Klimazonen der Erde 2 min
Während Wetter der Zustand der Atmosphäre im Moment ist, beschreibt Klima das langjährige Mittel. Die Sonneneinstrahlung nach Breite ordnet die Erde in Zonen, die für die Streckenplanung das typische Wetter vorhersagbar machen.
Die Tropen am Äquator sind heiß und feucht, geprägt von der ITCZ mit täglichen Schauern und Gewittern. Die Subtropen darum (rund 30°) liegen unter den absinkenden Ästen der Hadley-Zelle: trocken, hoher Druck, hier liegen die großen Wüsten.
Die gemäßigten Breiten (rund 40 bis 60°) sind das Reich der Westwinde und Polarfront-Zyklonen, also wechselhaft mit ziehenden Fronten, hier liegt Mitteleuropa. Die Polargebiete sind kalt und überraschend trocken, mit stabiler Schichtung und langlebigen Inversionen.
- Klima = langjähriges Mittel, Wetter = Momentaufnahme
- Tropen: heiß, feucht, ITCZ mit Schauern und Gewittern
- Subtropen (~30°): trocken, Hochdruck, Wüstengürtel
- Gemäßigte Breiten: Westwinde und Fronten; Polargebiete: kalt und trocken
Übungsfragen (5)
Was unterscheidet Klima von Wetter?
Wetter beschreibt den aktuellen Zustand der Atmosphäre, Klima das über viele Jahre gemittelte typische Verhalten einer Region.
Warum liegen die großen Wüsten in den Subtropen um 30° Breite?
Bei rund 30° sinkt die in der Hadley-Zelle aufgestiegene Luft ab und erwärmt sich. Diese trockene Subsidenz unter dem subtropischen Hoch schafft Wüstenklima.
Welche Zone ist von Westwinden und ziehenden Fronten geprägt?
Die gemäßigten Breiten (rund 40 bis 60°) liegen im Westwindgürtel mit den Polarfront-Zyklonen, daher das wechselhafte Wetter Mitteleuropas.
Welche Klimazone ist von der ITCZ und kräftiger Konvektion geprägt?
Die Tropen rund um den Äquator sind heiß und feucht. Hier liegt die ITCZ mit ihren täglichen, kräftigen Schauern und Gewittern.
Was kennzeichnet das polare Klima?
Das polare Klima ist kalt und trotz Eis sehr trocken. Die kalte Luft kann wenig Feuchte aufnehmen, daher fällt nur wenig Niederschlag.
Tropische Phänomene 2 min
Die Passatwinde sind die beständigsten Winde der Erde: Sie wehen von den subtropischen Hochs zur ITCZ, auf der Nordhalbkugel als Nordost-, auf der Südhalbkugel als Südostpassat. Ihre Konstanz machte sie zur Autobahn der Segelschifffahrt.
Der Monsun ist eine saisonale Windumkehr, angetrieben vom unterschiedlichen Temperaturverhalten von Land und Meer. Im Sommer heizt sich der Kontinent (etwa Indien) stark auf, ein Tief entsteht, und feuchte Meeresluft strömt landeinwärts: der nasse Sommermonsun mit ergiebigem Regen. Im Winter kehrt sich die Strömung um, trockene Landluft strömt aufs Meer.
Easterly Waves sind wellenförmige Störungen, die mit der Passatströmung von Ost nach West ziehen. Sie bringen Schauer und Gewitter und sind oft die Keimzelle, aus der sich über warmem Wasser ein tropischer Wirbelsturm entwickeln kann.
- Passatwinde: beständig von den Subtropenhochs zur ITCZ (NO- bzw. SO-Passat)
- Monsun: saisonale Windumkehr durch Land-Meer-Temperaturkontrast
- Sommermonsun feucht (Meer zum Land), Wintermonsun trocken
- Easterly Waves: ostwärts ziehende Störungen, Keimzelle tropischer Stürme
Übungsfragen (5)
Wohin wehen die Passatwinde?
Die Passate strömen von den subtropischen Hochdruckgürteln zur äquatorialen Tiefdruckrinne (ITCZ), auf der Nordhalbkugel als Nordostpassat.
Was treibt den Monsun an?
Der Monsun entsteht aus dem saisonalen Temperaturunterschied zwischen Kontinent und Ozean. Im Sommer zieht feuchte Meeresluft zum aufgeheizten Land.
Welche Rolle spielen Easterly Waves?
Easterly Waves sind ostwärts ziehende Störungen der Passatströmung mit Schauern. Über warmem Wasser können sie sich zu tropischen Wirbelstürmen verstärken.
Warum dreht der Sommermonsun in Südasien auf Meer-zu-Land?
Im Sommer heizt sich die Landmasse stärker auf als das Meer. Über dem Land bildet sich ein Tief, das feuchte Meeresluft anzieht, das ist der regenreiche Sommermonsun.
Was ist typisch für das Wetter in der ITCZ?
In der ITCZ konvergiert die feuchte Passatluft und steigt auf. Das führt zu schwüler Luft mit nahezu täglichen kräftigen Schauern und Gewittern.
Tropische Wirbelstürme 2 min
Tropische Wirbelstürme sind die stärksten Sturmsysteme der Erde. Sie brauchen mehrere Zutaten: Meerwasser von mindestens rund 26 °C als Energiequelle, hohe Feuchte, geringe vertikale Windscherung und genügend Corioliskraft. Deshalb entstehen sie nie direkt am Äquator, wo Coriolis fehlt, sondern erst ab einigen Grad Breite.
Im Zentrum liegt das wolkenarme, fast windstille Auge. Es wird von der Augenwand umschlossen, einem Ring hochreichender Gewitter mit den stärksten Winden und heftigstem Regen. Nach außen schließen spiralförmige Regenbänder an. Je nach Region heißt das System Hurrikan (Atlantik, Ostpazifik), Taifun (Westpazifik) oder Zyklon (Indischer Ozean).
Die Zugbahn führt zunächst mit den Passaten westwärts, später biegen viele Systeme polwärts ab. Über Land oder kaltem Wasser verlieren sie ihre Energiequelle und schwächen sich rasch ab. Für die Luftfahrt sind sie großräumig zu meiden.
- Bedingungen: Wasser ≥ ~26 °C, Feuchte, geringe Scherung, Corioliskraft
- Nicht direkt am Äquator (dort fehlt Coriolis)
- Aufbau: ruhiges Auge, Augenwand mit Maximalwind, Spiralbänder
- Hurrikan / Taifun / Zyklon je nach Region; Zugbahn west- dann polwärts
Übungsfragen (5)
Welche Wassertemperatur brauchen tropische Wirbelstürme mindestens?
Erst ab einer Meeresoberflächentemperatur von rund 26 °C steht genug Energie über latente Wärme zur Verfügung, um einen tropischen Wirbelsturm zu nähren.
Warum entstehen tropische Wirbelstürme nicht direkt am Äquator?
Am Äquator ist die Corioliskraft null. Ohne sie kann sich keine Rotation aufbauen, daher bilden sich die Stürme erst ab einigen Grad Breite.
Wo treten die stärksten Winde eines tropischen Wirbelsturms auf?
Das Auge ist nahezu windstill. Die stärksten Winde und der heftigste Regen liegen in der Augenwand, dem Ring hochreichender Gewitter um das Zentrum.
Was herrscht im Auge eines tropischen Wirbelsturms?
Im Auge sinkt Luft ab, es herrscht relative Windstille und der Himmel ist oft klar. Die stärksten Winde liegen direkt daneben in der Augenwand.
Wie heißen tropische Wirbelstürme im Westpazifik?
Im Westpazifik heißen sie Taifun, im Atlantik und Ostpazifik Hurrikan, im Indischen Ozean Zyklon. Es ist dasselbe Phänomen.
Regionale Wind- und Wettersysteme 2 min
Über die globalen Muster legen sich lokal benannte Winde, die Pilots in der jeweiligen Region kennen sollten. Der Mistral ist ein kalter, kräftiger Nordwestwind, der durch das Rhonetal zum Mittelmeer hinabfegt, oft mit klarer Sicht, aber heftigen Böen.
Der Scirocco ist sein heißes Gegenstück: Er führt warme, oft staubige Saharaluft nach Norden übers Mittelmeer und kann auf dem Weg Feuchte aufnehmen. Der Harmattan weht trocken und staubig aus der Sahara nach Westafrika und kann die Sicht durch Staub erheblich mindern.
Die Bora ist ein kalter, böiger Fallwind, der an der Adriaküste von den Hochflächen herabstürzt, ein katabatisch verstärkter Wind. Solche Regionalwinde sind oft an bestimmte Drucklagen und Geländeformen gebunden und für lokale Anflüge wichtig zu kennen.
- Mistral: kalter, kräftiger NW-Wind durchs Rhonetal zum Mittelmeer
- Scirocco: heiße, staubige Saharaluft nordwärts übers Mittelmeer
- Harmattan: trockener, staubiger Wüstenwind nach Westafrika
- Bora: kalter, böiger Fallwind an der Adriaküste
Übungsfragen (5)
Wie lässt sich der Mistral charakterisieren?
Der Mistral ist ein kalter, kräftiger Nordwestwind, der durch das Rhonetal zum Mittelmeer fegt, häufig mit klarer Sicht, aber heftigen Böen.
Welcher Wind führt heiße, staubige Saharaluft übers Mittelmeer nach Norden?
Der Scirocco transportiert warme, oft staubige Luft aus der Sahara nordwärts über das Mittelmeer und kann unterwegs Feuchte aufnehmen.
Was ist die Bora?
Die Bora ist ein kalter, böiger Fallwind, der an der Adriaküste katabatisch von den Hochflächen herabstürzt.
Was ist der Harmattan?
Der Harmattan ist ein trockener, oft staubiger Passatwind, der Saharastaub über Westafrika trägt und die Sicht stark herabsetzen kann.
Was haben Mistral und Bora gemeinsam?
Mistral (Rhonetal) und Bora (Adria) sind beide kalte, kräftige und böige Fallwinde, die kanalisiert beziehungsweise katabatisch aus Norden ins Mittelmeer einströmen.
Meteorologische Informationen
METAR-Dekodierung 2 min
Ein METAR ist die routinemäßige Wetterbeobachtung eines Flugplatzes, der Ist-Zustand. Die Reihenfolge ist immer gleich: Stationskennung, Zeit in UTC (Z), Wind (Richtung/Stärke, z. B. 24015KT), Sicht in Metern, Wetter, Bewölkung, Temperatur/Taupunkt und Luftdruck (Q für hPa, A für inHg).
Die Bewölkung wird in Achteln (Okta) gemeldet: FEW (1–2), SCT (scattered, 3–4), BKN (broken, 5–7), OVC (overcast, 8), jeweils mit Höhe in Hundert Fuß über Grund. Ein Kürzel spart oft alles: CAVOK steht für Sicht 10 km oder mehr, keine Wolken unter 5000 ft (bzw. der höheren Mindestsektorhöhe) und keine signifikanten Wettererscheinungen.
Bei reduzierter Sicht ergänzt die RVR (Runway Visual Range) die gemessene Pistensichtweite. Am Ende kann ein TREND stehen: NOSIG (keine signifikante Änderung erwartet), sonst BECMG oder TEMPO für angekündigte Entwicklungen in den nächsten zwei Stunden.
- METAR = aktuelle Beobachtung; feste Reihenfolge, Zeit in UTC (Z)
- Bewölkung in Okta: FEW 1–2, SCT 3–4, BKN 5–7, OVC 8
- CAVOK: Sicht ≥ 10 km, keine Wolken unter 5000 ft, kein signifikantes Wetter
- RVR = Pistensichtweite; TREND wie NOSIG am Ende
Übungsfragen (5)
Was bedeutet die Wolkengruppe BKN in einem METAR?
BKN (broken) steht für eine Bedeckung von 5 bis 7 Achteln. FEW sind 1–2, SCT 3–4 und OVC volle 8 Achtel.
Welche Bedingungen fasst CAVOK zusammen?
CAVOK (Ceiling And Visibility OK) bedeutet Sicht von 10 km oder mehr, keine Wolken unter 5000 ft bzw. der Mindestsektorhöhe und keine signifikanten Wettererscheinungen.
In welcher Zeit werden METAR-Meldungen angegeben?
Alle Luftfahrtwettermeldungen verwenden UTC, gekennzeichnet durch das angehängte Z. Das vermeidet Verwechslungen über Zeitzonen hinweg.
Was bedeuten die Bedeckungsangaben FEW und SCT im METAR?
FEW (few) steht für 1 bis 2 Achtel Bedeckung, SCT (scattered) für 3 bis 4 Achtel. Darüber folgen BKN (5 bis 7) und OVC (8 Achtel).
Wie wird der Wind in einer METAR-Gruppe wie 24015KT kodiert?
Die Windgruppe gibt erst die rechtweisende Richtung in Grad (240) und dann die Stärke in Knoten (15 KT) an. Böen werden mit G angehängt.
TAF-Dekodierung 2 min
Ein TAF ist die Flugplatzwettervorhersage, also der Blick nach vorn, typischerweise über 24 oder 30 Stunden mit einer angegebenen Gültigkeitsspanne. Der Grundzustand wird zu Beginn beschrieben, Änderungen folgen über klar definierte Kennungen.
FM (from) markiert eine rasche, dauerhafte Änderung ab einem Zeitpunkt, alles davor wird ersetzt. BECMG (becoming) beschreibt einen allmählichen, bleibenden Übergang über einen Zeitraum. TEMPO steht für vorübergehende Schwankungen von jeweils unter einer Stunde, die sich danach wieder zurückbilden.
Unsicherheit drückt PROB aus: PROB30 oder PROB40 geben die Wahrscheinlichkeit für ein Szenario an (30 bzw. 40 %). Wichtig fürs Verständnis: METAR ist die Beobachtung jetzt, TAF die Vorhersage für den Zeitraum, beide ergänzen sich in der Flugvorbereitung.
- TAF = Flugplatzvorhersage über eine Gültigkeitsspanne (z. B. 24–30 h)
- FM: rasche dauerhafte Änderung ab Zeitpunkt; BECMG: allmählicher Übergang
- TEMPO: vorübergehende Schwankungen unter 1 Stunde
- PROB30/PROB40: Eintrittswahrscheinlichkeit eines Szenarios
Übungsfragen (5)
Was beschreibt die Kennung TEMPO in einem TAF?
TEMPO kündigt vorübergehende Schwankungen an, die jeweils unter einer Stunde dauern und sich danach wieder zurückbilden.
Wofür steht BECMG?
BECMG (becoming) beschreibt einen allmählichen Übergang zu neuen Bedingungen, die danach bestehen bleiben.
Was bedeutet PROB40 in einem TAF?
PROB40 gibt eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 40 % für das beschriebene Wetterszenario an. Analog steht PROB30 für 30 %.
Was bedeutet die Kennung FM (FROM) in einem TAF?
FM kennzeichnet einen zügigen und dauerhaften Wetterwechsel ab dem angegebenen Zeitpunkt. Ab da gilt die neue Beschreibung vollständig.
Worin unterscheidet sich ein TAF grundsätzlich von einem METAR?
Ein METAR meldet das beobachtete Wetter zu einem Zeitpunkt, ein TAF sagt das Wetter für einen Flugplatz über einen Gültigkeitszeitraum voraus.
SIGMET, AIRMET, GAMET & GAFOR 2 min
Neben den platzbezogenen METAR und TAF gibt es Warnungen und Gebietsvorhersagen. Ein SIGMET warnt vor signifikanten, gefährlichen Erscheinungen für alle Luftfahrzeuge: aktive Gewitter, schwere Vereisung, schwere Turbulenz, Vulkanasche oder tropische Stürme. SIGMETs sind die ernstesten Warnungen und haben begrenzte Gültigkeit.
Ein AIRMET warnt vor weniger schweren, aber relevanten Erscheinungen, vor allem für die leichtere und VFR-Luftfahrt in tieferen Schichten, etwa moderate Vereisung oder Turbulenz, ausgedehnte Sichtminderung oder Berge in Wolken. Das GAMET ist eine Gebietswettervorhersage für tiefere Schichten, die solche Informationen zusammenfasst.
Der GAFOR (General Aviation Forecast) übersetzt das Streckenwetter in einfache Ziffern-Codes pro Streckenabschnitt, die anzeigen, ob ein VFR-Flug offen, marginal oder geschlossen ist. So lässt sich auf einen Blick die VFR-Tauglichkeit einer Strecke einschätzen.
- SIGMET: schwerste Gefahren (Gewitter, schwere Vereisung/Turbulenz, Asche), alle Luftfahrzeuge
- AIRMET: weniger schwere Phänomene, v. a. leichtere/VFR-Luftfahrt
- GAMET: Gebietsvorhersage für tiefere Schichten
- GAFOR: Ziffern-Code für die VFR-Tauglichkeit von Streckenabschnitten
Übungsfragen (5)
Wovor warnt ein SIGMET?
Ein SIGMET warnt alle Luftfahrzeuge vor signifikanten, gefährlichen Erscheinungen wie aktiven Gewittern, schwerer Vereisung, schwerer Turbulenz oder Vulkanasche.
Für wen ist ein AIRMET vor allem gedacht?
AIRMETs warnen vor weniger schweren, aber relevanten Erscheinungen und richten sich besonders an die leichtere und VFR-Luftfahrt in tieferen Schichten.
Was liefert der GAFOR?
Der GAFOR übersetzt das Streckenwetter in einfache Ziffern-Codes je Abschnitt, die zeigen, ob ein VFR-Flug offen, marginal oder geschlossen ist.
Wie lange ist ein SIGMET typischerweise gültig?
Ein SIGMET gilt üblicherweise bis zu 4 Stunden. Für Vulkanasche und tropische Wirbelstürme kann die Gültigkeit auf bis zu 6 Stunden verlängert sein.
Was deckt ein GAMET ab?
Das GAMET ist eine Gebietswettervorhersage für den unteren Luftraum, typischerweise unter FL100, und ergänzt SIGMET und AIRMET für die Flugvorbereitung.
Significant Weather Charts (SWC) 2 min
Eine Significant Weather Chart (SWC) ist die grafische Zusammenfassung der gefährlichen Wettererscheinungen für einen Höhenbereich, etwa für den oberen Luftraum. Sie zeigt auf einen Blick, wo unterwegs mit Problemen zu rechnen ist, und ist ein Kernstück der Streckenplanung.
Die Karte arbeitet mit genormten Symbolen: Fronten in den bekannten Linien, umrandete Bereiche für Gewitter, Vereisung und Turbulenz mit Angabe der betroffenen Höhenbänder, Jetstream-Pfeile mit Windgeschwindigkeit und Kerntiefe sowie die Höhe der Tropopause in kleinen Kästchen.
Wichtig ist das richtige Lesen der Höhenangaben: Bereiche sind oft mit oberer und unterer Grenze als Flugflächen markiert. So erkennt man, ob die eigene Reiseflughöhe betroffen ist oder ob man eine Gefahrenzone über- oder unterfliegen kann.
- SWC: grafische Übersicht der signifikanten Wettererscheinungen je Höhenbereich
- Symbole für Fronten, Gewitter, Vereisung, Turbulenz, Jetstreams
- Tropopausenhöhe in Kästchen, Jet mit Geschwindigkeit und Kerntiefe
- Höhenbänder beachten: betrifft die Gefahr die eigene Reiseflughöhe?
Übungsfragen (5)
Was zeigt eine Significant Weather Chart?
Die SWC fasst die signifikanten Wettererscheinungen wie Fronten, Gewitter, Vereisung, Turbulenz und Jetstreams für einen Höhenbereich grafisch zusammen.
Warum sind die Höhenbänder auf der SWC wichtig?
Gefahrenbereiche sind mit oberer und unterer Höhengrenze markiert. So erkennt man, ob die eigene Flughöhe betroffen ist oder ob man die Zone umfliegen kann.
Welche Information liefert das kleine Kästchen an einem Jetstream-Symbol unter anderem?
Jetstream-Pfeile tragen Angaben zur Windgeschwindigkeit und zur Höhe (Kerntiefe) des Jets, oft ergänzt um die Tropopausenhöhe in benachbarten Kästchen.
Wie werden Gewitter- und Cb-Gebiete auf einer Significant Weather Chart dargestellt?
Gefahrengebiete wie Cb oder Vereisung werden auf der SWC als umrandete Flächen mit den zugehörigen Wettersymbolen dargestellt.
Welche Information liefert ein Tropopausensymbol mit Kästchen auf der SWC?
Die Tropopausensymbole geben die Höhe der Tropopause an, üblicherweise als Flugfläche im kleinen Kästchen, hoch oder tief markiert.
WINTEM-Karten 2 min
WINTEM-Karten (Wind and Temperature) liefern Höhenwind und Temperatur für definierte Flugflächen. Sie sind das Werkzeug, um Gegen- und Rückenwind, beste Reiseflughöhe und Temperatur für die Performance- und Treibstoffplanung abzuschätzen.
Der Wind wird mit Windfahnen dargestellt: Der Pfeilschaft zeigt die Richtung, aus der der Wind weht, die Fiederung kodiert die Stärke (ein langer Strich 10 kt, ein kurzer 5 kt, ein Dreieckswimpel 50 kt). Daneben steht die Temperatur in Grad Celsius, in großer Höhe fast immer negativ.
Da Karten nur für bestimmte Flugflächen gelten, muss man zwischen ihnen interpolieren: Liegt die Reiseflughöhe zwischen zwei Karten, schätzt man Wind und Temperatur dazwischen ab. Genauso interpoliert man räumlich zwischen den Gitterpunkten der Karte.
- WINTEM: Höhenwind und Temperatur je Flugfläche
- Windfahnen: Schaft = Richtung, Fiederung = Stärke (5/10/50 kt)
- Temperatur in °C, in großer Höhe meist negativ
- Zwischen Flugflächen und Gitterpunkten interpolieren
Übungsfragen (5)
Was liefern WINTEM-Karten?
WINTEM-Karten geben Windrichtung, Windstärke und Temperatur für definierte Flugflächen an, die Grundlage für Wind-, Performance- und Treibstoffplanung.
Wie kodiert eine Windfahne die Windstärke?
Die Fiederung am Schaft kodiert die Stärke: ein kurzer Strich 5 kt, ein langer 10 kt, ein ausgefüllter Dreieckswimpel 50 kt. Der Schaft zeigt die Richtung, aus der der Wind weht.
Was tut man, wenn die Reiseflughöhe zwischen zwei WINTEM-Flugflächen liegt?
Da die Karten nur für bestimmte Flugflächen gelten, schätzt man Wind und Temperatur für eine dazwischenliegende Höhe durch Interpolation ab.
Worauf bezieht sich die Windrichtung auf einer WINTEM-Karte?
Die WINTEM gibt die Höhenwinde rechtweisend (true) an, die Stärke in Knoten über die Befiederung der Windfahne.
Wie wird die Temperatur auf einer WINTEM-Karte angegeben?
Neben dem Wind gibt die WINTEM die Höhentemperatur in Grad Celsius an, dem jeweiligen Windsymbol zugeordnet. In großen Höhen ist sie meist deutlich negativ.
Wettersatelliten & Wetterradar 2 min
Satelliten und Radar liefern das großräumige und das kleinräumige Bild. Satellitenbilder gibt es in zwei Hauptarten. Das visuelle Bild (VIS) nutzt reflektiertes Sonnenlicht, ist scharf, funktioniert aber nur tagsüber. Das Infrarotbild (IR) misst die Temperatur der Wolkenobergrenzen, hohe (kalte) Wolken erscheinen hell, und funktioniert auch nachts.
Das Wetterradar sendet Mikrowellen aus und misst die Reflektivität der Niederschlagspartikel: Je stärker das Echo, desto intensiver der Niederschlag. Damit erkennt man Schauer- und Gewitterzellen und ihre Zugrichtung sehr gut.
Eine wichtige Falle ist die Abschwächung (Attenuation): Hinter einer sehr starken Zelle wird das Radarsignal so gedämpft, dass dahinterliegende, womöglich ebenso kräftige Zellen schwächer oder gar nicht erscheinen. Hinter einem roten Echo kann sich also eine weitere Gefahr verstecken, das Radarbild ist nie der alleinige Beweis für freie Bahn.
- VIS-Satellit: reflektiertes Sonnenlicht, scharf, nur tagsüber
- IR-Satellit: Temperatur der Wolkenobergrenzen, hohe Wolken hell, auch nachts
- Radar: Reflektivität = Niederschlagsintensität, gut für Zellen und Zugrichtung
- Attenuation: starke Zelle dämpft das Signal, dahinter drohen unsichtbare Gefahren
Übungsfragen (5)
Worin unterscheidet sich das Infrarot- vom visuellen Satellitenbild?
Das IR-Bild misst die Temperatur der Wolkenobergrenzen (hohe, kalte Wolken erscheinen hell) und funktioniert rund um die Uhr. Das VIS-Bild braucht Sonnenlicht und geht nur tagsüber.
Was misst das Wetterradar?
Das Radar misst die Reflektivität: Je stärker das zurückgestreute Echo, desto intensiver der Niederschlag. So lassen sich Zellen und ihre Zugrichtung erkennen.
Was beschreibt die Radar-Attenuation (Abschwächung)?
Hinter einer sehr kräftigen Zelle wird das Radarsignal stark gedämpft. Dahinterliegende, ebenso gefährliche Zellen können dadurch schwächer oder gar nicht erscheinen.
Wann steht ein visuelles Satellitenbild nicht zur Verfügung?
Das visuelle Satellitenbild zeigt reflektiertes Sonnenlicht und funktioniert daher nur tagsüber. Nachts nutzt man das Infrarotbild, das die Wärmestrahlung erfasst.
Was lässt das Infrarotbild über Wolken erkennen?
Das Infrarotbild misst die Temperatur der Wolkenoberseiten. Hohe, kalte Oberseiten erscheinen hell, sodass sich hochreichende Gewitterwolken gut erkennen lassen.